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 Lager des SchattenClans

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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   Mo 30 Apr - 2:21

Schwerer Donnerschlag begleitet Nebelfeder, als sie das Lager verlässt. Kurz hinter dem Lagerausgang stürzt ein Baum zu Boden und trifft die Kriegerin beinahe. Die Äste streifen noch ihr Fell, als sie im letzten Moment ausweicht.
Der Baum ragt ins Lager hinein, hat aber niemanden ernstlich verletzt und nur die Lagerumrandung durchbrochen.
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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   Mo 30 Apr - 10:09

Sprenkelpelz
Er ahnte nicht, dass die Kriegerin sich schämte... wie sollte er auch? In seinen Augen hatte sie überhaupt keinen Grund dazu! Sie hatte ja nichts getan, was ein solches Gefühl hervorrufen könnte.
Eigentlich war eher er derjenige, der sich in Grund und Boden schämen sollte... Er zeigte sich der Kätzin gegenüber scheinbar nicht unbedingt von seiner besten Seite... sonst würde sie ihn ja nicht ständig anschreien oder davon laufen...
Vielleicht hatte sie aber auch einfach nur die Nase voll von ihm? Das sie einfach genervt von seiner ständigen Gegenwart wäre? Mäusedreck... Warum hatte er darüber nicht nachgedacht, bevor er ihr wieder hinterher gerannt war? Er war wirklich ein Bienenhirn...
Er konnte nicht ahnen, dass ihre Gefühle tatsächlich in eine ganz andere Richtung gingen. Wer hätte auch gedacht, dass sich die hübsche Schattenclan-Kriegerin, die ihn während ihrer gemeinsamen Schülerzeit fast durchgängig geärgert und beleidigt hatte, ausgerechnet in Sprenkelpelz verliebte. Er jedenfalls nicht.
Deshalb stand er nun hilflos vor ihrem Nest und wartete darauf, dass sie ihr merkwürdiges Verhalten erklärte. Er wollte ihr helfen, wusste aber nicht wie oder was er tun könnte. Die ganze Situation überforderte ihn sichtlich.
Selbst auf seine Frage ob sie krank wäre... ob er sie wärmen solle... kam keine Antwort. Sie sah ihn einfach nur mit ihren großen, grünen Augen an, öffnete und schloss den Mund wie ein Fisch. Er sah förmlich die Gedanken, die durch ihren hübschen Kopf schossen, aber nicht einen davon sprach sie aus. Verschwieg vor ihm, was sie beschäftigte – und er musste zugeben, dass ihn das ziemlich kränkte. Er wollte für sie da sein und ihr ihre Sorgen abnehmen... dies konnte er aber nicht, wenn sie nicht mit ihm sprach! Warum war dies alles nur so kompliziert? Er ahnte nicht, dass Nebelfeder einfach nur genauso unsicher hinsichtlich ihrer Gefühle war, wie er selbst.
Seine Ohren zuckten, als die Kätzin zu sprechen begann. Zwar kam noch nicht besonders viel aus ihrem Mund, aber dies konnte ja noch werden. Erwartungsvoll blickte er sie an. Doch sie sprach nicht weiter, ihr Blick wanderte unstet durch den Bau und blieb dann auf einem Punkt hinter ihm hängen. Ihr Gesicht nahm einen merkwürdigen Ausdruck an, wüsste er es nicht besser, so hätte er ihn als eine Mischung aus Verlegenheit und Panik gewertet. Nur wieso?
Er wandte den Kopf und erblickte Lorbeerschatten, die sich nun an ihnen vorbei bewegte und in ihrem Nest verschwand. Aber was für einen Grund konnte Nebelfeder haben, sich daran zu stören? Heute legte sie tatsächlich ein äußerst merkwürdiges Verhalten an den Tag. Seine Augen folgten Lorbeerschatten, die die beiden Katzen mit einem Blick betrachtete, als würde sie ihnen Flöhe wünschen. Was zum Sternenclan, war nur mit diesen Kätzinnen im Schattenclan los?
Sprenkelpelz richtete seinen Blick erneut auf die hellgraue Kriegerin, deren Blick fast panisch zu nennen war. Unruhig trat sie einen Schritt näher zu ihm und sein Fell begann zu kribbeln. Was zum Sternenclan war hier nur los? Er wagte nicht, sich zu bewegen und fühlte sich plötzlich wie eine Maus, die eine Katze erblickte. Der Kater spürte ihre raue Zunge, die über seine Wange fuhr. Fühlte, wie die Kätzin sich zu seinem Ohr reckte und mit kaum hörbarer Stimme flüsterte, dass sie in liebte. Sie... was? Unfähig das Gehörte zu bearbeiten, stand Sprenkelpelz wie erstarrt im Kriegernau und die Stelle, wo ihre Zunge ihn berührt hatte, brannte. Sein Kopf war wie leer gefegt und er starrte einfach nur an die Wand vor ihm. Nebelfeder jedoch rannte an ihm vorbei aus dem Bau und erst da kam Leben in ihm.
“Nebelfeder! Warte!“, rief er der Kriegerin hinterher, doch entweder hörte sie ihn nicht – oder sie wollte ihn nicht hören. Sprenkelpelz stieß einen Fluch aus und rannte ihr hinterher, sah grade noch ihre Schweifspitze, die aus dem Lager verschwand – als Donner grollte und den Boden fast zum erbeben zu bringen schien. Ein Blitz erhellte den Himmel und schlug in einen nahen Baum ein, der sich mit einem Ächzen teilte und mit einem lauten Grollen zu Boden stürzte. Dabei riss er eine Seite des Walls, welcher das Lagers umrandete, ein, ragte bedrohlich ins Lager – an der Stelle, wo er Nebelfeder zuletzt gesehen hatte. Wie in Zeitlupe sah er ihn fallen... sah seine Clan-Kamaden aus der Gefahrenzone eilen, sah die Krieger und Schüler, die an trockenen Stellen kauerten erschrocken aufspringen. Sah Finsterblick und Braunellenpfote, die sich grade in Bewegung hatten setzen wollen, sah Moorkralle, wie dieser seine Schülerin Häherpfote reflexartig aus der Gefahrenzone zog und nun mit schlammverschmierten Fell beschützend über der Kätzin kauerte.
Sprenkelpelz schrie den Namen der Krieger,in panisch, voller Angst um seine Clan-Kameradin. Er eilte näher – und sein Herz setzte einen Moment aus, voller Erleichterung. Er konnte Nebelfeder davon rennen sehen, auf die Entfernung schien sie unverletzt.
Der Krieger stand fast hilflos dort, wusste nicht, was er tun sollte. Hin und hergerissen zwischen dem Bedürfnis, Nebelfeder hinterher zu rennen – und der Pflicht, seinem Clan zu helfen.
Im Lager herrschte Panik und er selbst hatte das Gefühl, jeden Moment ebenfalls in solche auszubrechen, als er ein wütendes Fauchen hörte. Moorkralle funkelte ihn an, als wäre Sprenkelpelz schuld an dem Umsturz des Baumes. Der Krieger hatte sich inzwischen von Häherpfote entfernt und stand mit schmutzigen, in alle Richtungen abstehendes Fell in seiner Nähe. “Hohl dieses Mäusehirn zurück. Wir brauchen hier alle Pfoten!“, blaffte der getigerte Kater ihn an und deutete mit dem Schweif in die Richtung, in die Nebelfeder verschwand.
Sprenkelpelz' Fell stellte sich auf, der Kater war ihm nicht geheuer, aber in diesem Moment kam ihm der Befehl des Kriegers nur recht.
Der schwarze Krieger zögerte nicht, er nickte nur und sprang auf den Umgestürzten Baum, auf der anderen Seite wieder hinunter und folgte Nebelfeder – noch immer vollkommen überfordert von dem Liebesgeständnis der Kriegerin.

tbc Nebelfeder hinterher
Angesprochen: Nebelfeder
Erwähnt: Lorbeerschatten, Braunellenpfote, Häherpfote, Finsterblick, Moorkralle


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Zuletzt von Ares am Mo 30 Apr - 17:19 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   Mo 30 Apr - 16:38

Blutstern

Die Kätzin setzte gerade Flaumjunges beim Nest von Seidenwind ab, als ein lauter Krach durch das Lager hallte. Ihr Pelz stellte sich auf und sie starrte zum Eingang der Kinderstube. „Entschuldige mich“, miaute sie zu ihrer Schwester, ehe sie aus dem Bau lief. Rutschend blieb sie in der Lagermitte stehen, die Blutroten Augen waren geschockt aufgerissen. „Beim Sternen Clan…“, hauchte sie. Vor ihr lag ein riesiger Baum im Lager, er ragte ins Lager hinein, hatte die Lagerumrandung durchbrochen. Schnell lief sie um den Baum herum, sprang einmal hoch und schnupperte. Es schien keine Katze getroffen zu haben. Sie hörte, wie Sprenkelpelz nach Nebelfeder rief und drehte den Kopf, durch den nachlassenden Regen sah sie, wie die Kätzin weglief. Blutstern schnaubte leise und sah sich dann im Lager um. Es waren so gut wie alle da, nur….Kringelfell und Vipernzunge fehlten. Und natürlich auch Nebelfeder. Ein leises grollen kam aus ihrer Brust, sie brauchten jede Katze die sie hatten, um den Baum aus dem Lager zu bringen. Die Anführerin sprang vom Baum hinab, sie sah sich um. „Lorbeerschatten! Kobrazunge! Ihr begleitet mich auf eine Patroullie“, rief sie laut, der Ton in ihrer Stimme ließ keine Widerworte zu. Blutstern wandte sich ab und lief los, auf dem Weg kam sie an Moorkralle vorbei. „Lass niemanden das Lager verlassen. Wir holen alle zurück“, miaute sie ruhig an den Kater gewandt. Ohne eine Antwort abzuwarten, und auch ohne auf die beiden anderen Katzen zu warten. Lief sie los. Sie hatte schon eine gewisse Ahnung, wo Vipernzunge sein konnte. Sie wusste, dass der Kater nicht gerne nass wurde, also musste er wo sein, wo es trocken war. Die Anführerin kniff die Augen zusammen, als sie anfing zu laufen. Ihre Pfoten führten sie geradewegs in Richtung Zweibeinerort. Ihr Herz klopfte wild in ihrer Brust, dort waren auch ihre Jungen, aber sie würde sie wahrscheinlich nie sehen. Sie lief schneller.
--- > Kleiner Bauernhof
317


