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 Das Zweibeinernest

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BeitragThema: Das Zweibeinernest   So 22 Dez - 20:38

Südlich vom FlussClan-Lager befindet sich ein Zweibeinernest mit einem Campingplatz
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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   So 18 Sep - 16:52

Rabenwolke

<--- FC Lager
Mit gemächlichen Schritten ging der Krieger durch das Territorium des FlussClans, bis er in der Ferne ein Zweibeinernest entdeckte. Kurz blickte er sich nach Grinsezahn um, lief dann aber weiter und kam schon nach kurzer Zeit an dem großen Nest an.
Vorsichtig sah er sich um und hob die Nase in die Luft, um Zweibeiner auszumachen, die sich womöglich hier aufhielten. Doch als Rabenwolke nichts sehen und riechen konnte, atmete er erleichtert auf und richtete sich zu seiner vollen Größe auf, um einen besseren Überblick über seine Umgebung zu bekommen. Dann blickte er dem Heiler entgegen und wartete auf seine Anweisungen bezüglich dem Sammeln der Kräuter.

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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   So 18 Sep - 20:37

Grinsezahn
11 Monde, Heiler, FlussClan
Erwähnt: Rabenwolke | Angesprochen: Rabenwolke
comes from: FlussClan-Lager

Gut gelaunt und energiegeladen war er in einem recht gemütlichen Tempo hinter Rabenwolke hergelaufen. Er war schon länger nicht mehr im Territorium unterwegs gewesen, vor allem nicht zur Kräutersuche, weshalb er es genießen wollte, solange sie noch nicht beim Zweibeinernest waren. Denn dort konnte er nicht so unachtsam durch die Gegend tappen. Somit verschwand seine Sorglosigkeit etwas, als sie an ihrem Zielort ankamen, jedoch betrachtete er das Ganze immer noch wie ein kleines Abenteuer. Sein Herz begann ein wenig kräftiger und schneller zu schlagen, Vorfreude und Aufregung erfüllten ihn, als er langsam näher an den Zaun heran schlich. Er prüfte mehrfach die Luft mit seiner Nase um sicher zu gehen, dass sich im Augenblick keine Zweibeiner in der Nähe befanden, dann sprang er in die Büsche des Gartens. Eine normale Clan-Katze würde sowas vermutlich niemals so unbekümmert und freudig tun, jedoch hatte Luchssturm ihm einmal gezeigt, wie man es richtig anstellte. Außerdem wusste er, dass ihm hier keine wirkliche Gefahr durch Hunde drohte.
Er schnupperte und fand schnell den Geruch, den er suchte: Katzenminze. Er folgte dem überaus leckeren Duft und fand sie in den Büschen. Vorsichtig sammelte er so viele er konnte neben seinen Pfoten und blickte sich dann nach Rabenwolke um. Er wollte, dass der Krieger die Katzenminze trug, damit er selbst nicht von deren Geruch beeinträchtigt werden würde. Ansonsten wäre es nicht nur schwer, hier unentdeckt wieder weg zu kommen, sondern es wäre es sehr unvorteilhaft für die weitere Suche nach Kräutern. Der junge Kater wusste zwar ungefähr, wo er das meiste fand, jedoch wuchs nicht immer an genau der selben Stelle jedes Jahr auch wieder das selbe Kraut. Er verließ sich lieber auf seine Nase, zumal es so viel spannender und interessanter war. Und er liebte den Geruch von Kräutern, was auch ein Grund dafür war, weshalb er so gerne im Heilerbau schlief. Für ihn gab es nichts entspannenderes als Kräuter. Er war wirklich froh, dass Luchssturm ihn damals als Schüler angenommen hatte, trotz der Bedenken der anderen. Und nun war er der Heiler und auch wenn er gerne einen Schüler hätte, einfach als Entlastung, so wollte er nicht aktiv nach einem suchen, sondern warten, bis er das Gefühl hatte, dass es eine Katze gab, welche geeignet wäre. Auch wenn dies noch eine ganze Weile dauern könnte.
"Rabenwolke? Könntest du die Katzenminze nehmen, dann wird mein Geruchssinn nicht beeinträchtigt", sagte er nun, nachdem er sich aus seinen Gedanken befreit hatte, und deutete auf die Pflanzen, die neben seinen Pfoten lagen.
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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   So 18 Sep - 20:49

Rabenwolke

Bald darauf kam auch der Heiler am Zweibeinernest an und begann ebenfalls die Luft zu prüfen. Dann sprang er in die Büsche des Gartens und der Krieger sah ihm ein wenig perplex hinterher, ehe er Grinsezahn vorsichtig folgte und schließlich neben ihm ankam. Schnell schnupperte er und roch den verführerischen Duft der Katzenminze. Kurz seufzte er auf, dann sah er den jungen Kater neben sich an.
Dieser bat Rabenwolke gerade darum, dass er die Katzenminze nahm, da sein Geruchssinn sonst beeinträchtigt wäre, während er auf die Pflanzen neben sich wies. "Gerne doch.", miaute der Krieger und beugte sich hinunter, um das Kraut aufzunehmen. Er musste sich ganz schön zusammenreißen, um nicht daran zu knabbern und es womöglich noch unbrauchbar zu machen. Erwartungsvoll sah er nun den Heiler an, ob sie weitergehen oder noch hierbleiben würden.

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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   Sa 24 Sep - 16:56

