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 Der Dachsbaum!

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BeitragThema: Re: Der Dachsbaum!   Mo 31 Okt - 18:37

Dornenpfeil sorgte sich um seine Tochter. Wie er erwartet hatte, spielte sie alles herunter, machte alles nicht so bedeutend in ihrem Kopf. Doch es war bedeutend und das wusste er. Doch er konnte sie ja schlecht zwingen, ihm haarklein zu berichten, was passiert war. Das ging ihn ja auch eigentlich gar nichts an. Er hatte keine Ahnung, dass sich Silberpfote den Kopf zerbrach, dass er ja eine Familie gehabt haben musste. Darauf wäre er auch im Traum nicht gekommen. Doch er erwischte sich selbst dabei, dass er ihr ja bald mal sagen musste, wer er war…oder sollte er es lassen? Immerhin schien sie langsam eine Bindung zu ihm aufzubauen. Und auch wenn es nur eine Mentor – Schüler Bindung wäre, es war eine Bindung. Und das war vielleicht mehr, als ihr erklären zu müssen, warum er so ein unfähiger Vater war. Denn dafür müsste er zu viel seines Leids mit ihr teilen. Dem Leid, dass ihn zu dem gemacht hatte, der er nun war.
Er betrachtete die kleine Schülerin und sie erschien ihm noch verletzlicher als ohnehin schon. Eines Tages würde Opalkralle bezahlen…doch im Moment besaß er zu viel Einfluss. Nein, das wäre unklug. Er war ein guter Freund Jaguarsterns und dieser würde Opalkralle niemals richtig bestrafen. Er müsste warte, auf den richtigen Augenblick. Hoffentlich würde Silberpfote ihren Kopf anstrengen und das auch tun, denn unüberlegtes Handeln konnte einen mächtigen Feind bringen.
Silberpfote stimmte ihm zu. Er hatte nicht das Gefühl, dass sie ihn belog, wenn, dann belog sie vor allem sich selbst. Doch er würde einfach mehr auf sie achten, sie nicht mehr allein nach draußen gehen lassen. Nein, sie würde sich nicht noch mehr verletzen als ohnehin schon, wenn er es verhindern konnte.
Als sie fortfuhr, seufzte er. „Opalkralle wird es niemals bereuen, er wird sich niemals schämen, Silberpfote. Auch wenn es mir leidtut, dir diese Hoffnung nehmen zu müssen. Aber glaub mir, früher oder später, da wird er sein blaues Wunder erleben. Der Sternenclan wird ihn strafen……und wenn er es nicht tut, tue ich das!, fügte er in Gedanken hinzu. Nein, das würde er nicht vor ihr sagen, er wollte, das aus ihr eine gute Kriegerin wurde. Sie würde ihm helfen wollen…und damit ihre Ehre beflecken. Nein, wenn er das tat, dann allein. Ob er nun Ehre hatte oder nicht, das war egal. Aber sie, sie sollte ihre behalten. Sollte vom Clan anerkannt und geliebt werden.
Als sie meinte, sie wolle Kämpfen, spürte er etwas in ihr, was ihm das Herz zusammenzog. Ihre Wut, ihr Schmerz…das waren Dinge, die er nicht bei ihr sehen wollte. „Mir scheint, du willst nur Kämpfen lernen, um ihm das Fell über die Ohren zu ziehen. Und solange sich das nicht geändert hat, bringe ich es dir nicht bei“, miaute er streng. „Ein Krieger würde niemals zum Spaß kämpfen. Denn jeder Kampf tötet auch ein Stück von dir selbst. Wenn du mit Wut kämpfst, bist du unvorsichtig, du musst stets Herr über deine Gefühle sein, denn sie machen dich verletzlich, im Kampf verwundbar. Deshalb wirst du damit beginnen, dich wieder in den Griff zu bekommen.“ Seine Stimme war klar, aber man konnte merken, wie ernst es ihm war. Innerlich hätte er am liebsten genau das getan, was er Silberpfote gerade verboten hatte. Nämlich Opalkralle in Stücke reißen. „Setz dich hin. Hör auf die Geräusche des Waldes, verbinde dich mit ihnen. Sie sind deine Freunde, die du kennen musst. Höre in dich hinein, denke über dich nach. Und wenn du zu einem Entschluss bezüglich Opalkralle gekommen bist, sprichst du mich an. Vorher wirst du schweigen. Verstanden?“, miaute er und setzte sich ebenfalls. Er würde es auch tun, auf den Wald hören und die eigene Ruhe wiederfinden, denn anders konnte er nicht nachdenken, wie er Opalkralle wirklich schaden konnte.