Kobrazunge

Der Kater hatte sich während des Regens in den Kriegerbau zurück gezogen. Stumm hatte der ruhige Kater die Geschehnisse im Bau beobachtet. Wie Kringelfell und ihr Sohn redeten, wie die Kätzin plötzlich aufsprang und weglief. Der Kater schnaubte. Kätzinnen. Er wandte den Blick dann auf Sprenkelpelz und Nebelfeder. Die beiden schienen zu reden, oder zu streiten. Es interessierte ihn nicht sonderlich. Als die Kätzin aus dem Bau lief, rannte ihr der Krieger hinterher. Fast zeitgleich erschütterte ein krachen das Lager, erschrocken sprang der Kater einige Schwanzlängen in seinem Nest hoch. Sein pelz stellte sich auf und er stand aufrecht in seinem Nest. Was zum Teufel war das denn gewesen?? Der Kater stürmte aus dem kriegerbau, er blieb dann aprubt stehen, als er den riesigen Baum im Lager liegen sah. Blutstern war schon dabei, alles zu inspizieren. Der helle Krieger schluckte und sah sich um, es schien niemand unter den Baum geraten zu sein, es schien auch niemand verletzt. Kobrazunge zuckte zusammen, als er die kalte Stimme seiner Anführerin hörte. „Lorbeerschatten! Kobrazunge! Ihr begleitet mich auf eine Patroullie“, rief sie laut, der Ton in ihrer Stimme ließ keine Widerworte zu. Kobrazunge schluckte hart, er sollte mit? Na toll. Der Krieger blickte zum Kriegerbau zurück. „Lorbeerschatten? Kommst du?“, miaute er krächzend. Seine Stimme war ein wenig eingerostet. Als er sich wieder umdrehte, sah er, wie Blutstern bereits loslief. Leise miaute er einen Fluch, die Anführerin war sehr stur, aber auch sehr schnell, er würde sich anstrengen müssen, um sie nicht zu verlieren. Kobrazunge sprang in großen Sätzen der Anführerin hinterher, Richtung Zweibeinerort.

--- > Kleiner Bauernhof


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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   Di 1 Mai - 19:12

Häherpfote

Vor Erleichterung wurde ihr fast schwindelig, als Häherpfote sah, dass Finsterblick und Braunellenpfote sich auf den Weg zu ihnen machten. Der Blick in den Augen ihrer Schwester gaben ihr automatisch Kraft und auf ihr Gesicht schlich sich ein kleines, erleichtertes Lächeln.
Kaum war sie da, legte sie sich auch schon gleich neben Häherpfote und die graue Kätzin hatte endlich wieder das Gefühl, frei atmen zu können. So war es schon immer gewesen.
Braunellenpfote beschützte sie, nahm ihr Angst, Schmerz und Kummer und kämpfte mit allem, was sie hatte, um ihre Schwester zu beschützen. Manchmal wünschte Häherpfote sich, sie würde auch alleine auskommen. Es war schön, sich immer auf wen verlassen zu können, doch jedes Mal, wenn sie alleine war oder mit Katzen wie Moorkralle, wurde ihr bewusst, wie schwach und hilflos sie war. Und sie war sich sicher, dass es Braunellenpfote auch so ging.
Die Berührung ihrer Schwester gab ihr ein wenig Mut und sie traute sich, ein Stück von Moorkralle weg und in ihre Richtung zu rücken, obwohl sie schon so dicht aneinander gepresst waren.
Die nächsten Ereignisse geschahen so schnell, dass Häherpfote sie kaum mitbekam. Der Sturm war schon die ganze Zeit so laut gewesen, Blitze zuckten am Himmel, Donner grollte und der Regen rauschte und sie war gerade auf Braunellenpfote fixiert gewesen, dass sie es gar nicht registrierte, als der Baum fiel.
In dem einen Moment lag sie noch friedlich neben ihrer Schwester, im nächsten packte Moorkralle sie und zog sie zur Seite. Aus den Augenwinkel sah sie, wie der Baum mit einem lauten Knacken auf dem Boden aufkam. Ganz in der Nähe von dem Platz, an dem sie gerade noch gelegen hatten.
Panik überrollte sie und für einen Moment war ihr egal, dass Moorkralle über ihr stand.
Erst als sie sich befreien wollte, um ihre Schwester zu suchen, überfiel sie Panik. Sie wandte sich unter ihm und wollte sich befreien.
Braunellenpfote!“, rief sie und betete um eine Antwort. Ihr Herz schlug schneller, ihr Atem wurde flacher und sie hatte das Gefühl, als ob Moorkralle ihr den Sauerstoff nahm.
Es war nicht wichtig, dass er sie gerade gerettet hatte und dass er sie beschützte. Ihr Kopf war so leergefegt vor Schreck, dass sie das gar nicht verstand. Das einzige, was ihr bewusst war, war die Tatsache, dass er ihr bedrohlich nah war, sie nicht weg konnte. Ihre Schwester gerade womöglich erschlagen wurde und dass sie keine Luft bekam.
„Lass mich
“, stieß sie dann schwach hervor, bereute jedoch die Worte im nächsten Moment. Wie hatte sie es wagen können. Erinnerungen blitzten vor ihrem inneren Auge auf, wie ihre Mutter wütend wurde, wenn ihre Kinder auch nur den leisesten Funken von Gegenwehr zeigten. Diese Wut, dieser Zorn. Sie würde es nie vergessen können.
Ängstlich kniff sie die Augen zusammen, auch wenn sie es hasste, vor ihrem Mentor Schwäche zu zeigen. Aber dies konnte schwer sein, wenn man einfach nicht stark war.

Erwähnt: Braunellenpfote, Moorkralle, Finsterblick, ihre Mutter
Angesprochen: Braunellenpfote, Moorkralle


Finsterblick

Finsterblick war nie mutig gewesen. Niemals heldenhaft. Er hatte stets den anderen Vortritt gelassen und sich lieber in Sicherheit gewogen.
Er war kein guter Krieger. Dessen war er sich schon immer bewusst gewesen, keine Frage, aber das er so miserabel war, das hätte er nicht gedacht.
Als er bemerkte, dass der Baum fiel, schossen ihm bestimmt ein dutzend Handlungsmöglichkeiten ein. Wegrennen. Schreien. Weinen. Beten. Erst ganz zum Schluss fiel ihm seine Schülerin ein und das, als der Stamm schon fast den Boden erreichte.
Braunellenpfote war keine schwere Kätzin. Sie wog wahrscheinlich gerade mal so viel wie ein Junges und er hätte sie locker hochheben können, aber er versuchte es gar nicht erst.
Stattdessen warf er sich a la Rammbock einfach in ihre Seite und warf sie um. Dies war wahrhaftig wegen vielen Gründen die falsche Entscheidung gewesen. Nicht nur hatten sie sich kaum ein Stück bewegt, die Wahrscheinlichkeit war hoch, dass er seiner Schülerin unnötigerweise wehgetan hatte. Immerhin war er nicht der Schlankeste und wog vermutlich mindestens das dreifache.
Es war ihr Glück, dass der Baum sie nicht erwischte, sondern ungefähr ein bis zwei Schwanzlängen entfernt von ihnen auf den Boden schlug. Ansonsten wären sie vermutlich beide nun tot.
Verlegen rappelte Finsterblick sich auf. „Ist alles okay? Habe ich dir wehgetan?“, fragte er und befürchtete das Schlimmste.
Bei dem Anblick der zerstörten Lagerumrandung setzte sein Herz einen Schlag aus.
„Ist irgendwer verletzt?“, rief er laut, wusste aber nicht, ob durch den Regen ihn überhaupt alle hören konnten. Hoffentlich war niemandem etwas passiert...
Er drehte sich um und sah erleichtert, dass auch Moorkralle und Häherpfote wohl auf waren. Obwohl die junge Schülerin offensichtlich eine Art Panikanfall hatte. Das arme Ding.
Aber Moorkralle würde sich um sie kümmern. Er war doch eh der bessere Mentor und sowieso ein viel fähigerer Krieger. Immerhin hatte er seine Schülerin in Sicherheit gebracht. Sein Schutzinstinkt funktionierte anscheinend tadellos. Was man von Finsterblicks wohl nicht sagen konnte.
Wie hatte Blutstern ihm bloß eine Schülerin geben können? Wo er doch nicht einmal auf sich selbst aufpassen konnte...

Erwähnt: Braunellenpfote, Häherpfote, Moorkralle, Blutstern
Angesprochen. Braunellenpfote, alle


Salzpfote & Malachit ^-^            
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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   Di 1 Mai - 20:50