Grinsezahn
11 Monde, Heiler, FlussClan
Erwähnt: Rabenwolke | Angesprochen: Rabenwolke
Ab und zu blickte er sich nach seinem Begleiter um, während er die Katzenminze sammelte, und jedes Mal huschte ein kleines, freches Grinsen über sein Gesicht, wenn er beobachten konnte, wie der Krieger sich umsah und sichtlich ein wenig unwohl fühlte. Dies war soweit zwar nicht wunderlich, doch den jungen Heiler amüsierte die Vorstellung, dass er im Augenblick vermutlich der Ruhigere von ihnen beiden war. Wobei, ruhig traf es nicht ganz, immerhin konnte er es kaum erwarten, sich auf die Suche nach den nächsten Kräutern zu machen und hielt sich eisern zurück, um nicht vor Freude durch die Gegend zu hüpfen. Jedoch war er nicht zum ersten Mal hier und kannte den Ort bereits sehr gut, weshalb er sich kaum Gedanken um irgendwelche Gefahren machte. Vielleicht war dies ein wenig leichtsinnig, jedoch war die Zeit, da sein Leichtsinn ihm eine Lehre sein sollte, noch lange nicht gekommen und den beiden Clan-Katzen drohte keine Gefahr, vor der sie sich hätten fürchten müssen.
Dankbar nickte Grinsezahn, als der der Krieger seiner Bitte nachkam und die Katzenminze aufhob. „Und dass du mir nichts davon wegfrisst“, fügte er noch grinsend hinzu, wusste doch jeder, dass Katzenminze nur allzu köstlich war. Der junge Heiler lief zum Rand des Gebüschs, prüfte einmal die Luft um sicher zu gehen, dass keine Zweibeiner oder Hunde in der Nähe waren, und ging dann auf demselben Weg zurück, auf dem er auch gekommen war, Er wartete kurz um sicher zu gehen, dass Rabenwolke ihm auch ohne Probleme hatte folgen können, dann wandte er sich in eine neue Richtung und folgte einem unsichtbaren Pfad durch das Territorium. Sein nächstes Ziel war der Stachelbeerstrauch. Neben der kleinen Mäuseherde ließ sich dort auch noch so einiges an überaus nützlichen Kräutern finden.
Luchssturm hatte ihn dort vor einigen Monden, als er gerade erst Heilerschüler geworden war, mit hin genommen. Es war seine allererste Kräutersuche gewesen und sein Herz hatte sich vor Freude kaum noch einkriegen können. Selbst jetzt, als offiziell anerkannter Heiler, verspürte er eine enorme Freude, die immer weiter anstieg, je näher sie dem Zielort kamen. Doch dort war auch Schmerz in seiner Brust. Er war noch nie ohne Luchssturm hergekommen, nur einmal hatten sie diesen Ort zusammen besuchen können. Grinsezahn hatte immer gehofft, er könnte beim nächsten Mal als Heiler zusammen mit seinem ehemaligen Mentor herkommen. Dass dieser Wunsch nun niemals in Erfüllung gehen würde, kam einem Schlag in den Magen gleich. Doch dieses Gefühl wurde von etwas Neuem verdrängt. Voller Bestimmtheit nahm sich der junge Kater vor, dass wenn er einmal einen Schüler gefunden hätte, ihr erster gemeinsamer Ausflug zum Stachelbeerstrauch führen würde. Es wäre schön, wenn es eine unausgesprochene Tradition, eine Angewohnheit der Heiler werden könnte. Etwas, was von Generation zu Generation weiter getragen werden würde und sie alle am Leben halten und auf ewig mit einander verbinden würde. Ein weiteres Indiz dafür, dass ein Heiler niemals wirklich starb, sondern in dem, was jeder von ihnen weitergab, weiterleben würde. Ganz ähnlich verhielt es sich vermutlich auch mit den Kriegern und ihren Schülern und mit den Anführern und zweiten Anführern. Jeder von ihnen hinterließ unauslöschbare Spuren.

Goes to: Stachelbeerstrauch
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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   So 25 Sep - 22:15

Rabenwolke

Während er den jungen Heiler so ansah, lief ihm das Wasser im Maul zusammen und er unterdrückte den Drang an der Katzenminze zu knabbern. Auch musste er darauf achten, dass sein Speichel das Kraut nicht erreichte, denn sonst wäre es um ihn geschehen. Grinsezahn miaute, dass er ihm bloß nicht davon wegfressen sollte und der Krieger nickte, um ihm dies zu bestätigen. Doch es fiel ihm alles andere als leicht.
Dann - endlich - trat der Heiler den Rückweg an und lief zum Rand des Gebüsches, während Rabenwolke ihm folgte. Er selbst konnte kaum noch etwas Anderes als Katzenminze riechen, weshalb er sich voll und ganz auf seinen Begleiter verlassen musste, während sie zusammen auf das nächste Ziel zu liefen.
---> Stachelbeerstrauch

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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   Mo 7 Aug - 17:27