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BeitragThema: Re: Der Dachsbaum!   Di 15 Nov - 23:05

Silberpfote stand aufrecht und sah ihrem Mentor trotzig in die Augen, als dieser behauptete, ihr Verräter würde sich niemals schämen. Das bezweifelte sie. Noch war sie jung und optimistisch, aber sie war überzeugt davon, dass ihr Augenblick kommen würde; der Augenblick, in dem alle ihre gerechte Strafe erhielten. Was würde ihre sein? Was war der Preis für ihre Naivität? Hatte sie ihn schon erhalten oder würde die Wucht der Konsequenzen an diesem Tag überrollen wie eine Lawine, der sie nicht entrinnen konnte, egal wie schnell sie rannte?
Sie wusste es nicht und niemand würde es ihr sagen können, denn das Schicksal sprach nicht mit seinen Spielzeugen. Es schob sie bloß auf seinem Spielfeld hin und her, opferte dann und wann eine und hatte Spaß daran, sie leiden zu sehen, wenn es nicht seine begünstigten Lieblinge waren.
"Spätestens wenn er seine Strafe erhält, wird er Reue empfinden. Und wenn ich Glück habe, bin ich diejenige, die dafür sorgen darf, dass ihm das zuteil wird, was er verdient," miaute sie mit der kräftigsten Stimme, die ihr möglich war. Dennoch zitterte sie und klang piepsiger als gewöhnlich, obgleich die Kleine schon immer eher hoch gesprochen hatte. Sie klang viel kindlicher als sie eigentlich war, aber das war eine der wenigen körperlichen Gegebenheiten, über die sie noch nie nachgedacht hatte, unabhängig davon, dass es bestimmt eine derjenigen wäre, die sie am liebsten ausmerzen würde.
Dornenpfeils Rüge zum Thema Kämpfen traf die Kätzin, weniger durch die Worte als durch das, was hinter ihnen stand, nämlich die simple Tatsache, dass er ihr nicht zutraute, richtig zu handeln. Dass sie sich gekränkt fühlte, lag in erster Linie daran, dass es mehr der Wahrheit entpsrach als sie sich eingestehen wollte. Es schmerzte zu wissen, dass er einerseits Rech hatte, ihr jedoch andererseits nicht die Chance lassen wollte, das Gegenteil zu beweisen. Seine "Strafe", dem Wald zu lauschen, nahezu bewegungslos, untätig zu bleiben, wurmte sie fast ebenso sehr, sodass die Silberne beschloss, sofort mit dem Schweigen anzufangen. Innerlich rebellierte sie, doch so stakste sie nur einige Schritte, ehe sie sich mit dem Rücken zu dem Kater hinsetzte und sich weigerte, das zu tun, was sie sollte.
Die Geräusche gingen ihr nur auf die Nerven. Sie wollte laufen, sich bewegen, nicht untätig herumsitzen und darauf warten, dass ihre Lügen glaubhaft waren.
Sie sind deine Freunde.
Hatte sie Freunde? Wo war Mondsturm? Warum hatte er ihr nicht beigestanden, es ihrem Mentor überlassen statt sich selbst um sie zu kümmern? Sie nicht eines Blickes gewürdigt? Silberpfote hatte nicht das Gefühl, dass dies gerecht sein konnte. Mussten Freunde nicht aufeinander aufpassen.
Sie sind deine Freunde.
Sollte der Wald wirklich der einzige Freund sein, den sie noch hatte? Hatte Opalkralle ihr das alles genommen?
Die du kennen musst.