Moorkralle
Dunkel wurde sein Blick, als Finsterblick und Braunellenpfote zu ihnen stießen. Spürte die Erleichterung Häherpfotes, als ihre Schwester sich neben sie legte, spürte die Kälte an der Stelle, wo der Körper seiner Schülerin den seinen soeben noch berührt hatte, bevor sie von ihm abrückte.
Es fiel ihm nicht leicht, sein verärgertes Fauchen zu unterdrücken. Hatte er doch das Bedürfnis, wie ein frisch ernannter Schüler aufzuspringen, wütend aufzustampfen und Finsterblick samt Schülerin anzuschreien, dass sie ihm den Spaß verdarben, ihm alles kaputt machten.
Häherpfote gehörte ihm! Nur ihm! Sie war seine Schülerin! Blutstern hatte sie ihm geschenkt. Was fiel Braunellenpfote ein, sich ständig einzumischen? Sie sabotierte seine Pläne, so würde alles nur unnötig länger dauern.
Doch nichts tat er davon, blieb einfach nur liegen und wartete darauf, dass Finsterblick irgendwas sagte. Ihm den Grund für sein Erscheinen nennen. Da Moorkralle selbst niemals grundlos etwas tat, konnte er sich weder vorstellen, noch nachvollziehen, dass es bei anderen Katzen so sein könnte. Und da er auch nicht dazu neigte, den Kontakt zu anderen zu suchen, verstand er noch weniger, dass Finsterblick der Ansicht war, dass es den beiden Schülerinnen gut tun würde.  Ganz falsch lag er damit ja nun nicht.
Die Laune des Kriegers jedenfalls war so tief gesunken, dass sie sich so schnell nicht mehr heben würde. Schuld an dieser ganzen Misere war Seidenwind. Hätte sie ihn nicht betrogen, würde er nun nicht mit einer hässlichen, unfähigen, völlig nutzlosen Schülerin gestraft... Hätte Seidenwind seine Gefühle erwidert und wäre das geworden, was das einzig richtige gewesen wäre – nämlich seine Gefährtin – dann würde Braunellenpfote sich nicht in sein Training einmischen!
Was das ganze nun mit der Königin zu tun hatte, kann wohl niemand wirklich nachvollziehen... aber alles was Moorkralle hasste, alles was ihn ärgerte und alles was ihn in Rage brachte... daran war in seinen Augen nur Seidenwind schuld. So abwegig es auch war.
Doch er hatte keine Zeit, sich länger damit zu beschäftigen... Nebelfeder stürmte aus dem Kriegerbau, an ihnen vorbei aus dem Lager. Ein Merkwürdiger Ausdruck lag auf ihrem Gesicht. Und im selben Moment, als die Kriegerin sich dem Ausgang näherte, geschahen so viele Dinge auf einmal. Denn Donner rollte über das Lager hinweg, lauter als zuvor und ein Blitz löste sich aus den wirbelden, schwarzen Wolken und fuhr hinab. Direkt in einen Baum, der dicht am Lager stand. Knirschend und brechend spaltete sich der Baum und knickte ab. Ächzend fiel er und im ersten Moment lag Moorkralle wie erstarrt da, dann kam Leben in den Krieger.
Er sprang auf die Beine und versenkte seine Zähne noch beim aufstehen in das Nackenfell seiner Schülerin. Kraftvoll zog er sie zurück und für einen kurzen Moment überlegte er, ob er Braunellenpfote einen Stoß in Richtung Baum geben sollte. Doch die Gefahr, dass Finsterblick es sehen könnte war zu groß und so begnügte sich der Kater damit, seine Schülerin in Sicherheit zu bringen. Warum genau konnte er selbst nicht sagen... aber sie gehörte nun einmal ihm. Solange, bis man sie ihm nahm – oder er genug von ihr hatte.
Um sie vor den herabfallenden Zweigen zu bewahren, warf sich Moorkralle über Häherpfote, schützte sie mit seinem Körper. Ungewöhnlich für ihn, dass dachte er in dem Moment, als er über ihr kauerte. Allerdings auch selbstsüchtig, denn als die anderen sich dem Baum näherten, stand er noch an selber Stelle. Ihm gefiel die Nähe zu Häherpfote... und noch mehr gefiel es ihm, als sie sich zu wehren begann, versuchte, ihm zu entkommen.
Er wollte seine Zähne abermals in ihren Nacken versenken und... Braunellenpfote! Die Stimme seiner Schülerin durchbrach seine Gedanken. Braunellen... was? Ein Fauchen entwich dem Krieger. Der falsche Name! Sie hatte seinen zu rufen! Nicht den ihrer erbärmlichen Schwester. Was machte sie sich sorgen um diesen nutzlosen Haufen Krähenfraß? Er war derjenige, der sie beschützte, der für sie da war!
Im Verdrehen der Tatsachen war Moorkralle wirklich unschlagbar...
Fast entging es ihm, dass Häherpfote ihre Stimme erneut hob, schwach nur, kaum zu verstehen. Hatte er sie schon einmal sprechen gehört? Er glaubte nicht. Ihre Stimme war... einzigartig. Sanft und klar wie das Zwitscher der Vögel, wenn sie die Strahlen der Sonne mit ihren Liedern begrüßten... und gleichzeitig irgendwie rau, heiser... wie ein eisiger Wind, der durch sein Fell fährt. Vermutlich, weil sie so selten einen Ton sagte. Ihre Stimme sandte Schauer durch seinen Körper, brachte sein Fell zum Kribbeln.
Er wollte mehr davon. Wollte hören, wie ihr Lachen klang... wie ihre Stimme leiser wurde, bis sie in einem Flüstern endete... wollte erfahren, wie es sich anhörte, wenn sie wütend auf ihn war... ihn neckte... provozierte... er wollte sie Schreien hören, vor Schmerz... vor Lust...
Seine Augen waren geweitet, sein Blick zeigte eine Spur des Irrsinns, welcher in ihm lauerte. Dann kam Bewegung in ihn, ein Ruck ging durch seinen Körper. Bekannte Wut verdunkelte die Grünen Augen des Katers. “Ich... soll... was?, zischte er, betonte jedes Wort. “Ich bin derjenige, der dich gerettet hat! Deine Schwester hätte dich sterben lassen. Siehst du nicht, wie sie bei Finsterblick liegt? Du bist ihr egal! Nicht wichtig. Sie spielt mit dir. Spielt dir etwas vor.“ Seine Krallen fuhren aus, versenkten sich in dem weichen, schlammigen Boden. Dann entfernte er sich von ihr, ließ sie frei.
“Aber bitte... geh zu ihr. Aber heul dich nicht bei mir aus, wenn du die Wahrheit letztendlich erkennst.“, miaute er, die Stimme ruhig, obwohl ein Sturm in ihm tobte.
Diesen musste er los werden... schnellstens.
Sein Blick flog durchs Lager, er sah Sprenkelpelz. Nebelfeders Liebchen... Oder das von Seidenwind? Wie auch immer..., dachte er, wandte sich an den Krieger. “Hol dieses Mäusehirn zurück! Wir brauchen hier alle Pfoten!“, blaffte er den jüngeren Kater an. Dieser sah ihn an, für einen Moment dachte Moorkralle, er würde ihm widersprechen, freute sich bereits auf den Kampf. Doch dann nickte der schwarze Kater und folgte Nebelfeder.
Er wandte sich um und sah Finsterblick. Der Krieger war wie ein Rammbock an ihm vorbei geschossen, als der Baum stürzte, mehr hat Moorkralle allerdings nicht gesehen gehabt. Und auch jetzt wurde er abgelenkt, als Blutstern sich an ihn wandte. Lass niemanden das Lager verlassen. Wir holen alle zurück, sagte die Anführerin und sprintete aus dem Lager, gefolgt von Kobrazunge. Na herrlich... jetzt hatte er die Aufsicht über diese Mäusehirne und durfte Jungen-Sitter spielen?
Er fauchte... gereizt, verärgert. “Gehört, ihr Flohpelze? Sichert den Baum, damit er nicht noch mehr Schaden anrichtet.“, fauchte der Kater und fixierte den Baum, überlegte, wie – und ob – sie ihn überhaupt aus dem Lager bekommen könnten. Seine Schülerin war für den Moment vergessen – oder in Sicherheit – wie man es betrachten wollte.

Angesprochen: Häherpfote, Sprenkelpelz, Katzen des Schattenclans
Erwähnt: Finsterblick, Braunellenpfote, Seidenwind, Nebelfeder


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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   Mi 23 Mai - 0:16

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Braunellenpfote
Schülerin von Finsterblick | 7 Monde
ERWÄHNT: Finsterblick, Moorkralle, Schlangenblick
ANGESPROCHEN: Häherpfote

Braunellenpfote war froh, sofern sie das sein konnte, als sie sich neben ihrer Schwester befand. Sie spürte deren Entspannung, wie sie ruhiger wurde. Und stärker. Es hatte ihnen schon immer geholfen. Und es würde ihnen immer helfen. Sie wusste das. Nichts in ihrem Leben hatte mehr Bedeutung als ihre Schwester. Sie würde sterben. Für eine Minute absoluten Glücks in Häherpfotes Herz.
Die Schülerin merkte, dass ihre Schwester noch näher rückte. Sie hatte sie wirklich gebraucht. Eine eisoge Wärme durchflutete Braunellenpfotes Herz. Zum einen war dort die Wärme, das tiefe Verständnis zwischen ihnen, die Liebe, die nicht mit der normaler Geschwister zu vergleichen war. Sie ging bis in den Tod und darüber hinaus. Denn Braunellenpfote wusste, dass das, was sie für Häherpfote tat, auch von ihrer Schwester getan werden würde. Doch sie konnte es nicht zulassen. Häherpfote hatte ein Leben verdient. Sie selbst...nicht. Sie diente nur dem Schutz ihrer Schwester. Gern hätte sie die Kraft gehabt, sich zwischen Moorkralle und Häherpfote zu legen. Der Kater ängstigte ihre Schwester und sie wollte sie beschützen. Doch gleichsam war in ihr selbst eine Angst vor ihm, die sie kaum überwinden konnte. Sie hatte sich nur vor Häherpfote gelegt, wenn die Mutter sie strafte. Aber sie hatte nie etwas tun können, wenn es darauf zuging. Erst die Not der Schwester gab ihr die Kraft, zu handeln. Wäre sie allein mit Moorkralle, sie würde versuchen zu fliehen. Wenn sie es gewagt hätte...
Finsterblick war ihr nicht geheuer, doch Moorkralle war noch um einiges schlimmer. Beinahe wie die eigene Mutter...und sie vermochte nichts zu tun, um Häherpfote zu helfen. Würde sie zu viel tun, würde Moorkralle sie strafen, doch täte sie nichts...sie könnte nie wieder beruhigt einschlafen. Auch wenn sie das so schon nicht tat.
Ein Donner zerriss die Luft, ein Blitz teilte den Himmel. Und im nächsten Moment brach der alte Baum neben dem Lager. Er stürzte...und mit einem Mal war alles anders. Häherpfote wurde von ihr weggerissen. Sie sprang auf, wollte zur Schwester eilen, zur Not mit ihr gemeinsam sterben, doch da traf sie etwas hart in die Seite. Einen Moment blieb der kleinen braunen Katze die Luft weg, ehe sie wieder zu sich fand. Ihr Mentor hatte sie in die Seite gerammt und hatte sie von den Beinen gerissen, stand nun über ihr wie ein Löwe vor der gerissenen Gazelle. Panik glomm in Braunellenpfote. Sie musste zu Häherpfote! Er sollte sie später schlagen! Ihre Schwester!
Der Baum war gefallen. War sie darunter begraben? Panik beflügelte ihr Herz, sie versuchte sich aufzurappeln, wild strampelte sie gegen den Schlamm an, da hörte sie die Stimme ihrer Schwester. Sie liebte diese Stimme. Und sie war bis zu diesem Moment wohl eine der wenigen, die sie gekannt hatten. Ohne sie zu hören. Auch Schlangenblick hatte sie gehört, er hatte sie beide das Sprechen gelehrt. Er hatte ihrer beider Stimmen gehört und sie immer wieder krächzen lassen, bis es nicht mehr die Laute von Raben waren, sondern die von Singvögeln. Dies hatte er betont. Er hatte ihnen ihre Namen gegeben. Nicht die Mutter...
Finsterblick sprach mit ihr, doch sie hörte es kaum. Wichtiger war ihre Schwester. „Häherpfote!“, flüsterte sie, wagte nicht die Stimme zu erheben. Eigentlich noch immer Stumm war dies ihr Schrei nach der geliebten Schwester. Jede Strafe nähme sie in Kauf, wenn Häherpfote unversehrt war! Doch es musste warten!
Endlich war sie auf den Pfoten. Schlammverschmiert stand sie nur kurz, dann hastete sie um den Baum herum, um zu ihrer Schwester zu gelangen. Diese wurde grade von Moorkralle freigegeben. Einen Moment lang schlugen zwei Herzen in ihrer Brust. Eines, das vor Dankbarkeit für die Rettung der Schwester beinahe verging, und eines, das ihn für die darauffolgenden Qualen verurteilte. Doch in diesem Moment war nichts wichtig. Nicht der Schmerz, der in ihrer Seite pochte, nicht Moorkralle. Einzig und allein Häherpfote, die unverletzt dalag, war wichtig. Mit schnellen Schritten war sie bei ihr und kuschelte sich an sie. Für andere musste es befremdlich wirken, doch die beiden Schwestern verband ein außergewöhnliches Band. Und anders als andere bedienten sie sich meist nicht der Sprache, denn die kannten sie noch nicht sehr lange. Manchmal war es als wären sie noch immer stumm...
Braunellenpfote registrierte kaum, dass sich Moorkralle abwandte. Sie sah zu ihm hin, dankbar. Für einen kurzen Blick, länger wagte sie es nicht. Dann blickte sie wieder auf die Schwester, leckte ihr die Wange. Ihr war nichts geschehen. Wäre es das doch, so hätte sich Braunellenpfote wohl auf den Donnerweg geworfen...