Schimmerblatt hatte ihn gebissen. In den Hals. Es war nur ein kurzer Schmerz gewesen, nicht wirklich schlimm. Aber verwirrend. Warum biss sie ihm in den Hals? Er war so erstaunt, dass er sie nur verwundert angesehen hatte. Einige Blutstropfen suchten sich ihren Weg nach draußen, aber wirklich bedrohlich war diese Verletzung nicht. Nicht mal ansatzweise. Aber verwirrt hatte die Kätzin ihn, noch mehr als ohnehin schon. Wunderschön wie sie war, so unglaublich stark und zerbrechlich zugleich, er fühlte sich wie eine Vogelmutter mit ihrem ersten und einzigen Ei. Überfordert, der Drang, dieses zerbrechliche Ei zu drücken vor Liebe, musste eingedämmt werden, um es nicht zu zerstören. Warum er jetzt an Liebe dachte...war einfach nur eine Metapher. Nichts sonst. Er mochte sie, er wollte sie nicht teilen – allerdings teilte er generell nicht gern. Doch Schimmerblatt...wollte er in keinem Fall teilen. Das könnte er unmöglich. Und der Gedanke, dass sie ihn versetzt hatte, dass sie sich aber mit Katern traf, die es in seinen Augen nicht wert waren, Zeit mit ihr zu verbringen, tat unglaublich weh. Sein Stolz war gekränkt und machte ihn blind für seine Gefühle, blind für das, was die Kätzin aus dem Windclan fühlte.
Auf ihre Worte hin sah er sie ein wenig mitleidig an. War da eine Kränkung in ihrer Stimme? Wahrscheinlich nicht, warum auch? Immerhin war sie eine Katze, die jeden haben könnte, wenn sie wollte. Und da war er wahrscheinlich nicht weiter von Bedeutung, als wäre er nur jemand x beliebiges. Dabei wollte er mehr sein. Für sie. Nicht, dass er etwas für sie fühlte, das war es nicht. Sie hatte einfach nur...sehr perfekte Attribute. „Ach, Schimmerblatt. Machst du dir etwa Gedanken, dass du nicht die einzige sein könntest?“, miaute er beinahe sanft. Oh, wie sehr er sich wünschte, dass sie das besorgte. Dass es sie kümmerte, dass sie es nicht ertragen könnte. Dabei war die Realität sicher eine andere, sie spielte in einer Liga, die er von seinen gewöhnlichen Verflossenen nicht kannte. Sie war wunderbar, ohne Vergleiche. Und er hasste es, was sie mit ihm machte, dass er solch starke Besitzansprüche hatte, war selten. Das kannte Kobrablick nicht wirklich. Von seinen Schwestern, ja, da würde er töten, um sie zu schützen. Und auch bei Schimmerblatt...es war ähnlich. Aber doch anders. Kobrablick wollte sie par tout nicht teilen und würde das auch nicht dulden. Er konnte sich gut genug einschätzen, um sagen zu können, dass er den Kater getötet hätte, mit dem sie sich vergnügt hatte. Irgendwo hatte er scheinbar doch Züge von seinem Vater...auch wenn er ansonsten keine Ähnlichkeiten vermerken konnte. Krankhafte Eifersucht und Besitzansprüche waren wohl das einzige, was er übernommen hatte. Auch wenn das schon genug war.
Als sie ihm dann überraschend über die Wange leckte, freute es ihn ungemein. Er mochte es nicht so zeigen, wie es ihn freute, aber er schnurrte kehlig. Ihre Worte waren Balsam für seinen gekränkten Stolz. Nein, sie war wahrlich nicht die erste, er hatte schon viele gehabt. Aber keine wie Schimmerblatt. „Aber wenn sie das sagen, hat es keine Bedeutung, Schimmerblatt.“ Seine Worte waren ehrlich, und sie überraschten ihn selbst. Unweigerlich musste er zugeben, dass sie wahr waren, aber ausgesprochen machten sie ihm beinahe schon Angst. Oh, diese weiße Katze veränderte ihn. Und er wusste nicht, ob zum guten oder zum schlechten.
Spielerisch schlug sie mit der Pfote nach ihm, lächelte. Sie war so schön, wenn sie lächelte...eine Schönheit, wie keine andere Katze es jemals ausstrahlen könnte. Denn Schimmerblatt konnte mit niemandem verglichen werden, sie war etwas besseres, etwas besonderes. Das, wofür es sich lohnte, alles zu geben. Und das würde er tun. Allerdings wusste er nicht, wie er seinen dämlichen Stolz überwinden könnte.
Auf seine Ehrlichkeit hin wurde sie ernst. Erstaunt vielleicht. „Ich bin freundlich, Schimmerblatt. Aber eben nur zu denen, die mir am Herzen liegen“, miaute er ernst, aber mit einem sanften Lächeln. Es war vielleicht ein wenig zu viel gewesen, doch sein Herz hatte schneller gesprochen als sein Kopf hätte denken können. Verdammt, es war verräterisch. Ein gefährliches Spiel. War es noch ein Spiel? Wollte er sich diese Frage beantworten? Eher nicht, mit der Antwort würde er nicht glücklich werden. Denn das, was er sich wünschte, das war Utopie. Das würde nicht passieren, so sehr er es wollte. So sah er ihr nur fest in die Augen. Hielt sich daran fest, als wäre es der einzige Ausweg aus einer schwierigen Situation.
Oh, wenn er doch geahnt hätte, dass in Schimmerblatts Herzen Hoffnungen beschworen wurden durch das, was er tat. Was er sagte, dass er sie berührte. Doch Kobrablick glaubte beinahe nicht mehr daran, dass er sie in diesem Maße berühren könnte. Deswegen hielt er sich zurück mit dem, was ihn umtrieb. Auf seine Worte hin, dass sie bestimmt nicht lange allein bleiben würde, fragte sie ihn, ob er sich selbst vertrauen würde. Eine schwere Frage... „In vielerlei Hinsicht nicht. Allerdings bin ich ein Kater. Und als solcher sehe ich durchaus die Schönheit – und ich meine nicht nur die äußerliche – einer Kriegerin. Und ich bin noch nie einer Katze begegnet, die schöner ist als du. Warum also solltest du allein bleiben? Jeder Kater sollte sich geehrt fühlen, überhaupt nur mit dir reden zu dürfen“, miaute er mit kehliger, beinahe schon belegter Stimme. Und da war eine Ehrlichkeit, ein leichter Funken von Eifersucht in seinen Worten auf den Kater, der das Glück haben würde, Schimmerblatts Gefährte zu werden. Und dann sagte sie auch noch, dass man sich glatt in ihn verlieben könnte. War es ernst? Oder ein Scherz? „Nun, vielleicht möchte ich das ja“, miaute er und lächelte sie an. Wollte er das? Unbedingt. Auch wenn er es nicht zugeben würde, er wollte, dass diese Schönheit nur noch ihn wollte. Es wäre nur ein Lobsang für ihn, natürlich nicht, weil sie ihm etwas bedeutete. Oh, wie sehr er seinen Gedanken glauben wollte, wie sehr er es sich einredete.
Dann war da dieser Geruch...beinahe hätte er es vielleicht geschafft, sich seinen Gefühlen zu nähern, doch das musste er jetzt verschieben. Sein Angebot war spontan, er wollte sich nicht von der Windclankriegerin trennen. Wollte die gemeinsame Zeit verlängern, nicht von ihr weichen. Lieb wäre ihm, sie wäre rund um die Uhr bei ihm, den ganzen Tag. Als sie meinte, sie würde ihm folgen, setzte sein Herz einen Schlag aus vor Freude. Dabei sollte er sich nicht freuen, es war riskant, kopflos. Aber...sie machte da eben etwas mit ihm, was er nicht verstand.
Kobrablick lief nicht langsam, aber er hetzte auch nicht. Er blieb bei Schimmerblatt und war aufmerksam, damit niemand ihren Weg kreuzte. Er könnte sich nicht verzeihen, wenn jemand Schimmerblatt entdeckte. Er wählte den Weg zur Zweibeinernest, denn dort waren nur selten Krieger des Flussclans anzutreffen und...man war da ungestört. Und das wollte er so gern...er wollte sie an sich spüren, für immer...
Kurz vor der Zweibeinerfarm hielt er inne, blickte lächelnd und intensiv zu Schimmerblatt und prüfte die Luft. Niemand da. Perfekt.
Er ging voran und schlüpfte in einen kleinen Schuppen aus Holz, der etwas abseits stand. Es war aber eigentlich ganz gemütlich. Er blickte zu Schimmerblatt. „Ist alles in Ordnung bei dir?“, meinte er und lächelte sie sanft an.