Sie hatte nichts gekannt und nichts gekannt, das wusste sie nun.
Ohne es zu wollen kamen ihr die Geröusche und Eindrücke näher, die raue Rinde des Baumes, die grobkörnige Erde unter ihren Pfoten, das Gras, das an ihnen kitzelte, der Geruch der längst verschwunden Beute, der nur noch vage in der Luft hing.
Und die Laute. Ihre eigenen, das Atmen, das schlagende Herz, das Rauschen der Wut in ihr. Ja, auch dafür gab es ein Geräusch, obgleich sie vielleicht die einzige war, die es hören konnte.
Die Geräusche um sie herum. Das Trippeln kleiner Tiere, das Schwirren der Luft, das Rascheln der Blätter im Wind. Dornenpfeil. Er war zu groß und schwer um lautlos zu sein. Die Nacht, die nicht klang, aber hallte.
Würde sie sich denn entscheiden müssen? Sicher, sonst würde sie noch bis in alle Ewigkeit hier sitzen. Sie langweilte sich und war zugleich fasziniert davon, was sie alles wahrnehmen konnte, wenn sie wollte. Doch was brachte ihr all das denn, wenn sie nichts damit anfangen durfte? Diese ganze Übung erschien der Schülerin noch immer sinnentleert. Wie sollte sie so etwas lernen, das sie zu einer guten Kriegerin machte? Ein Seufzen schlüpfte über ihre hellen, rosafarbenen Lippen und erreichte ihre traurigen blauen Augen.
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BeitragThema: Re: Der Dachsbaum!   So 22 Jan - 19:59

Hätte Dornenpfeil geahnt, wie sehr sich Silberpfote daran klammerte, hätte er vielleicht darüber nachgedacht, zuzustimmen. Aber er wusste, dass sich dieser junge Krieger, ein Filou, wie er im Buche stand, nicht schämte. Nein, wahrscheinlich brüstete er sich noch damit. Und auch die Drohung, er würde es mit anderen Schülerinnen ebenso machen, war in den Augen des roten Kriegers ernst gemeint und sollte nicht unterschätzt werden.
Ihre Worte brachten ihn zum Seufzen. Er hätte etwas sagen sollen, doch er konnte es nicht. Es ging nicht. Seine Kehle war wie zugeschnürt und er wusste damit nicht umzugehen. Silberpfote verstand es als Strafe, dem Wald zu lauschen, dabei war er es, der einem am meisten sagte. Wenn er still wurde, war da Gefahr, war er lebhaft, konnte man unbedarft sein. Dornenpfeil hatte gelernt, auf den Wald zu vertrauen, und er wollte, dass seine Tochter das auch konnte. Denn es gab einem eine Sicherheit, die nicht zu verdenken war. Sie setzte sich ein paar Schritte entfernt hin und schien fest entschlossen, zu rebellieren – ihr ganzer Körper war angespannt.
Eine ganze Weile saßen sie schweigend da, beide achteten sie auf den Wald, auf ihre Umgebung. Dann seufzte sie schließlich und brach damit die Stille. Er sah sie an, streng, ernst. „Wenn du den Wald kennst, dann kennst du deine Umgebung. Du bist eine kleine Katze, du wirst niemals so stark sein wie andere. Du musst taktisch kämpfen. Und für Taktik muss man alles im Blick haben. Man muss bei sich sein, aber auch bei den anderen. Verstehst du?“, miaute er mit neutraler Stimme. Das war selten, dass keine Verachtung mitklang. Aber er verachtete seine Tochter ja auch nicht. Er liebte sie. Und liebend gern würde er ihr sagen, wer er war. Aber er konnte nicht. Sie würde ihn fragen, warum er es für sich behalten hatte, warum er nie in Erscheinung getreten war, wenn sie Probleme gehabt hatte. Was sollte er sagen? Er konnte mit Jungen nichts anfangen?! Dem war so, aber das war keine Ausrede. Er hatte keine guten Gründen, sich ihr verschwiegen zu haben. Und wahrscheinlich würde er die auch niemals haben. Damals hatte er gezögert, sich zu Sommer zu bekennen. Und das war es, was ihn bis heute verfolgte. Dass er nichts gesagt hatte, nicht bei ihr gewesen war. Eine Schande war es, dass sie so hatte sterben müssen, denn er hatte sie geliebt. Wirklich aufrichtig geliebt.