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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   Mi 23 Mai - 20:43

Häherpfote


Sie hatte ihren Fehler eingesehen, noch bevor Moorkralle das Maul öffnete und ihr die Worte ins Gesicht spuckte. Wie konnte sie nur so dämlich sein und es zu wagen, ihm so etwas zu sagen. Immerhin war sie nur eine dumme Schülerin, die keine Ahnung vom Leben im Clan und außerhalb der Kinderstube hatte. Ja, ihr Mentor hatte sie gerettet. Es wäre ihre Pflicht gewesen, sich ihm dankbar zu zeigen, doch stattdessen hatte sie sich gegen ihn gewehrt. Seine Wut war berechtigt. Doch was hätte sie tun können? Er war ihr so nah gewesen, so furchtbar furchtbar nah. Warum konnte er das nicht verstehen?
Mit großen Augen sah sie ihn an, erfüllt von Angst, aber auch von Reue. Erst nach und nach wurde ihr bewusst, was er da gerade von sich gab. Diese plötzliche Wut hatte sie abgelenkt, doch nun lag sie da und nahm fassungslos seine Worte auf. Was sollte das bedeuten? Braunellenpfote hätte sie niemals sterben lassen. Sie wandte ihren Blick ab, sah zu ihrer Schwester. Es war unmöglich, dass sie ihr was vorspielt. Immerhin hatten sie sich nur gegenseitig, warum also sollte sie sich gegeneinander wenden? Das machte einfach keinen Sinn!
Ihr Herz pochte schnell und sie schüttelte leicht den Kopf.
Nein“, hauchte sie dann, so leise, dass sie sich nicht sicher war, ob wirklich ein Ton dabei herauskam. Im nächsten Moment zuckte sie erschrocken zusammen, als Moorkralle sich ruckartig bewegte. Doch, dem SternenClan sei Dank, ließ er nur von ihr ab und entfernte sich. Einen Moment lang blieb sie noch schwer atmend liegen, verwirrt und irgendwie...gekränkt. Sie verstand noch immer nicht, warum Moorkralle so etwas sagen würde. Aber sie war nicht wütend auf ihn, obwohl dies vermutlich die einzige sinnvolle Reaktion darauf wäre.
Offensichtlich war der Kater noch nicht mit seinen Hassreden am Ende. Er forderte sie auf, zu ihrer Schwester zu gehen. Und dass sie sich am Ende nicht an ihn wenden solle, wenn sie die Wahrheit erführe. Dabei waren das doch nur Lügen! Wenn Moorkralle sich nur Zeit nehmen würde, um Braunellenpfote kennenzulernen, dann wüsste er, was für eine gute Seele sie war. Leider war er nicht diese Art von Kater, die ihre Fehler einsahen, dessen war sie sich sicher.
Häherpfote wusste, dass sie irgendetwas tun musste, um seine Wut zu lindern. Momentan schützte der Sturm und der Regen sie vor Training, aber sobald dieser vorbei sein würde...sie wollte und konnte sich nicht vorstellen, wie der Kater sie dann behandeln würde. Wo es doch bereits jetzt eine Qual war.
Es tut mir Leid“, miaute sie also schwach, mit zitternder Stimme. Hoffentlich würde ihn das etwas milder stimmen. Eigentlich hatte sie sich auch noch bedanken wollen, aber die Worte blieben ihr in der Kehle stecken, weshalb sie nur zu Boden blickte. In dem Moment bemerkte sie ihre Schwester, die eilig auf sie zugelaufen kam. Ihre Augen leuchteten auf und automatisch fiel ihr ein Stein vom Herzen. Die Zunge von Braunellenpfote fuhr ihr über die Wange und Häherpfote fing tatsächlich an zu schnurren. Das leise Vibrieren ihrer Brust war kaum zu bemerken, aber es war unverkennbar da und sie konnte es auch nicht verhindern. Für einen kurzen Augenblick hatte sie schon befürchtet, es könnte vorbei sein. Was würde geschehen, wenn sie mit einem Mal alleine wäre? Wie sollte sie dann weiterleben? Ein Schaudern fuhr durch ihren Körper und sie presste ihre Nase gegen die Seite ihrer Schwester, so wie sie es früher immer getan hatte, wenn sie das Gesicht vor der Welt und vor der Mutter verschließen wollte.


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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   Mi 23 Mai - 20:45

Kleiner Bauernhof < ---

Blutstern

Die schwarze Kätzin überholte knapp vor dem Lager den Krieger Vipernzunge. Sie hielt den Kopf hoch erhoben, aber der Schweif schleifte kraftlos am Boden. Ihr Pelz klebte an ihrem Körper, alles an ihr war pitschnass. Ihr war mittlerweile alles egal. Ihre Augen waren trüb, kälte beherrschte ihre Seele. Die Anführerin sprang auf den nassen Baum, der in das Lager gestürzt war, und lief auf ihm in das Lager. Ihr war egal, ob sie ausrutschen würde. Egal, ob sie sich verletzen würde. Sie konnte auch vom Blitz getroffen werden, es war ihr einfach egal. Es interessierte sie keinen Fuchsdreck. Die Anführerin sprang von einer niedrigen Stelle des Baumes hinab, sie sah sich um und entdeckte Moorkralle, wie er den Katzen zurief, dass sie etwas tun sollten. Den Baum sichern. Blutstern lief zu dem Kater. „Komm mit, wir brauchen einen Plan“, miaute sie kalt, gefühlslos. Die Anführerin trabte zu einer halbwegs trockenen Stelle, dort setzte sie sich und legte ihren Schweif über ihre Pfoten. Unablässig schnippte sie mit den Ohren, da sie die Wasser Tropfen auf diesen störte. Als Moorkralle schließlich bei ihr war, sah sie ihn ohne jegliche Gefühlsregung an. „Wir benötigen einen Plan, der Baum muss aus dem Lager. Die kleineren Äste müssen ab und aus dem Lager geschafft werden. Wenn wieder alles trocken ist, können wir sie als Schutz für die Baue verwenden“, miaute sie ruhig. Sie betrachtete den großen Stamm. Er wies keinerlei Sichtbare Löcher auf, vielleicht waren diese einfach nur von Ästen verdreckt. Denn in Löchern könnten sie Vorräte verstecken, sei es Frischbeute oder Kräuter für Schlangenblick. Abwartend sah sie dann wieder den Krieger an. Sie konnte dies nicht alleine entscheiden, nicht alleine handeln. Sie brauchte dafür Hilfe. Das gestand sich auch Blutstern ein. Unter ihrem Schweif fuhr sie die Krallen ein und aus, knetete den Nassen Boden.


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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   So 27 Mai - 19:17

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Seidenwind
Königin | Schwester von Blutstern, Mutter von Dorn, Ziehmutter von Flaumjunges, Schattenjunges und Federjunges, verliebt in Moorkralle | 2 Jahre 6 Monde
ERWÄHNT: Blutstern, Moorkralle, Sprenkelpelz, Schlangenblick, Rosenjunges
ANGESPROCHEN: Schattenjunges, Federjunges, Flaumjunges