//sorry, irgendwie war der nicht so gut



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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   Do 21 Sep - 19:02

Schimmerblatt

cf Baumgeviert
Sie hatte ihn mit ihren Biss überrascht und obwohl er es gut zu verbergen wusste, hatte sie das kurze Aufblitzen in seinen Augen bemerkt. Ein Triumphierendes Lächeln erschien auf dem Gesicht der Bildschönen, weißen Kätzin und ein zufriedenes Schnurren entwich ihr.
“Es gefällt dir, wenn ich dich beiße?!“, hauchte sie leise, mehr Aussage als Frage. Elegant hob sie eine ihrer zierlichen Pfoten und leckte daran, fuhr sich über ihr linkes Ohr. Der Kater ihr gegenüber war Dominant. Ihr die Führung zu überlassen würde ihm nicht leicht fallen, es wäre ein Haufen Arbeit ihn davon zu überzeugen, sich ihrer zu fügen... vielleicht ein schier unmögliches Vorhaben... Aber Schimmerblatt wollte es nicht einfach haben... sie brauchte keinen Kater, der ihr nach dem Mund redete. Sie wollte jemanden, der ihr Kontra gab... der sich ihrem Willen nicht einfach unterwarf. Sie war eine Jägerin... eine Kämpferin... war es immer gewesen. Auch, wenn sie wahrlich nicht danach aussah. Aufgeben... war kein Ausdruck, welcher in ihrem Wortschatz vorkam.
Vielleicht war das der Grund, warum sie einfach nicht von ihm los kam... Weil er ihr unbewusst das gab, was sie suchte. Jedenfalls einen kleinen Teil davon... den Rest... nein, daran wollte sie gar nicht erst denken.
Und obwohl er sie regelmäßig zur Weißglut trieb – so wie jetzt – konnte sie ihm einfach nicht lange böse sein.
Sein Mitleidiger Blick ging ihr gehörig gegen den Strich und nur mühsam konnte sie ein gereiztes Knurren unterdrücken. Sie wollte etwas mieses auf seine Worte erwidern – doch es ging nicht. Seine Worte taten weh und Schimmerblatt blickte den Kater mit einem undefinierbaren Gesichtsausdruck an. “Warum sollte ich mir darüber Gedanken machen, Kobrablick? Ich bin nicht dumm, ich weiß, dass ich nicht die einzige bin.“, miaute sie leise, aber mit fester Stimme. “Warum sollte ich mir also einen Kopf machen, wenn ich es selbst doch auch nicht anders halte.“. Ein elegantes Schulterzucken und die Windclan-Kätin blickte den Flussclan-Kater direkt in die Augen.
Taub war sie auch nicht... die Geschichten, die die Kätzinnen sich hinter vorgehaltener Pfote erzählten, waren ihr wohl zu Ohren gekommen... Wie er seine Eskapaden allerdings vor seinem Clan geheim halten konnte, war ihr Schleierhaft. Andererseits... sie selber lebte ja nun auch nicht im Zölibat und im ihren wusste auch niemand, dass sie sich mit Katern außerhalb des Clans herum trieb – mit Ausnahme vielleicht von ihrer besten Freundin. Okay... vielleicht entsprach dies nicht ganz der Wahrheit... nicht mehr... denn seit ihren Treffen mit Kobrablick... gab es keinen anderen mehr. Dies würde sie ihm natürlich niemals gestehen. Zu viel würde es offenbaren, was sie selbst nicht eingestehen wollte.
Vielleicht leckte sie ihm deshalb über die Wange, anstatt diese zu zerkratzen. Im großen und ganzen war der Grund aber auch egal. Seine Worte brachten sie leicht zum lächeln und sie schüttelte den Kopf. “Vielleicht hat es dies nicht...“, miaute sie, ging aber nicht weiter darauf ein. Das Thema ging ihr doch ein wenig zu nah und sie wollte dieses gefährliche Terrain verlassen. Hätte sie man gewusst, dass auch an ihm ihre Treffen nicht einfach vorbei zogen... vielleicht hätte es ihr ein wenig Frieden geschenkt – oder den Mut, sich ihrer Gefühle klar zu werden. Sie zuzulassen, selbst auf die Gefahr hin verletzt zu werden.
Sein nächstes Geständnis jedoch überraschte sie und es gelang ihr nicht, den Ausdruck zu verbergen, der ihr Gesicht erstarren ließ. Wärme stieg in ihr auf und voller Verlegenheit legten sich ihre Ohren nach hinten. Zum ersten Mal in ihrem Leben war sie sprachlos und es dauerte, bis sie endlich Worte fand. “Das heißt, ich liege dir am Herzen?“, fragte sie mit schief gelegten Kopf, leicht spöttisch. Obwohl sie fast ungeduldig auf seine Antwort wartete... würde er ja sagen... so könnte sie erwähnen, dass es ihr vielleicht genauso ginge. Nur sagte Kobrablick leider selten das, was sie von ihm hören wollte... und sie wusste nie, ob er es ernst meinte oder eben nicht.
Das darauf folgende Gespräch jedoch lenkte sie ab, denn seine ehrliche Antwort überraschte sie. Und ein leises Lachen entwich ihr, während ihre Augen schelmisch blitzten. “Die Kater fühlen sich auch geehrt, wenn ich mit ihnen rede – aber nur solange, bis sie bemerken, dass sie mich nicht halten können. Der Grund, warum ich alt und einsam sterben werde.“, miaute sie und seufzte theatralisch. “Ein schweres Los, so schön zu sein – und innerlich zu strahlen.“ Nun nahm sie sich selbst auf die Schippe – denn den meisten Katzen gegenüber spielte sie das vor, was sie sehen wollte. Nur bei diesem Kater... nur bei Kobrablick... da konnte sie sie sein!
Dann meinte er auf ihre Aussage, dass man sich glatt in ihn verlieben könnte, dass er genau dies ja möchte und Schimmerblatt schlug nach ihm, traf allerdings nicht. “Ich denke, da gibt es bestimmt schon genug gebrochene Herzen, die du auf deinem Weg hast liegen lassen. Da brauchst du meine Liebe nicht auch noch.“, schnurrte sie. Oh... wir gerne würde sie ihm jedoch genau dies geben... doch wollte sie keine weitere Trophäe in seiner Sammlung sein.
Leider wehten Gerüche fremder Katzen zu ihnen, bevor sie ihr Gespräch beendet hatten und ein wenig wehmütig dachte die Kriegerin daran sich von ihm trennen zu müssen. Doch dies hatte Kobrablick noch nicht im Sinn und er stellte die Frage, ob sie ihn zu einem anderen Plätzchen begleiten wollte. Obwohl sie nein sagen wollte, sprach ihre Zunge etwas anderes und willigte ein. Nie hätte sie gedacht, was ihre Zusage in ihm auslöste.
Als er sich auf dem Weg machte, folgte sie ihm.
Das Fell der Kätzin war aufgestellt und jeder Pfotenschritt war wohl überlegt. Ihre Aufmerksamkeit war vollständig auf ihre Umgebung gerichtet und die Angst, entdeckt zu werden brachte ihr Herz in Aufruhr. Der Geschmack des Verbotenen... die Gefahr, dass ihre seltsame Beziehung zu dem Flussclan-Krieger Kobrablick aufgedeckt wird.... ließ sie vor Aufregung fast Schnurren. Ein wenig... ja... vielleicht wollte sie sogar ein wenig, dass wirklich jemand davon erfuhr... jede Kätzin sollte wissen, dass der Kater ihr gehörte! Was Schwachsinn war... der Krieger gehörte niemanden... aber ein wenig Träumen durfte ja wohl erlaubt sein.
So war sie ihm also tatsächlich gefolgt, als er Vorschlug sich auf das Territorium seines Clans zurück zu ziehen.
Und genau da war sie nun – nass bis auf die Knochen, weil der Himmel sich geöffnet hatte und Sturzbäche an Wasser vom Himmel fielen. Ihr Fell klebte am Körper und sie wünschte sich  nichts mehr, als im Trockenen zu sitzen. Wie Flussclan-Katzen sich freiwillig nass machen konnten, war für sie einfach nicht nachvollziehen.
Fast erleichtert seufzte sie auf, als sie endlich zu einem winzigen Zweibeinernest kamen und Kobrablick durch ein schmales Loch schlüpfte.
Als der Kater sie fragte, ob alles in Ordnung wäre, schnaubte sie undamenhaft und blickte ihn an, als hätte er nicht mehr alle Schnurrhaare beieinander. “War die Frage jetzt ernst gemeint?  Mein Fell ist vollkommen durchnässt.“, murrte die Kätzin und begann, mit der Zunge über ihr dichtes, weißes Fell zu fahren, um es zu trocken – und dies nahm eine ganze Weile in Anspruch.