Er sah Silberpfote an. Sie war ihr so ähnlich... „Du bist ihr ähnlich“, miaute er leise, ehe er darüber nachdenken konnte. Es war ein schrecklicher Fehler und am liebsten hätte er die Worte zurück in seinen Mund gestopft, doch so einfach war das nicht. Er musste ihr wahrscheinlich etwas erklären...auch wenn er sich fürchtete.



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BeitragThema: Re: Der Dachsbaum!   Fr 27 Jan - 23:23

Silberpfote saß da und versuchte, dem Wald zu lauschen, die Wut in ihrem Magen zurückzudrängen, damit sie nicht an die Oberfläche drängte und sie unterwarf. Der Wind raschelte in den Ästen und sie zitterte ein wenig, so sehr wühlte das Geschehene sie auf. Vielleicht fror sie auch, aber ihr Körper fühlte sich fremd an, nicht wie ein Teil von ihr sondern mehr wie ein Baugefährte, der schlafend vor ihr lag und nichts bemerkte. Die Kätzin blickte auf sich herab und erkannte nichts in dem kleinen Mädchen, das die Unschuld verloren hatte. Sie war ihr nicht einmal geraubt worden, denn sie hatte nicht nein gesagt. Sie hätte etwas sagen müssen. Warum hatte sie es nicht getan? War sie wirklich so erbärmlich?
Ja, offensichtlich, sonst hätte sie sich geweht wie jede anständige Kriegerin, doch als eine solche durfte sie sich offensichtlich noch lange nicht bezeichnen, vielleicht nie.
Ihr Mentor sprach zu ihr und sie Silberfarbene hörte ihm ruhig zu. Vielleicht war die Stille doch ganz gut gewesen, denn der Zorn flaute allmählich ab. Stattdessen fühlte sie sich leer und alleine, gefangen in dem Meer aus Gefühlen, die sie nicht verstand und die sie nicht mehr zu erfüllen vermochten. Würde das wieder weggehen? Ja, sagte eine leise, freundliche Stimme dicht an ihrem Ohr.
"Ich verstehe," miaute sie zaghaft. Es klang einleuchtend, dass sie ihre mangelnde Stärke durch Geschick und Vorausdenken kompensieren musste, aber sie hörte noch immer nicht mehr als zu Beginn und es fühlte sich noch immer an wie eine Strafe für schlechtes Betragen, auch wenn der alte Kater ausnahmsweise nicht unfreundlich klang. Hatte er Mitleid? Das wollte sie nicht.
Was wollte sie überhaupt? Eigentlich gar nichts und das war schon zu viel. Um sich eine Diskussion zu ersparen fügte sie sich und verharrte weiterhin still, wartend, dass ihr Moment kommen würde, um etwas wahrzunehmen, das neu war.
Und der Moment kam, wenn auch anders als gedacht. Es war Dornenpfeils Stimme. Sie war ihr ähnlich. Wem? Ein Hauch Neugier regte sich in ihr wie ein Neugeborenes in einem frischen Nest aus Moos, das nichts sieht und hört und trotzdem alles wissen möchte.
"Wovon sprichst du?", stolperte es über ihre blassen, fast weißen Lippen, ehe die Zunge die Worte bremsen und zurückhalten wollte. Einen kurzen Moment lang waren ihre Augen klar und der Blick ungetrübt. Sie schien zu spüren, dass das von Bedeutung war, auch wenn sie sich so tot fühlte wie in diesem Moment.