Der Sturm tobte noch immer und Seidenwind wurde es langsam mulmig zu Mute. Aber sie durfte jetzt nicht anfangen, sich verrückt zu machen. Das half niemandem weiter. Liebevoll betrachtete sie ihre beiden Ziehjungen. Ihre kleinen Streuner. Wann auch immer jemand sie für ihre Herkunft ausgrenzte, brach es Seidenwind das Herz. Niemand suchte sich aus als was er geboren wurde. Es ging darum, wie man mit der Welt umging, wie man sich verhielt. Und auf Schattenjunges konnte sie sehr stolz sein. Der kleine Kater machte sich ausgesprochen gut, er hielt sich an die Regeln und war keine dieser oberflächigen Katzen. Allerdings hatte er da auch einfach die falsche Ziehmutter für. Sie wusste, dass sie keine Schönheit war. Und ihr Rasseln machte nichts besser, gar nichts. Es schreckte die meisten ab. Sie hatte sogar Junge im Heilerbau erlebt, die über sie lachten, während sie in einem Zustand zwischen Leben und Tod gefangen war. Schlangenblick hatte sie ordentlich zurechtgestutzt.
Gedankenverloren strich sie mit ihrer Zunge über das verdreckte Fell von Federjunges, liebevoll und sorgfältig reinigte sie das kleine Geschöpf, das bereits einen festen Platz in ihrem großen Herzen gefunden hatte. Hätte sie die Gedanken ihres Sohnes gekannt, sie hätte vor Freude geweint. Dass er sie als seine wahre Mutter bezeichnete...sie selbst bezeichnete alle Jungen, die an ihrem Bauch waren, stets als ihre Kinder. Was sie aber nicht daran hinderte, ihnen von ihren Eltern zu erzählen. Wenn sie es durfte. Wie gern hätte sie Flaumjunges von den Heldentaten ihrer Mutter berichtet. Doch sie konnte nicht, es ging nicht. Der Clan sollte nicht wissen, dass Blutstern Junge hatte. Auch wenn nur eines davon im Clan lebte, so könnte man denken, dass ihr Urteilsvermögen dadurch beeinträchtigt war. Seidenwind glaubte das nicht, aber sie war nur eine Katze. Dort draußen waren noch einige andere Krieger...unwillkürlich kam Moorkralle ihr in den Sinn.
Sternenclan sei Dank riss Federjunges sie mit ihrer Frage aus ihren Gedanken. Über Moorkralle nachzuenken war nichts, was eine positive Stimmung hinterließ. Nur Schmerz...
Ja, meine Liebe. Aber so ein Gewitter tut uns eigentlich nicht weh. Solange wir vorsichtig sind ist es nur laut. Aber hier im Bau bleiben wir trocken und uns passiert nichts“, miaute sie sanft. Und hoffte, dass es stimmte. Immerhin konnten bei einem solchen Sturm wie dem da draußen dicke Bäume umknicken wie Grashalme. In der Nähe stand einer dieser Bäume, eine alte Eiche. Ein wirklich schöner Baum, doch wenn der Regen die Wurzeln umspülte oder ein Blitz vom Himmel zuckte...
Blutstern trat ein und Seidenwind bat sie, Flaumjunges zu holen. Sie wollte beiden die Möglichkeit geben, einen Moment allein zu sein...und ihr Vorschlag, Blutstern könne eine Geschichte erzählen, zielte auch auf die Verbesserung der Beziehung der beiden ab. Im Clan wussten nur drei Katzen von Flaumjunges. Von ihrer Herkunft. Schlangenblick, Blutstern und sie selbst. Und noch immer war in ihr die Ungewissheit, ob sie es Flaumjunges eines Tages sagen sollten. Doch das würde die Welt für dieses kleine Geschöpf völlig verändern. Und Seidenwind war es lieber, sie selbst log und litt darunter als dass ihr kleines Baby dies tun müsste. Alle anzulügen war verdammt schwer und schmerzhaft. Sie tat es nicht gern...und wenn sie sich vorstellte wie schlimm es erst für ihre Schwester sein müsste...das war schrecklich. Ein Gefährte außerhalb, von dessen Liebe Seidenwind absolut überzeugt war. Sie hatte diesen Kater kennengelernt. Gutaussehend, ruhig, freundlich. Vernünftig und nicht oberflächlig. Etwas, was in diesen Zeiten selten zu bekommen war. Treu war er auch, das hatte sie in seinen Augen gesehen. Diese Liebe war echt. Sie wusste das...hätte sie es nur schon früher gewusst...
Blutstern kam mit Flaumjunges im Maul zurück. Ihre Schwester war nass und die Pfoten waren schlammverschmiert...doch Flaumjunges übertraf das bei weitem! Sie war über und über mit Schlamm verschmiert, ihr größtenteils weißes Fell war nun einheitlich braun...Seidenwind seufzte. Gerade hatte sie aus Federjunges ein sauberes Kätzchen gemacht und nun würde Flaumjunges beinahe genauso lang dauern. Gerade wollte sie Blutstern fragen, ob sie das machen wollte. Doch ihre Schwester meinte nur, dass sie gehen würde. Schon war sie verschwunden. Verletzt sah Seidenwind ihr hinterher. Mochte ihre Schwester sie denn nicht mehr? Sie seufzte und schüttelte den Kopf. Ihre Schwester war Anführerin. Vielleicht war etwas wichtiges...doch heute war Blutstern anders gewesen. Als wäre etwas passiert. Deswegen hatte Seidenwind ja vorgeschlagen, den Jungen eine Geschichte zu erzählen, damit sie einschliefen...
Einige Augenblicke lang war es still in der Kinderstube. Einzig zu hören das Rasseln von Seidenwinds Kehle. Es dauerte einen Moment, ehe Seidenwind sich aus ihren Gedanken reißen konnte. „Komm her, Flaumjunges. So schmutzig kommst du nicht ins Nest, meine Kleine“, miaute sie und erhob sich vorsichtig, um der Tochter entgegen zu gehen. Sie platzierte sich neben dem Nest, um Federjunges und Schattenjunges dennoch nah bei sich zu haben. „Und wenn du sauber bist kannst du deine neue Schwester begrüßen. Das ist Federjunges. Donnerblut hat sie gefunden. Sie gehört jetzt zu uns.“, miaute sie an Flaumjunges gewandt. Dann sah sie zu Federjunges. „Das hier ist Flaumjunges. Sie ist wie du ein Streunerjunges. Aber sie kam direkt nach ihrer Geburt zu mir“, schnurrte sie rasselnd. Ihre Stimme war sanft, doch meist übertönte das Rasseln alles. Für Katzen, die sie nicht so gut kannten, war es dann schwer, eine emotionale Regung zu erkennen. Nun war es Flaumjunges, der sie liebevoll das Fell reinigte. „War es schön draußen? Ich hoffe doch, das Sprenkelpelz gut auf dich achtgegeben hat“, miaute sie leise. Sie wollte einfach nicht nachdenken. Doch wenn sie ihre Jungen pflegte, dann geschah das meist ganz von allein. Und an den Kater, der sich immer in ihre Gedanken schob, wollte sie nicht denken. Niemand fügte sich selbst absichtlich Schmerzen zu...zumindest war Seidenwind der felsenfesten Überzeugung.
Plötzlich hörte sie einen lauten Schlag wie sie ihn noch nie gehört hatte. Ein Ächzen und Stöhnen, dann ein dumpfer Aufschlag, der den Boden erschütterte. Seidenwind hatte sich instinktiv über die drei Jungen geworfen, um sie zu schützen. Doch es waren nur kleine Äste, die vom Dach der Kinderstube herunterrieselten. Und das hörte auch nach einigen Augenblicken auf. Sie sah auf die drei Jungen. „Geht es euch gut? Ist jemand verletzt?“, fragte sie besorgt. Doch alle drei waren wohlauf. Erleichtert setzte Seidenwind sich hin. Sie betrachtete Flaumjunges, die nun wenigstens beinahe sauber war. „Legt euch drei ins Nest. Ich geh schnell schauen, was passiert ist und ob jemand verletzt ist“, miaute sie nun wieder ruhig. Zumindest nach außen hin hatte sie sich gefangen. Innerlich war die Angst, ob es Blutstern gut ging, ob Sprenkelpelz oder Schlangenblick etwas geschehen war....und was mit Moorkralle war. Dem Kater, dem sie ihr Leben geschenkt hätte und es noch immer tun würde. Trotz allem, was er ihr angetan hatte. Der Kater, für den ihr Herz noch immer schlug...
Sie leckte jedem ihrer Jungen einmal über die Ohren. Sie würde die Kinderstube nicht ganz verlassen. Zu groß war die Angst, erneut ein Junges zu verlieren. Noch immer hatte sie sich nicht verziehen, dass Dornenjunges, der nun gemeinhin Dorn genannt wurde, aus der Kinderstube verschwunden war. Es war ohne Frage ihre Schuld, dass er nun der gefürchtetste Mörder im Wald war. Doch in der letzten Zeit war es ruhig um ihn geworden. Schon lange hatte keiner mehr von einem Mord berichtet. Und auch wenn sie das freute, war in ihr auch die Sorge um ihren Sohn. Sie war sicher, dass er ein ausgezeichneter Krieger hätte werden können. Trotz seines Vaters...erneut kamen die Gedanken hoch. Gedanken, die sie einfach nicht denken wollte!
Die Königin schaute aus dem Bau heraus und konnte Blutstern noch aus dem Lager laufen sehen. Kurz darauf verschwand Sprenkelpelz ebenfalls. Schlangenblick hatte sich vor seinem Bau eingefunden und schnell erkannt, dass keiner ernsthaft verletzt war. Seidenwind hatte gehört, dass er derzeit noch um Herzfeuers Leben kämpfte. Vermutlich verschwand er deshalb wieder in seinem Bau. Doch all die Katzen, die ihr Herz umfassten...sie alle wurden von einem überstrahlt. Nass stand er da, gab grade Häherpfote frei. Seidenwind musste schlucken. Die Nässe betonte seinen muskulösen und attraktiven Körper, das gestreifte Fell klebte an ihm und seine Wildheit war einfach nur anziehend. Trotz dessen war er es, der die anderen dazu brachte, Maßnahmen zu ergreifen. Seidenwind vermied es stets, an ihn zu denken, doch ihre Gefühle waren nicht weniger geworden. Noch immer schlug ihr Herz schneller, wenn sie ihn sah, ihr Kopf setzte völlig aus und in ihren Träumen fand er noch immer Platz. Wie oft sie sich doch wünschte, damals ihren Mentor versetzt zu haben. Dann wäre sie jetzt an seiner Seite, glücklich und zufrieden. Alles wäre perfekt...sie wäre eine Kriegerin. Und vielleicht die Mutter seiner Jungen. In ihren Augen gab es keinen besseren Kater als Moorkralle. Auch wenn er ihr das Leben seitdem zur Hölle gemacht hatte...immer wieder behauptete er, dass sie ihn betrogen habe und dergleichen. Dabei war es alles ganz anders. Doch er konnte es nicht sehen. Er hasste sie dafür. Und in manchem Momenten hasste sie sich selbst nicht minder. Es war ihre Schuld...sie war es gewesen, die zu einem anderen gegangen war. Nicht freiwillig, das mochte schon sein, aber...sie hatte unter einem anderen gelegen. Nicht er war es gewesen. Und sie hätte damals schon erkennen müssen, dass sein Blick voller Liebe war. Wie der von Emmet...doch es war zu spät. Sie konnte es nicht mehr ändern. Sie konnte sich an den Schmerz, gepaart mit Wut in Moorkralles wunderschönen Augen erinnern als wäre es gestern gewesen. Dabei war es bedeutend länger her...viel zu lange. Noch immer dachte sie an jenen Tag, an dem sie verwirrt und panisch ins Lager gekommen war. Das war bei weitem der schlimmste Tag in ihrem Leben. Sie hatte so sehr gehofft, dass Moorkralle ihr nicht böse wäre, dass er sie anhörte...doch alles, was sie sagte, tat er als Lüge ab. Und es tat weh. Es tat wirklich weh. Damals war Moorkralle bereits ein sehr attraktiver Kater gewesen, viele wollten etwas von ihm...und sie hatte nicht geglaubt, dass er etwas von der pummeligen Seidenpfote wollte. Sie dachte, er war nur nett, weil sie ja Freunde waren und er wusste, dass kein anderer sie jemals toll finden würde. Sie hatte nicht richtig hingesehen. Sonst hätte sie Moorkralle mitgenommen. Doch was, wenn Herbststurm Moorkralle wehgetan hätte? Immerhin war der ein Mörder gewesen...und doch wäre Moorkralle sicherlich der Sieger gewesen. Er war stark...körperlich und geistig. Der stärkste Kater, den sie kannte. Vielleicht trübte die Liebe ihre Sicht, vielleicht auch ihr Urteilsvermögen. Sie wusste, dass Moorkralle nicht der gute Kater war, für den er sich hielt und für den auch sie ihn ausgab. Sie kannte seine dunklen Seiten...und eigentlich hätte sie mit Blutstern darüber reden müssen, damit Häherpfote einen anderen Mentor bekam. Doch sie wollte einfach glauben, dass es anders war! Dass er gut war...
Wie er jetzt im Lager stand, stattlich und stark, wie er den anderen sagte, was sie tun sollten...er war perfekt. Und sie gäbe so vieles, um doch noch an seiner Seite sein zu können. Nicht alles, denn es gab auch andere Katzen, die ihr ungemein viel bedeuteten. Die zu verletzen stand außer Frage.
Sie hörte Moorkralles Stimme und ein wohliger Schauer durchfuhr ihren Körper. Hatte ihm jemals jemand gesagt, wie gut seine Stimme klang? Sie selbst jedenfalls nicht...sie war immer zu feige gewesen, ihm zu sagen, was sie fühlte. Und dann war es zu spät gewesen. Einfach so. Weil ihr Mentor nicht dagewesen war? Oder weil sie einfach zu schwach war? Ihr Mentor hatte ja nichts dafür gekonnt...er war ja nicht dort gewesen. Sie hatte den Treffpunkt falsch verstanden. Hatte Krokospelz jedenfalls gesagt. Wobei sie das nicht glauben konnte. Sie war sich absolut sicher gewesen. Und sie hatten sich immer dort getroffen...
Der Gedanke an ihren ehemaligen Mentor brachte sie in die Realität zurück. Sie betrachtete den Baum, der einst prächtig gewesen war. Nun lag er am Boden, aufgespalten und innerlich verkohlt. So wie sie selbst...einst alle Chancen gehabt, nun am Boden.
Erleichtert, dass niemand verletzt worden war, schlüpfte sie ein Mal kurz aus der Kinderstube, um auf deren Dach zu schauen. Einer der Äste des Baumes hing darüber. Würde der Baum sich drehen, wäre der Ast schwer genug um die Kinderstube einzureißen. Doch dass dieser Koloss sich drehte hielt sie für unwahrscheinlich. Mehrere große Äste sicherten ihn zu den Seiten ab und ermöglichten ein wenig Sicherheit. Vielleicht könnte sogar jemand auf den Ast steigen, um die Kinderstube dort zu reparieren, wo er hineingefedert war. Es war der Sturz gewesen, der ihn das Dach hatte eindrücken lassen. Nun hing er ein Stück darüber. Sie überlegte, Blutstern darum zu bitten, jemanden dafür abzustellen. Doch ihre Schwester war nicht dumm und würde das sicherlich bedenken. Und vielleicht sogar so klug sein, niemanden bei dem Sturm dort rauf zu schicken. Kurz sah sie noch einmal zu Moorkralle, bewunderte ihn einen Augenblick, dann kehrte sie in die Kinderstube zurück. In der Mitte, direkt über ihrem Nest, tröpfelte es herein. Sie würden sich ein neues machen bis die Kinderstube repariert war. Sie entdeckte das Nest von Blumenschweif. Und ihr fiel Rosenjunges ein. Sie sollte sie heute aus dem Heilerbau abholen, wo sie sich in aller Ruhe von ihrer Mama hatte verabschieden dürfen. Das arme Kätzchen...erst die Geschwister, dann die Mutter. Sie war die einzige gewesen, wo die Kräuter angeschlagen hatten. Und so hatte sie überlebt. Seidenwind seufzte. Das Leben war niemals fair. „Wir bekommen heute auch noch mehr Zuwachs. Die kleine Rosenjunges gehört dann zu uns. Ihre Mama ist letzte Nacht gestorben. Sie verabschiedet sich noch in Ruhe. Ich hole sie heute Abend ab.“ Seidenwind lächelte ihre Jungen an. „Und nun sollten wir uns ein trockenes Nest suchen, unsers ist ja nicht mehr gemütlich“, schnurrte sie und sah sich um. Sobald die Kinderstube repariert war, würde sie in das Nest zurückkehren. Das war ihr Nest...dort hatte sie Sprenkelpelz kennengelernt, sie hatte ihn lieben gelernt. Nicht wie Moorkralle, das war etwas ganz anderes. Eher wie einen Sohn... Sie wählte ein Nest aus und legte sich hinein. Es war nicht ihr Nest, aber es war okay. Bequem war es schon, nur hatte sie keinerlei Erinnerungen an dieses Nest. Was nicht unbedingt schlecht war. Sie wartete, dass ihre drei Jungen sich zu ihr gesellen würden. Liebevoll betrachtete sie die Kleinen. Sie hatte alles verloren. Aber die Jungen hatten sie zurückgeholt. Ihr wieder Hoffnung gegeben...auch wenn ihr Traum sich wohl nie erfüllen würde...