//Auch schon bessere Posts xD Aber immerhin ne Antwort!\\




Ein großes Danke an Gigi (Blutseele) für die tolle Siggi! <3

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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   Sa 7 Okt - 13:11

Es ärgerte Kobrablick, dass es dieser Kätzin gelungen war, ihn zu überraschen. Das war bisher noch keiner wirklich gelungen, ja, er hatte oft so getan, wenn sie ihm ihre Gefühle offenbarten und so, aber noch nie hatte er dieses Gefühl wirklich empfunden. Schimmerblatt gaukelte anderen nicht vor, dass sie sie liebte, das wusste er. Denn er hatte sie oft genug beobachtet, ehe er selbst die Fährte aufgenommen hatte. Er hoffte, dass die Kätzin das nicht ahnte, denn das wäre wirklich unangenehm. Tatsächlich war er sehr gut darin, anderen nachzustellen, wenn er etwas wollte. Ob das nun eine positive Fähigkeit war, sei dahingestellt.
Noch nie hatte eine Katze ihn so beeindruckt wie Schimmerblatt das tat. Sie hatte ihn überrascht, und er kam nicht umhin, das zu bewundern. Immerhin passierte es ja nicht besonders häufig. Seine Schwester Sternenlicht war leider viel zu begabt darin, sie hatte sich schon öfter einen Spaß daraus gemacht, ihn hinterrücks anzufallen. Vermutlich wusste sie von seinen...Spielchen. Sie hatten nie darüber gesprochen. Das musste er tun, er wollte ja schließlich nicht, dass Schimmerblatt Probleme bekam. Nein, er wollte nicht, dass er selbst Probleme bekam. Sein Onkel und der Rest des Clans sollten weiter denken, was er doch für ein toller Kater und Krieger war. Ja, das sollten sie. Und wenn er ihnen dann irgendwann seine Schimmerblatt – was war das?! Was waren das für alberne Gedanken?! Ja, sie war ohne Frage die schönste Katze im ganzen Wald und noch weit darüber hinaus...sie war eben einfach das Beste, was es gab. Und für ihn war nur das Beste gut genug. Ja, genau. So einfach war das. Ganz einfach. Ja, mehr war es nicht.
Ach, Kleines, du hast mich einfach überrascht. Und wehgetan hat es auch nicht, aber lass es nicht zur Gewohnheit werden, nachher glaube ich noch, es wäre Eifersucht oder so“, miaute er mit einem Lächeln. Oh, er wollte, dass es Eifersucht war. Er wollte das. Warum wusste er nicht, oder besser, er wollte es nicht wissen. Schimmerblatt war etwas Besonderes, da war er sich absolut sicher. Sie war nicht nur eine von seinen Gespielinnen. Sie war die schönste von ihnen, die er jemals gehabt hatte. Sie wäre die erste, der er es erlauben würde, mit ihm zu verkehren, wenn sie gerade fruchtbar war...was wären das nur für perfekte Jungen? Und was waren das für Gedanken?! Auf seine Worte hin veränderte sich ihr Gesichtsausdruck, er war sich nicht ganz sicher, was sie nun ausdrückte. Gefielen ihr seine Worte nicht? Sie wisse, dass sie nicht die einzige sei. Oh doch, sie war die einzige. Die einzige, für die er sich ins Zeug legte. Die anderen...das war Wut darüber, dass er das Interesse verlor. Oder...Angst? Nein, jemand wie er, der hatte schließlich keine Angst. Er war ein Kater, er verliebte sich nicht...und so. Und dann auch bestimmt nicht in die schönste Katze, das hätte ja eh keine Zukunft, da ihn alle beneiden würden...was ihm eigentlich gefiel. Warum brachte er es jetzt als Argument dagegen? Gerade als er erwidern wollte, dass sie die einzige werden könnte, fügte sie an, dass sie es auch nicht anders hielt. Und das saß. Das gefiel ihm nicht. Er wollte verdammt nochmal nicht teilen! Wenn er irgendwen teilen musste, das war in Ordnung. Aber Schimmerblatt?! Niemals! „Ach, hältst du das auch so.“, begann er, unterbrach sich aber noch rechtzeitig, ehe er den Rest abließ. Er war gekränkt, ließ es sich aber nicht anmerken. Seine Worte waren ruhig gewesen, doch der Rest, den er sagen wollte, wäre mehr als nur verletzend. „Kein Wunder, dass keiner es lange mit dir aushält...“ - beinahe wäre ihm das herausgerutscht. Nein, das wollte er nicht sagen. Damit würde er zu weit gehen, würde die zarte Verbindung zerstören, die sie aufbauten. Und es würde verraten, dass es ihn traf. Das durfte er nicht. Sonst würde er sich selbst eingestehen müssen, warum es ihn so getroffen hatte....ein Gedanke, den er nicht haben wollte. „Ich schätze es nicht, zu teilen, Schimmerblatt. Da bin ich ganz ehrlich. Besonders, da ich absolut überzeugt bin, dass du dich mit minderwertiger Ware beschäftigst.“, fügte er stattdessen an. Er wollte nicht sagen, dass er bereit wäre, für sie seine anderen...Begleiterinnen zu verlassen. Für immer. Das wäre etwas zu viel des Guten. Und da er das auch gar nicht einsah...er wollte nur nicht, dass sie andere Kater nebenher hatte. Er war ja schließlich ein Kater, der sich nicht verliebte. Nicht so wie all die anderen, die sich an ihre Kätzinnen klammerten und darüber all die anderen vergaßen oder so. Nein, er war besser als die alle. Er konnte alle haben. Er hatte das Gefühl, sich im Kreis zu drehen. Immer wieder diese Gedanken, immer wieder diese seltsamen Gefühle, die ihn beinahe schon ängstigten. Diese Katze löste bereits durch ihre bloße Anwesenheit so viel in ihm aus wie kaum jemand sonst. Es war eine Schande...
Die Berührung ihrer Zunge an seiner Wange...es löste weit mehr aus, als ihm lieb war. Wie alles, was sie tat oder sagte. Sie machte aus ihm jemand anderen.
Da sie nicht weiter auf das Thema einging, beharrte er auch nicht darauf. Sie sollte ja schließlich merken, was sie an ihm hatte, damit sie schön bald ihre anderen Katerle abschoss. Wenn sie es nicht tat, würde er es tun. Er würde sie finden...und dann würden sie sich nie wieder in Schimmerblatts Nähe wagen. Dieser Gedanke erschreckte Kobrablick für einen kurzen Moment, aber er fand sich erstaunlich schnell damit ab, welche Wut und welcher Hass in ihm lagen. Viel schlimmer war die Tatsache, dass Schimmerblatt – außer seinen Schwestern – die einzige Katze war, die etwas dieser gleichen auslöste. Und das...war nicht mehr normal.
Auf seine nächsten Worte hin legte sie verlegen die Ohren nach hinten. Es...erwärmte ihn, es war, als würde aus der Glut ein Glimmen werden. Er musste aufpassen. Sehr sogar, denn ihre Frage...wenn er sie wahrheitsgemäß beantwortete, würde das sein Leben ändern. Es würde ihn selbst ändern. Der spöttische Unterton...er konnte es unmöglich sagen. Oder doch? Sie war einen Moment lang still gewesen, beinahe schien sie sprachlos zu sein. Immerhin, da hatte er das mit der Überraschung vergolten. „Ja, du liegst mir am Herzen“, miaute er ruhig. „Aber keine Sorge, damit bist du nicht die einzige“, fügte er noch an. Es war die Angst gewesen, die plötzlich in ihn gefahren war. Sie hatte das sagen müssen. Würde er jetzt genauer darüber nachdenken, würde ihm auffallen, dass ihm genau drei Kätzinnen wirklich am Herzen lagen. Seine beiden Schwestern und Schimmerblatt. Und genau die hatte er gemeint, seine Schwestern. Es war also nicht direkt eine Lüge...nur das Abschwächen der Absolutheit dieser Aussage. Nicht nur für sie – vor allem hatte er es für sich selbst abschwächen müssen. Denn es war Utopie, dass sie ihr Leben aufgeben würde.
Ihre Erwiderung auf seine ehrlichen Worte war ein wenig theatralisch und überspielt. Es war etwas, was sie wirklich beschäftigte. „Gut, ich verspreche dir was, du strahlende Schönheit. Wenn du als alte Katze wirklich allein sein solltest, dann komme ich als alter, hässlicher Kater zu dir und leiste dir Gesellschaft“, miaute er scherzend. War es noch scherzend, wenn es ein Traum war...? Als er dann meinte, dass er ja vielleicht wolle, dass sie sich in ihn verliebe, schlug sie nach ihm. Doch ihr Schlag war harmlos, sie traf ihn nicht. Doch ihre Worte...die trafen. „Wie gut, dass auf deinem noch keine liegen, Schimmerblatt.“, antwortete er und es ärgerte ihn, wie rau und kehlig seine Stimme klingen musste.
Zum Glück wurden sie unterbrochen, so fiel es ihr vielleicht nicht auf. Und tatsächlich folgte Schimmerblatt ihm auf das Territorium des Flussclans. Damit gerechnet hatte er eigentlich nicht, aber gehofft hatte er es. Sie erreichten die Zweibeinerfarm, doch waren sie wohl einen Moment zu spät aufgebrochen. Der Himmel hatte Sturzbäche über sie ergossen. Sein an Wasser gewöhntes Fell war durchnässt als sie ins Trockene schlüpften, doch er war es gewohnt, nass zu sein. Schimmerblatt hingegen war das nicht, sie war eine Windclankatze. Was ihm wieder einmal deutlich machte, welch Utopie sein Traum doch war...sie waren wie eine Eule und ein Eichelhäher, wie Eichhörnchen und Vogel, wie Kaninchen und Ratte. Sie waren einfach so verdammt unterschiedlich...dennoch...
Schnell schob er die Gedanken beiseite. Als sie meinte, dass sie völlig durchnässt sei, lächelte er, schüttelte sich einmal und strich nur mit wenigen Zügen über sein Fell, ehe er sich zu ihr setzte. „Lass mich dir helfen“, miaute er und fuhr dann mit der Zunge über ihre Wange. Hoffentlich würde sie es dulden...



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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   So 22 Okt - 20:54