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BeitragThema: Re: Der Dachsbaum!   Fr 17 Feb - 10:23

Dornenpfeil ahnte, dass Silberpfote sich grämte, sich vielleicht gar schämte – nun, eigentlich war es wahrscheinlich, dass sie das tat. Er selbst war nicht gut in Gefühlsdingen, nicht gut darin, Gespräche über Gefühle zu führen, denn er verstand sie nicht. Und er wollte sie auch gar nicht verstehen, diese seltsamen Konstrukte...das einzige Gefühl, für das er sich nie hatte schämen können, war die Liebe. Und es überraschte ihn selbst, denn diese hatte er immer für sich behalten. Nur eine einzige Kätzin hatte jemals in sein Innerstes geblickt, und diese Kätzin war nun schon seit geraumer Zeit tot. Silberpfote würde bald Kriegerin, davon war er überzeugt. Sie war talentiert und eigentlich recht geschickt, aber emotional musste sie lernen, sich abzuschotten. Denn er fürchtete, dass sie im Kampf leicht manipulierbar sei, durch Äußerungen, die ihre Unsicherheit steigerten, die ihre Konzentration raubten. Gut wäre das nun wirklich nicht, aber was sollte er selbst dagegen unternehmen? Er könnte ihr den Rücken stärken, all sowas, aber dazu war er einfach nicht der richtige Kater.
Auf seine Worte hin, meinte sie, dass sie verstünde, aber er war sich nicht ganz sicher, ob sie die Tragweite seiner Worte verstand. Eigentlich war sie gescheit, also würde sie es schon verstehen, spätestens, wenn sie das erste Mal wirklich kämpfte. Und mehr konnte er im Augenblick auch nicht an ihrem Verständnis arbeiten, also musste er es erst mal ruhen lassen. Vielleicht sickerte es ja in ihren Kopf und sie verstand es wirklich. Er wusste zu wenig über sie. Zwar einiges, aber zu wenig. Sie war seine Tochter! Er war für sie verantwortlich! Auch, wenn niemand davon wusste...das war ihm gleich. Er fühlte sich verantwortlich und hasste sich dafür, die Sache mit Opalkralle nicht rechtzeitig gesehen und bereinigt zu haben. Denn Opalkralle war jemand, der Respekt vor ihm hatte. Er hätte nur sehr, sehr deutlich werden müssen und der helle Krieger hätte Silberpfote niemals angerührt. Dornenpfeil biss sich auf die Zunge, um wieder runterzukommen, und als er Blut schmeckte, spürte er die gewünschte Reaktion. Er wurde wieder ruhiger, seine Gedanken gefasster. Und dann wurde er unbedacht und sagte, was er besser niemals gesagt hätte. Doch Silberpfote hatte ihn gehört und die Worte standen nun im Raum, ließen sich nicht mehr aus der Welt schaffen. „Deiner Mutter. Sommer und du, ihr seid euch ähnlich. Sie war...naiv, freundlich. Sie hatte ihr Herz am rechten Fleck. Und die Art, wie du dich bewegst, es gleicht ihr.“ Er hatte zu viel gesagt, zu viel Gefühl war da gewesen, zu wenig Eis. Er hatte sich verraten. „Lass uns zurück ins Lager gehen, für heute haben wir genug gemacht“, miaute er dann mit belegter, aber fester Stimme und machte sich direkt auf den Weg, wartete keine Reaktion ab, denn er hätte sie vermutlich nicht ertragen...
gt: Lager



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BeitragThema: Re: Der Dachsbaum!   Sa 25 Feb - 23:13

Silberpfote klappte der Kinnladen nach unten, sie verstand nicht. Sie hörte die Worte ohne sie zu verstehen und es dauerte einige Herzschläge, bis deren Bedeutung zu ihr durchsickerte wie Wasser durch poröses Gestein. Einen Moment lang atmete sie nicht und sie hatte das Gefühl, alles um sie herum musste ebenso stillstehen wie das Blut, das ihr in den Adern (ich höre gerade meinen Biolehrer. Arterien und Venen, aber das klingt echt miserabel.) gefroren zu sein schien. Auf einmal fröstelte sie trotz der angenehmen Temperaturen. War ein Schatten über sie gefallen?
Dann wurde ihr plötzlich heiß, denn allmählich drang zu ihr durch, was das bedeutete. Sie ähnelte ihrer Mutter. Charakterlich und in ihrer Art sich zu bewegen. Es war faszinierend, das zu hören, schön und traurig zugleich, denn das war einer der wenigen Momente, in denen es unumgänglich war, sie nicht zu vermissen, obwohl sie sie nie gekannt hatte. Wie funktionierte das?