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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   So 27 Mai - 19:55

Finsterblick


Es schien ein Wunder zu sein, dass niemandem im Lager etwas geschehen war und der riesige Baum bei seinem Aufprall keine Katze unter sich begraben hatte. Der SternenClan hatte sie offensichtlich also doch noch nicht verlassen. Trotzdem hatte sich Finsterblick immer noch nicht von dem Schreck erholt und sein Herz schlug gefühlt in doppelter Geschwindigkeit. Er sah Braunellenpfote davoneilen, zu ihrer Schwester. Im gemächlichem Tempo folgte er ihr, seine Beine immer noch ein wenig zittrig. Die Erleichterung stand seiner Schülerin ins Gesicht geschrieben und ihm wurde erneut bewusst, wie tief und innig diese Beziehung war. Dieses Gefühl, jemanden so sehr zu lieben, sein ganzes Herz ihm zu schenken...er bezweifelte, dass er es jemals empfinden würde. Natürlich hatte er immer mal wieder an eine Gefährtin gedacht, an eine Familie, aber es gab einfach nicht die Richtige für ihn. Deshalb hatte er sich schon vor langer Zeit damit abgefunden, alleine zu bleiben. Und das war okay. Für manche war eben ein anderer Weg vorbestimmt, als der der Liebe. Manche wurden große Krieger, die in die Geschichte eingingen. Obwohl diese Chance noch geringer war...
In dem Moment kam Blutstern zurück ins Lager, was auch höchste Zeit wurde. Sie konnte ihren Clan ja nicht noch länger alleine lassen. Als die schwarze Kätzin mit den gruseligen Augen dann meinte, sie müssten den Baum aus dem Lager schaffen, lachte Finsterblick kurz ungläubig auf. Wie sollten sie das denn schaffen? Selbst mit vereinter Kraft könnten sie ihn vermutlich nicht mal eine Schweiflänge weit bewegen. Und selbst wenn: Wo sollten sie ihn hintun? Durch den Tunnel rausmanövrieren und im Sumpf versenken?
Aber sie hatte Recht damit, dass sie zumindest die kleineren Äste bereits aus dem Lager schaffen konnten. So würden sie wenigstens einen Teil des Chaos beseitigen. Der rundliche Kater nahm vorsichtig einen dünnen Zweig ins Maul und verzog leicht das Gesicht bei dem Geschmack, der sich automatisch in seinem Mund breitmachte. Er sammelte noch ein paar weitere ein, wobei er sich eher wie ein Vogel fühlte, der dabei war sein Nest zu bauen, als wie ein Krieger, der dem Clan half. Wenn er wieder kam, würde er sich einen größeren Stock vornehmen.


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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   Mi 30 Mai - 15:02

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Moorkralle
Infos: 2 ahre, 11 Monde | Schattenclan | single | Enkel von Bilchbart und Leckermaul | hasst Seidenwind, seine einstige große Liebe
ERWÄHNT: Seidenwind, Finsterblick, Braunellenpfote, Häherpfote, Sprenkelpelz
ANGESPROCHEN: Blutstern