Schimmerblatt

Angesprochen:Erwähnt:Sonstiges:
KobrablickKobrablickWindclan, ca. 24 Monde

Sie konnte sich ein belustigtes Schnurren nicht verkneifen, als sich das schöne Gesicht des Kriegers leicht verfinsterte. Zwar hatte sie keine Ahnung, warum er verärgert war... aber ihn so zu sehen, gefiel ihr ausgesprochen gut. Seine sonst so charmante Art bekam dadurch etwas gefährliches und sie konnte nicht leugnen... dass ihr das Verlangen durch Mark und Bein lief, wenn er sie mit diesem Blick ansah... Sie fühlte sich dann wie etwas... besonderes... weil er ihr Seiten an sich zeigte, die er vor anderen verbarg – jedenfalls vermutete sie dies... oder besser gesagt... sie hoffte es.
“Schau nicht wie ein angefressenes Kaninchen.“, schnurrte die Kriegerin und ihre Ohren zuckten. Das belustigte, fast herausfordernde glitzern in ihren Augen zeugte von ihrer Belustigung.
Niemals hätte sie erwartet, dass sie sich in der Gegenwart des Katers so wohl fühlen würde, dass sie... sie selbst sein konnte. Einfach nur... sie. Ohne die Maske der Verführung, die sie fast wie ein zweites Gesicht zu tragen beherrschte. Bei ihm konnte sie sich fallen lassen, ihn necken und Schwächen zeigen, die sie sonst vor jedem verbarg.
Vielleicht war es ein Fehler... vielleicht würde sie es irgendwann bereuen... aber... sie würde es ebenso bereuen, wenn sie sich nicht darauf einlassen würde, dass wurde ihr in dem Moment klar, als der Kater meinte, sie wäre... anders, als die Kätzinnen, die er sonst kannte. Also hatte sie den Sprung ins kalte Wasser gewagt – und würde nun sehen, wohin die Strömung sie treiben würde.
Natürlich war die Kätzin nicht dumm... sie wusste, dass sie nicht die einzige für ihn war. Es tat weh, aber damit konnte sie leben. Musste damit leben. Was sie allerdings nicht ertragen würde... wäre, wenn der Kater eine Gefährtin hätte. Bei jedem...  nur nicht bei ihm! Ein Glück, dass sie davon noch nichts vernommen hätte... denn verzeihen würde sie es ihm nicht. So albern es auch wäre.
Als er meinte, sie hätte ihn nur überrascht und es hätte nicht weh getan, musste sie einfach lachen. Auf die Worte, dass sie es nicht zur Gewohnheit werden lassen sollte, sonst könne er es mit Eifersucht verwechseln, war sie ihm einen frechen Blick zu. “Vielleicht ist es ja genau dies... Eifersucht.“, miaute sie, die Stimme gespielt schnippisch. Oh... wenn er wüsste, wie recht er mit seiner Behauptung hatte. Natürlich war sie eifersüchtig. Sie wollte ihn für sich alleine haben und hätte ihn am liebsten irgendwo eingesperrt... Zwei Dinge hinderten sie daran... sie würde es sowieso nicht schaffen, ihn auch nur von der Stelle zu bewegen... und... er brauchte seine Freiheit... so wie sie die ihre. Eingesperrt... von der Welt abgeschottet... er würde zugrunde gehen. Sich verändern. Das wollte sie nicht... niemals... Solange sie also keine Kätzin bei ihm sah... oder davon hörte... konnte sie sich einbilden, sie alleine zählte für ihn.
Hätte sie gewusst, dass ihm für einen Moment der Gedanke an gemeinsame Junge in den Sinn schoss... sie wusste nicht, was sie dann getan hätte. Denn... sie liebte Junge. Obwohl sie immer so tat, als könne sie diese nicht leiden und es das schlimmste wäre, was einer Kätzin passieren könnte... so war es genau dies, was sie sich so sehnlichst wünschte... Eine Familie... Ihre Familie... Etwas... was sie selbst niemals gehabt hatte. Sie wusste nicht, ob sie eine gute Mutter wäre... aber sie würde ihr bestes geben, eine zu sein! Nur... dies war albern. Zu einer Familie gehörte ein Gefährte... und nein... Kobrablick wollte sich nicht in dieser Art binden, so ahnte sie... und sie selbst? Für sie gehörten Junge in eine intakte Partnerschaft... nicht zu einer Mutter, bei der keine Katze sicher sein konnte, wer denn der Vater wäre... und sie selbst es nicht würde verraten können. Hätte sie nur ein paar Herzschläge länger gewartet, so wäre sie dieser Vorstellung vielleicht tatsächlich einen winzigen Schritt näher gekommen... aber nein. Sie konnte ihren Mund nicht halten...
Ein leises Seufzen entwich ihr und sie schloss für einen kurzen Moment die Augen, bevor sie ihre blauen Augen auf ihn richtete und nachdenklich zu dem Kater aufsah. Er selbst schien ebenfalls in Gedanken zu sein und sie hätte vieles gegeben, um zu wissen, worüber er nachdachte. Neugierde war wirklich eine schreckliche Eigenschaft ihrerseits... Denn eigentlich... mochte sie es, dass Kobrablick so schwer zu durchschauen war. Immer... geheimnisvoll.
Auf die Worte des Katers, nachdem sie meinte, dass sie es genauso halten würde wie er, blickte sie ihn abwartend an. Hatte sie doch das Gefühl, es war noch nicht alles, was er zu sagen hatte. Aber er schwieg und so zuckte sie leicht die Schultern, bevor sie ihn spöttisch anblickte. “Ja... ich halte es auch so. Wieso? Bist du eifersüchtig?“, miaute sie neckend und warf ihm somit die Worte zu, die er ihr in versteckter Weise ebenfalls gesagt hatte.