Es war jedoch einfach natürlich, Familie zu haben. Man wusste, wie sich das anzufühlen hatte, brauchte es nicht erlebt zu haben. Fühlten sich Blinde so? War es so - nie gesehen zu haben, aber zu wissen, dass es bei anderen Katzen angeblich funktionierte und sogar überlebenswichtig war? Vielleicht war sie das - blind für Beziehungen. Das würde erklären, warum sie Mondsturms Liebe nicht einmal bemerkte und wieso sie nicht mitbekommen hatte, dass die einzige Katze, die ihre Mutter offensichtlich gekannt hatte, direkt vor ihrer Nase saß. "Was...?", brachte sie hervor, aber er war schon fast verschwunden. Bestimmt würde er ihre stimmlose, unvollendete Frage nicht hören. "Woher...?" Dennoch, auch wenn sie keine Antwort bekommen würde, musste sie es sagen, um sich daran festhalten zu können.
Es gab auch nicht viele Möglichkeiten, eine war die, die in ihrem Kopf die lauteste war, doch die Kätzin drängte sie in den Hintergrund, so absurd klang es in ihren puscheligen Ohren. Nein, sie sahen einander doch nicht ähnlich. Nein, Dornenpfeil wäre zu einer solchen Beziehung nie in der Lage gewesen. Nein, nein, nein.
Und dennoch, der Ton, den der Kater getroffen hatte... Er schien sie gemocht zu haben, vielleicht sogar geliebt, denn sonst wäre er nie vor ihr geflüchtet. Genau das war sein Abgang gewesen: eine hastige Flucht, der sie nur mit den weit aufgerissenen Augen folgen durfte. Er würde nicht mehr sagen, das war klar, aber ihre Pfoten brannten. Unschlüssig richtete sie sich zu voller, aber nicht besonders herausragender Größe auf und trat von einem Bein auf das andere. In einem Busch raschelte ein Vogel und es erschien ihr als sinnvoll, sich bei der Jagd abzuregen. Wollte ihr Mentor das nicht sogar- dass sie auf die Geräusche des Waldes hörte und sie zu ihren Freunden machte? Wer sagte, dass sie dazu stillsitzen musste? So viel Selbstbeherrschung hätte die junge Schülerin auch kaum besessen. Sie pirschte sich fast lautlos an ihr Opfer an und machte das fiepende, junge Ding mit einem Hauch von Bedauern zu Frischbeute, die mindestens einen Magen füllen würde. Sie hatten keine Wahl. Verhungern oder töten. Wo gingen Vögel hin, wenn sie starben? In den SternenClan sicher nicht, aber es wäre ungerecht, wenn sie ganz weg wären.
Wo gingen Streuner hin? Wurden sie Sterne oder verschwanden sie dorthin, wo auch die Seelen der Vögel ruhten? Oder sie waren einfach weg. Vielleicht gab es diesen ominösen SternenClan ebenso wenig wie das, was Dornenpfeil in ihrem Kopf wurde.
Wahrscheinlich sogar. Wahrscheinlich war beides total dämlich. Sie musste endlich erwachsen werden... Aber das war sie nicht. Und gerade wollte sie auch nicht wütend sein, denn dafür war viel zu viel Verwirrung in ihr, die tobte wie ein Gewitter im Sommer. Alle Gefühle blitzten auf und wechselten sich ab, aber bis auf den Wind schien nichts zu bleiben. Dornenpfeils Worte vermengten sich mit denen von Opalkralle und sie fühlte sich einsam wie noch nie.
Hoffentlich würde es bald regnen, denn nach dem Regen kam die Ruhe. Es würde nicht regnen.
Sie musste mit jemandem sprechen, wenigstens ein bisschen Frieden finden an einem sicheren Hafen.
Ihre kleinen Pfoten trugen Silberpfote ins Lager zurück, heim an den Ort, an den sie zu gehören schien.
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