Es fiel ihm schwer, seine Wut im Zaum zu halten und er konnte diese auch nicht mehr verbergen. Sein Schweif peitschte durch die Luft, die ausgefahrenen Krallen waren im aufgeweichten Boden vergraben und seine grünen Augen sandten Blitze in Richtung Häherpfote.
Dabei wusste er nicht einmal, warum er überhaupt so nach dran war, seine Beherrschung endgültig zu verlieren. Warum er plötzlich so stark auf ihre Abneigung gegen seine Berührungen reagierte... dabei war er sich doch im klaren darüber, dass sie im allgemeinen Probleme damit hatte – und genau deshalb suchte er diese Nähe. Um sie zu quälen...
Doch in letzter Zeit kam es sehr häufig vor, dass sein Temperament wegen Nichtigkeiten über kochte... es reichte schon, wenn ihn jemand schief anblickte. Und grade in Bezug auf Häherpfote konnte er seine starken Reaktionen nicht erklären, denn sie war weder optisch noch charakterlich jemand, für den er sich interessieren würde. Zu jung... zu dürr... zu dumm... zu normal. Eben einfach eine total öde Katze... und auch diese Schweigsamkeit ging ihm auf die Nerven. Wenn seine Schülerin ihn ansah wie ein Karnickel... würde er ihr zu gerne die Krallen übers Gesicht ziehen, einfach, um eine andere Reaktion hervor zu rufen. Denn Häherpfote war ihm egal... Sie diente einfach als Mittel zum Zweck... damit er seinen Spaß hatte... gegen seine Langeweile... und um Seidenwind früher oder später zu verletzen.
Auch jetzt sah sie ihn wieder mit aufgerissenen Auge an und Moorkralle fauchte. Sein Fell wollte sich aufstellen, doch war es durch den Regen so schwer, dass er sich fühlte, als wäre es an seinem Körper angeklebt. Furchtbar! Seine Worte schien sie überhaupt nicht zu begreifen und es dauerte einen Moment, bis sie sich klar zu werden schien, was er soeben über Braunellenpfote gesagt hatte.
Er sah, wie sie den Kopf schüttelte und sich ihr Mund öffnete. Leise nur ertönte ihre Stimme, kaum zu verstehen. Ein einzelnes Wort...
Zufrieden stellte Moorkralle fest, dass die krasse Wirkung, die ihre Stimme zuvor noch auf ihn gehabt hatte, vollständig verflogen war. Als wäre sie niemals da gewesen. Es war einfach eine Tonfolge... nichts besonderes. Auch ihr Körper, welchen er noch unter sich gefangen hielt, sorgte für keine Reaktion, keine unliebsamen Gedanken. Es war einfach nur die Überraschung gewesen, sie sprechen zu hören... sonst nichts. Sie war eben nichts besonderes.
Der Krieger richtete sich nun auf und ignorierte das Zusammen zucken der Schülerin... was erwartete sie? Das er genau das tat, womit sie rechnete? Das wäre viel zu einfach.
Die Gedanken Häherpfotes ahnte er nicht, aber es wäre ihm auch gleichgültig. Viel eher hätte er sie belächelt, sich lustig gemacht. Braunellenpfote war genauso langweilig, wie ihre Schwester. Von den Schnurrhaaren bis hin zu den Schweifspitzen nichts besonderes... warum sollte er eine solche Katze kennen lernen wollen? Sie waren nur für eines gut... ihn zu unterhalten!
Moorkralle sah, wie eben jene Katze nun zu Häherpfote lief, doch es war ihm gleichgültig... für diesen Moment. Sollten sie einander Hoffnung geben – irgendwann würde die Realität sie einholen – oder er, je nachdem, was schneller war.
Als Blutstern ihm die Anweisung gab, während ihrer Abwesenheit die Führung zu übernehmen, war er für den Moment abgelenkt... bis eine Katze in Erscheinung trat, die schlagartig seine Aufmerksamkeit auf sich zog.
Alles um ihn herum trat durch sie in den Hintergrund. Die Hektik im Lager... das Donner über ihm... das Prasseln des Regens... die vielen Stimmen, die durcheinander schrien. Alles nur durch sie. Wie lange stand sie schon dort?
Moorkralle hatte keine Ahnung, wann er die graue Kätzin das letzte mal gesehen hatte... so selten kam es vor, dass sie sich aus der Sicherheit des Baus wagte, in dem die Königinnen ihre Jungen aufzogen. Oder vielleicht tat sie es nur, wenn er außerhalb des Lagers war? Dieser Gedanke gefiel ihm nicht... und noch weniger gefiel es ihm, dass ihr Blick auf ihm lag. Sie hatte nicht das Recht, ihn anzusehen! Sie hatte auf nichts mehr ein Anrecht, was ihn betraf... dieses hatte sie sich verspielt, als sie ihn mit irgendeinem daher gelaufenen Flohpelz betrug.
Er hatte sie geliebt... beim Sternenclan, das hatte er wirklich getan. Sie hatte ihn so akzeptiert, wie er war... hatte nicht nur seine – zugegebenermaßen unglaublich vielen – Fehler gesehen, wie es sein Großvater Bilchbart tat. Aber sie hatte ihn auch nie als perfekt angesehen, wie Leckermaul es tat. Natürlich war er dies, daran hatte er nicht die geringsten Zweifel – aber so wie seine Großmutter ihn verhätschelte, konnte es auch wieder nicht richtig sein...
Doch Seidenwind hatte ihn dazu gebracht, tatsächlich darüber nachzudenken, ob er etwas falsch gemacht hatte... war eine der wenigen gewesen, die es wagten, ihn zu kritisieren. Aber anders als bei den restlichen Katzen, war es für ihn okay, wenn sie dies tat. Vielleicht nur deshalb, weil sie ihm auch immer wieder gesagt hatte, was sie an ihm mochte.
Er hatte für sie perfekt sein wollen, eben weil sie in seinen Augen genau dies war. Ihm war es egal gewesen, dass sie als Schülerin ein paar Mäuse zu viel auf den Rippen gehabt hatte. Er könnte sich heute noch in den Hintern beißen, was er alles getan hatte, um ihr zu gefallen. Einmal hatte sie davon gesprochen, dass sie unbedingt ein Kaninchen hatte probieren wollen... Also hatte er Finsterblick dazu überredet, mit ihm auf die Jagd zu gehen... Die Grenzen ignorierend hatten sie – damals noch Schüler - auf dem Territorium des Windclans gejagt. Es endete in einer Katastrophe... Er hatte sein Tempo falsch eingeschätzt und kannte sich auf dem Gelände nicht aus, so war er bei der Verfolgungsjagd zu spät gestoppt und einen Steilen Abhang hinunter gestürzt – direkt in einen Haufen Fuchsdung... hatte Finsterblick, der ihm helfen wollte, mit sich hinab gerissen. Aber das Kaninchen hatten sie erwischt... Stinkend, Zerkratzt und mit einer verstauchten Pfote war Moorkralle zurück ins Lager gehumpelt, gestützt von seinem besten Freund, der nicht minder zerschrammt war.
Stolz war er direkt zu Seidenwind und er musste ihr zugute halten, dass sie bei seinem Gestank nicht direkt die Flucht ergriffen hatte. Das Kaninchen hatte er ihr zu Pfoten gelegt. Doch sie hatte sich nur darum gekümmert, ob es ihm gut ginge. Hatte ihn liebevoll für den Unsinn gerügt, den er angestellt hatte und ihn zum Bach gejagt, damit er den penetranten Geruch los wurde. In diesem Moment wurde er sich bewusst, dass er sie liebte.
Ob sie das Kaninchen gegessen hatte, wusste er bis heute nicht... denn als er zurück vom Bach kehrte, bekamen Finsterblick und er die Strafe ihres Lebens. Anführer, Zweiter Anführer und Heiler hatten sich versammelt und ihrer Enttäuschung Ausdruck verliehen. Zwei Monde mussten sie den Ältesten die Zecken entfernen... Moorkralle hatte schon damals nicht verstanden, was er falsch gemacht hatte...
Zudem musste er seine Ausbildung auf Eis legen, bis seine Pfote wieder geheilt war. Nicht das Schlimmste, denn Seidenwind war beinah ständig bei ihm – es sei denn, sie musste trainieren. Wie oft hatte er versucht, ihr seine Gefühle zu gestehen... doch er wusste nicht wie und versuchte deshalb, ihr durch die Blume klar zu machen, dass er sie gerne hatte – und sich vorstellen könnte, dass sie seine Gefährtin wurde.
Doch sie begriff es nicht, egal was er tat... egal was er sagte. Nun gut... vielleicht war sie einfach noch zu jung. Jedenfalls dachte er dies damals. Er selbst war inzwischen Krieger, Seidenwind jedoch war noch Schülerin gewesen.
Da es keinen anderen gegeben hatte, der ihr Interesse erregte, hatte er sich einfach gedulden wollen. Hoffte, sie würde es irgendwann raffen – oder er würde seinen Stolz überwinden und ihr seine Gefühle gestehen können.
Doch dann kehrte sie vom Training mit ihrem Mentor zurück... es war der Tag, an dem Moorkralle endlich Mut gefasst hatte und mit Finsterblicks Hilfe plante, der Kätzin eine Liebeserklärung zu machen. Tja... dazu kam es nicht mehr, denn als Seidenwind zurück kehrte, veränderte sich alles.
Jeder hatte ihn versucht klar zu machen, dass es nicht der Wille der Kätzin gewesen war... wie oft hatte sein Großvater mit ihm darüber sprechen wollen. Doch Moorkralle hatte alles abgeschmettert, was mit Seidenwind zu tun hatte.
Er hatte sie gebeten im Lager zu bleiben. Hatte sie gebeten, dass Training zu schwänzen und etwas mit ihm zu unternehmen. Doch sie hatte abgelehnt... es auf später verschoben. Nun wusste er warum... sie hatte ein Stelldichein gehabt... mit einem Fremden... mit jemanden, der nicht er war!
Moorkralle fühlte sich von ihr betrogen und mit den Monden festigte sich diese Ansicht. Er konnte nicht ertragen, dass jemand das hatte, was er hatte haben wollen – Seidenwind.
Ihre folgende Trächtigkeit war wie ein Schlag in den Magen für ihn gewesen und er hatte gefeiert, als eines der Jungen verschwand.
Moorkralle riss sich gewaltsam aus seinen Gedanken, verfluchte sich selbst. Wusste, dass er sie einfach nur angestarrt hatte. Wie lange... da hatte er keine Ahnung. Es war auch egal... Die Lautstärke um ihn herum nahm wieder zu und er blickte Seidenwind direkt in die Augen. Sein Blick war voller Hass und er blickte ihr nach, als sie wieder im Bau verschwand. Er wollte sie verletzen... Wollte ihr das antun, was sie ihm angetan hatte. Er wollte, dass sie litt! Und er war bereit, alles dafür zu tun!
Da betrat Blutstern das Lager und trat direkt zu ihm. Riss ihn aus seinen Gedanken. Ihre Stimme war kühl wie immer und für einen Moment war der Kater versucht, die Aufforderung der Anführerin zu ignorieren. Ihr Ton gefiel ihm nicht... er ließ sich nur ungern Befehle erteilen und führte diese auch nur dann aus, wenn ihm grade danach war...  Doch jetzt, in diesem Moment kam es ihm gerade recht. Einfach nur abgelenkt werden... egal wie.
Moorkralle trat zu Blutstern am Rande der Lichtung, hörte ihre Worte und seine Ohren zuckten leicht. “Wir werden den Baum nicht aus dem Lager bekommen... es ist schließlich kein Zweig... das einzig Sinnvolle ist, ihn zu Sichern. Soweit, dass er nicht noch mehr Schaden anrichten kann – und wir bei einem Angriff nicht geschwächt werden. Wir können von Glück sagen, dass er nur einen Teil des Walls nieder gerissen hat und keinen größeren Schaden angerichtet hat.“, miaute er. Der letzte Teil war gelogen... ein gezielter Fall auf den Jungenbau hätten seine Probleme mit einem schlag... beseitigt. “Die Krieger könnten versuchen, alles störende vom Baum zu entfernen... unterdessen können die Schüler dort beginnen zu reparieren, wo es nötig ist. Zu warten bis es trocken ist... Blödsinn. Ich habe keine Lust, in einem nassen Bau zu schlafen.“, fügte er noch hinzu und blickte Blutstern abschätzend an. Er mochte sie nicht... was allerdings nicht an der Person der Kätzin lag – sondern daran, dass sie mit Seidenwind verwandt war. Der Kätzin wichtig war. Und alles, was ihr am Herzen lag, mochte er schon aus Prinzip nicht. Dazu zählte auch Sprenkelpelz. Der Kater könnte gerne ebenfalls von einem Baum erschlagen werden... Ein weiteres Problem wäre damit gelöst

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Vipernzunge
Infos: 4 Jahre, 6 Monate | Schattenclan | single – hat Gefühle für Blutstern | hat Affäre mit Lady Amonde | Vater von Zeisigjunges, Kristalljunges und Pantherjunges | Bruder von Schlangenblick
ERWÄHNT:Blutstern, Schlangenblick, Lady Amonde, Seidenwind, Moorkralle
ANGESPROCHEN: XXX