Doch bereits im nächsten Augenblick überraschte er sie erneut und sie konnte nicht verhindern, dass sich ihre Augen überrascht weiteten, bevor sie ihre Mimik wieder im Griff hatte. Ein Wunder, dass ihr der Kiefer nicht herunter geklappt war. Sie... war erstaunt... verlegen... und versuchte es deshalb mit Humor. “Minderwertige Ware? Aber ich beschäftige dich doch grade mit dir. Würdest du dich als minderwertig bezeichnen?“, fragte sie scheinheilig und wusste, dass die Chance bestand, dass er ihre Worte alles andere als lustig finden würde. Aber... wer nicht wagt, der nicht gewinnt... nicht wahr? Auch, wenn es zu dieser Situation ja nicht unbedingt zu passen schien...
Warum, zum Sternenclan, schaffte er es mit Leichtigkeit, sie verlegen zu machen?! Auch die weiteren Worte brachten ihr Herz zum hüpfen.... bis er hinzu fügte, dass sie sich keine Sorgen machen sollte – denn sie wäre nicht die einzige. Wut schoss in diesem Moment in ihr auf, siedend heiße Eifersucht, die sie nicht zu kontrollieren vermochte. In diesem Augenblick war es ihr egal, wenn er sie für ein Bienenhirn hielt, doch sie warf ihm einen Blick zu, bei dem sie hoffte, sein Gemächt würde zusammen schrumpeln. “Dann geh doch zu deinen tollen Katzen, die dir genauso sehr am Herzen liegen, wie ich. Du bist mir nämlich relativ egal!“, fauchte sie und drehte ihm zickig den Rücken zu. Es hätte vermutlich einen stärkeren Eindruck hinterlassen, wäre sie gegangen... aber genau da lag das Problem... Sie wollte nicht gehen, ihn nicht verlassen... noch nicht.
Nur leider schaffte er es bereits wieder im nächsten Moment, ihre Wut zu besänftigen... indem er sie zum lachen brachte. Mit einem genervten Augenverdrehen wandte sie sich wieder zu ihm um. “Du kannst überhaupt nicht hässlich werden... du dummer Kater.“, miaute sie mit einem Schnauben. “Auch, wenn ich es dir manchmal wirklich gönnen würde!“
Leicht fuhr sie sich mit der Zunge über das Fell, überlegte. Machte sich Gedanken über die momentane Situation. Sie konnte sich nicht daran erinnern, dass sie mit einem Kater jemals so viel gesprochen hatte, wie mit Kobrablick.
Als sie seine raue Stimme vernahm, lief ihr erneut ein Schauer über den Rücken und sie zuckte leicht mit den Ohren. “Ich habe nie gesagt, dass auf meinem keine liegen... aber ich habe ihnen nie vorgespielt, dass sie mir etwas bedeuten. Ich denke, dass kann man mir anrechnen.“, miaute sie und zuckte leicht mit den Schultern, tat dies alles ab. Sie wollte nicht über Liebe sprechen... zu groß war ihr Wunsch nach einer solchen...
Die Kätzin war froh, als das Thema um schwang... für einen kurzen Moment schwiegen sie beide und kümmerten sich um ihr Nassen Pelze. Sie beklagte sich darüber, dass es ewig dauern würde, dass ihr Fell trocknen würde – und war überrascht, als sie Kobrablicks Stimme an ihrem Ohr vernahm. Seine Zunge fuhr über ihre Wange und für einige Herzschläge erstarrte die Kätzin unter der Berührung. Zu viel... zu nah... sie konnte nicht... durfte nicht... musste... doch obwohl sie wusste, dass sie ihn von sich stoßen sollte... obwohl sie wusste, dass sie diese Art der Nähe nicht hätte zulassen dürfen... schmolz ihr Herz dahin und die Starre, die ihren Körper noch vor kurzem durchzogen hatte, verschwand. Sie entspannte sich, schloss die Augen... ihr leises, rhythmisches Schnurren ließ ihren Körper vibrieren, während die Zeit für sie in diesem Moment stillzustehen schien und sie sich für einen Moment der Seligkeit hingeben konnte, die nur dieser Kater ihr zu schenken vermochte... dieser Kater, den sie mit jeder Faser ihres Körpers liebte – und dem sie dieses niemals erzählen durfte.
Bis sich ihr denken wieder einzuschalten schien... nein! Sie durfte es nicht zulassen. Durfte nicht länger zeigen, wie sehr sich ihr Herz genau danach sehnte. Schimmerblatt unterbrach den Kontakt, indem sie sich elegant aus seinem Griff wand. Doch wollte sie nicht, dass er dies als Abfuhr verstand und schlich deshalb dicht um ihn herum, strich an seiner Flanke lang und ihr Schweif berührte sein Kinn. “Wirst du etwa weich, Kobrablick?“, fragte sie leise – und im nächstem Moment stieß sie ein herausforderndes Fauchen aus und stürzte sich hinterrücks auf den Kater. Ihre Pfoten umklammerten seinen Körper, während sie versuchte, spielerisch in sein Ohr zu beißen. Spielen... sie hatte... noch nie gespielt. Weder als Junges, noch als Schülerin. Nicht auf diese Art... und sie hoffte, dass sie sich nicht komplett zum Narren machte... denn es gab niemanden, der jemals hatte mit ihr spielen wollen... nie...