Cf Zweibeinerort

Der Krieger kam erst nach Blutstern im Lager an... obwohl er vor der Anführerin den Rückweg antrat, wurde er unterwegs von ihr überholt.
Er hatte nicht damit gerechnet, denn er war sich ziemlich sicher gewesen, dass sie mit ihrem Hauskätzchen noch ein wenig turteln würde... doch dem war scheinbar nicht so gewesen.
Ihr Blick war ihm durchaus aufgefallen. Sie war enttäuscht von ihm und er konnte es ihr im Grunde nicht verübeln... allerdings beruhte dies auf Gegenseitigkeit. Immerhin hatte auch Blutstern nicht mit offenen Karten gespielt und ein Geheimnis für sich behalten, welches Auswirkungen auf den ganzen Clan hatte. Sie hatte gegen das Gesetz der Krieger verstoßen und dies war nicht so schnell aus der Welt zu schaffen.
Sie konnte nur von Glück sagen, dass Vipernzunge es mit dem Gesetz der Krieger nicht ganz so ernst nahm, wie er es sollte – und wie es viele andere Krieger taten. Ihm war es egal, ob ein Anführer oder Heiler Junge hatte oder nicht... hier ging es einfach ums Prinzip. Die schwarze Kätzin hätte direkt mit der Sprache heraus rücken müssen, dass es da noch andere Katzen in ihrem Leben gab... vor allem einen Kater. Und er Mäusehirn war der Ansicht gewesen, sie wäre zu gut für ihn... Hah! Dabei war sie genauso verlogen, wie er selbst. Irgendwie eine Erleichterung...
Den Weg über hatte Vipernzunge über alles mögliche nachgedacht und ließ die Geschehnisse Revue passieren.
Er sah es nicht als Fehler an, was an diesem Tag geschah und hatte deshalb auch kein schlechtes Gewissen. Lady Amonde hatte – genau wie er selbst – einfach für einen kurzen Moment ausbrechen wollen. Ausbrechen aus einem Leben, welches ihr den Atem raubte. Es war keine Liebe gewesen, die sie für einander empfanden. Sie kannten sich ja eigentlich auch gar nicht... Die kurzen Einblicke, die sie einander gestattet hatten, waren nur die oberste Schicht dessen, was sie vor den Augen anderen verbargen...
Trotzdem musste er zugeben, dass er die Kätzin lieb gewonnen hatte. Nicht als Gefährtin vorstellbar, denn dafür waren sie sich irgendwie zu... ähnlich. Aber er war der Ansicht, dass sich durchaus eine gute Freundschaft hätten entwickeln können. Jedenfalls, wenn die Chance bestand, dass sie sich regelmäßig würden sehen können, was er nicht wirklich glaubte. Denn wie er es verstanden hatte, bekam die Kätzin nur selten die Gelegenheit, den wachsamen Augen des Vaters zu entkommen.
Die Gedanken des Kriegers wurden schlagartig in die Gegenwart gerissen, als das Lager in Sicht kam. Seine Schritte beschleunigten sich und beinah fassungslos sah er den umgestürzten Baum, der einen Teil des Lagerwalls eingerissen hatte. Er schien in der Mitte gespalten worden zu sein und hatte dem Unwetter nicht standhalten können.
Der erste Blick des Kriegers galt der Suche nach seinem Bruder. Seine scharfen Augen huschten umher, suchten nach Schlangenblick. Erleichterung durchfuhr ihn, als er die Schweifspitze des Katers im Heilerbau verschwinden sah. Den zwei wichtigsten Katzen für ihn war nichts geschehen. Sein Bruder war am Leben und Blutstern ebenso, denn die Kätzin war ja erst kurz vor ihm ins Lager zurück gekehrt. Alle anderen waren ihm relativ gleichgültig. Ob sie existierten oder nicht machte für ihn keinen großen Unterschied.
Möglichst unauffällig suchte er nach der schwarzen Kätzin und entdeckte sie in der Nähe des umgestürzten Baumes. Moorkralle stand bei ihr und sie schienen zu diskutieren. Es überraschte Vipernzunge, die beiden zusammen zu sehen und für einen Herzschlag durchfuhr Eifersucht seinen Körper. Er wusste, dass die beiden in ihrer Schülerzeit befreundet waren – falls der getigerte Kater überhaupt für jemanden diese Art von Sympathie entgegenbringen konnte. Zu dieser Zeit wurde vermutet, dass Moorkralle mit Blutsterns Schwester mehr als nur eine Freundschaft verband und zwischen den Kriegern des Schattenclans gab es Wetten, wann die beiden endlich öffentlich bekannt gaben, dass sie Gefährten waren.
Allerdings schien diese Beziehung zwischen Moorkralle und Seidenwind schlagartig erloschen zu sein, nachdem Seidenwind von einem Fremden Kater geschändet worden war. Seitdem hatte sein Clan-Kamerad sich verändert. Schon immer war er schnell reizbar gewesen und heißblütig gewesen... doch es war mit den Monden immer schlimmer gewesen und vor allem Seidenwind gegenüber hegte er einen Hass, der für Vipernzunge nicht nachvollziehbar war. Ebenso wusste er nicht, warum Moorkralle auch Blutstern gegenüber feindseliger geworden war. Es interessierte ihn, was zwischen ihnen vorgefallen war... nicht, weil ihm die Belange seiner Mit-Katzen wichtig waren, sondern weil es Blutstern betraf.
Allerdings würde er da vermutlich nicht so schnell die Gelegenheit bekommen, mit ihr zu reden...


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Ein großes Danke an Gigi (Blutseele) für die tolle Siggi! <3

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BeitragThema: Re: Lager des SchattenClans   So 10 Jun - 18:43

Blutstern

Nachdem die schwarze Kätzin im Lager angekommen war, rief sie sogleich Moorkralle zu sich. Die Anführerin trabte zu einer halbwegs trockenen Stelle, dort setzte sie sich und legte ihren Schweif über ihre Pfoten. Unablässig schnippte sie mit den Ohren, da sie die Wasser Tropfen auf diesen störte. Sie zuckte mit einem Ohr, als sie das Lachen von Finsterblick hörte. Sie kniff die Augen zusammen und sah den Kater wütend an. Er sammelte gerade mehr schlecht als Recht ein paar kleine Äste ein. „Finsterblick! Du solltest besser arbeiten, anstatt zu lachen!“, fauchte sie wütend. Sie hatte schlechte Laune, ohja, da hatten die Katzen pech. Sie schnaubte und wartete auf Moorkralle, einst waren sie beide gute Freunde gewesen, in ihrer gemeinsamen Schülerzeit. Aber dann hatte es etwas zwischen Moorkralle und ihrer Schwester Seidenwind gegeben, seitdem hasste der Kater auch sie. Die Anführerin interessierte es nicht. Ob sie jetzt einer weniger oder mehr hasste, es war ihr ziemlich egal. . Als Moorkralle schließlich bei ihr war, sah sie ihn ohne jegliche Gefühlsregung an. „Wir benötigen einen Plan, der Baum muss aus dem Lager. Die kleineren Äste müssen ab und aus dem Lager geschafft werden. Wenn wieder alles trocken ist, können wir sie als Schutz für die Baue verwenden“, miaute sie ruhig. Sie betrachtete den großen Stamm. Er wies keinerlei Sichtbare Löcher auf, vielleicht waren diese einfach nur von Ästen verdreckt. Denn in Löchern könnten sie Vorräte verstecken, sei es Frischbeute oder Kräuter für Schlangenblick. Abwartend sah sie dann wieder den Krieger an. Sie konnte dies nicht alleine entscheiden, nicht alleine handeln. Sie brauchte dafür Hilfe. Das gestand sich auch Blutstern ein. Unter ihrem Schweif fuhr sie die Krallen ein und aus, knetete den Nassen Boden. “Wir werden den Baum nicht aus dem Lager bekommen... es ist schließlich kein Zweig... das einzig Sinnvolle ist, ihn zu Sichern. Soweit, dass er nicht noch mehr Schaden anrichten kann – und wir bei einem Angriff nicht geschwächt werden. Wir können von Glück sagen, dass er nur einen Teil des Walls nieder gerissen hat und keinen größeren Schaden angerichtet hat.“, miaute er. “Die Krieger könnten versuchen, alles störende vom Baum zu entfernen... unterdessen können die Schüler dort beginnen zu reparieren, wo es nötig ist. Zu warten bis es trocken ist... Blödsinn. Ich habe keine Lust, in einem nassen Bau zu schlafen.“, fügte er noch hinzu und blickte Blutstern abschätzend an. Die Anführerin lauschte seinen Worten, sie nickte leicht auf seine erklärung hin, dass man den Baum nicht raus schaffen konnte. „Nass sind wir so oder so. Auch die Baue. Damit wirst du leben müssen“, miaute sie schnaubend. Aus den Augenwinkeln registrierte sie, wie Vipernzunge wieder ins Lager kam. Blutstern schnaubte. „Vielleicht bietet der Baum auch Platz für einen versteckten Frischbeutehaufen, oder für Kräuter oder dergleichen. Aber am besten wird es sein, wenn die Äste erstmal rausgeschafft werden“, miaute die Kätzin, stimmte so dem Vorschlag des Katers zu. „Das Problem ist nur, dass man über den Baum ins Lager klettern kann“, sagte sie, sie selbst war auf diesen Weg ja ins Lager gelangt. „Für dieses Problem brauchen wir eine Lösung, nur befürchte ich, wird es keine geben“, miaute sie. Kurz nieste die Kätzin, als ein Tropfen Wasser von ihrer Stirn runterrann, in ihre Nase. Sie schüttelte sich kurz, was aber nichts half. Sie sah nochmal zu Vipernzunge, kurz winkte sie mit dem Schweif. "Vipernzunge, hilf bitte den Schülern bei den Ästen", miaute sie lauter, aus den Augenwinkeln sah sie, wie sich Flammenpfote mit einem größeren Ast abmühte, weshalb sie dem Krieger diese Aufgabe gab.

Flammenpfote

Der junge Schüler wurde gewaltsam aus seinem Schlaf gerissen. Er blinzelte und kroch müde aus seinem Nest, er hatte schon vor Sonnenaufgang gejagt, war deshalb auch dementsprechend müde und geschlaucht. Der Regen tat sein Übriges. Sein langes Fell klebte an seinem Körper, seine Schnurrhaare tropften und das Fell seines Schweifes schliff am Boden. Er trat aus dem Schülerbau hinaus und schüttelte sich, dann besah er sich das Lager. Erschrocken sog er die Luft ein, als er den riesigen Baum sah, er im Lager lag. Sein Herzschlag beruhigte sich etwas, als er sah, wie Blutstern sich die Situation ansah, sie zog sich dann mit Moorkralle in eine halbwegs trockene Ecke zurück, schien mit ihm zu reden. Flammenpfote trat näher an den Baum heran, er schien niemanden getroffen zu haben, dem Sternen Clan sei Dank auch keinen der Baue. Er zuckte mit einem Ohr und sah auf, als Finsterblick zu dem Bau kam und einige kleine Äste nahm, kurz lachte er, warum, wusste der Schüler nicht. Erschrocken fuhr er zusammen, als er die wütende Stimme Blutsterns hörte, die Anführerin meinte, dass der Krieger lieber Arbeiten anstatt lachen sollte. Flammenpfote schluckte, er ging um den Baum herum, sammelte selbst ein paar Äste ein. Diese scharrte er zu einem Haufen zusammen, damit sie zumindest nicht im Lager verstreut waren. Dann entdeckte er einen größeren Ast. Der junge Kater ging dort hin, er packte einen kleinen Zweig des Astes mit den Zähnen und fing an zu ziehen. Seine Pfoten rutschten auf dem schlammigen Boden aus, während er den Ast langsam in Richtung Lagereingang zerrte. Der Ast wog fast so viel wie der Schüler, weshalb dieser auch bald keuchte und schwer atmete. Aber er gab nicht auf, mühsam zerrte er weiter den Ast die Böschung hoch.


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Wenn ich nach 4 Tagen in den Clans nicht geantwortet habe bitte schickt mir eine PN [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]

[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.] Danke an Ares für das traumhaft tolle Bild von Blut&Viper *.*
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