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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   Mo 6 Nov - 12:07

Hätte Kobrablick ihre Gedanken lesen können, es hätte ihn ohne Frage erregt. Dass er in ihr Verlangen wachrief war eine ungemeine Bestätigung für ihn, dass er der Beste war. Dass er besser war als andere. Viel besser. Etwas, was er zu glauben vorgab, was ihm sein Geist auch vorgaukelte. Um zu verdecken, was wirklich in ihm war: Unsicherheit. Doch diese Unsicherheit hatte er bereits als Junges am Bauch seiner Mutter abgelegt. Zumindest hatte er sich ein Alter-Ego geschaffen, dass er nicht wieder abgelegt hatte.
Auch wenn er sich gefühlt nicht anders verhielt in ihrer Anwesenheit, so gab er doch mehr Acht, was er sagte und wie er es sagte. Bei seinen gewöhnlichen Begleiterinnen spielte er sein Spiel, aber wenn es nicht klappte, wenn er einen Streit vom Zaum brach, war es eben so. Früher oder später kamen sie immer wieder, um sich zu entschuldigen. Das gab ihm natürlich das Recht, sich noch besser zu finden. Aber bei Schimmerblatt war er sich unsicher. Wenn er einen Fehler machte, würde sie dann zu ihm kommen? Oder ihn für immer abschreiben?
Als sie dann meinte, er solle nicht wie ein angefressenes Kaninchen schauen, fühlte er sich ertappt. „Ich weiß leider gar nicht, wie ein angefressenes Kaninchen aussieht. Und ich fürchte, du hast auch schon lange keins mehr gesehen“, erwiderte er belustigt, doch steckte in seinen letzten Worten auch bitterer Ernst. Schimmerblatt war mager, sie war zwar dennoch die wohl schönste Katze der Welt, aber es...tat weh. Es tat weh, sie so zu sehen. Auch wenn sie nichts sagte, der Hunger bereitete ihr bestimmt Schmerzen. Und wenn Kobrablick eins nicht wollte, dann das seine Schimmerblatt Hunger litt. Da war es schon wieder. Seine Schimmerblatt. Auch wenn das natürlich nur ein Besitzanspruch war, den er stellte, so fühlte es sich auch gut an. Würde sie eines Tages ganz sein sein? Schnell vertrieb er diesen Gedanken wieder. Das waren Hirngespinste, nichts, worauf man etwas geben sollte. Sie vernebelte seine Gedanken, das war alles.
Ihre Gedanken waren seine Träume...hätte er es gewusst, vielleicht hätte er es gewagt, sie von einer billigen Affäre zu mehr zu erheben. Aber er wusste es nicht, konnte nur spekulieren. Und im Leben käme er nicht darauf, dass sie sich bei ihm anders verhielt, dass sie die Maske der Verführung ablegte, wenn sie mit ihm zusammen war. Denn alles an ihr war verführerisch. Auch ihre Schwächen, wenn sie denn welche hatte. Sie lachte, als er meinte, dass sie ihn einfach überrascht hätte. Es kratzte an seinem Stolz, das musste er sich eingestehen. Und das fand er nicht besonders gut, aber er konnte es ja nicht ändern. Dennoch spannten sich seine Muskeln kaum merklich an. Lachte sie ihn aus? Oder lachte sie, weil sie es besser wusste? Oder weil sie erleichtert war, ihn nicht verletzt zu haben? Er wusste es nicht. Und das machte ihn wahnsinnig. Er konnte ja schlecht mit ihr hier sitzen, wenn sie ihn auslachte, oder? Kurz überlegte er, sie stehen zu lassen, doch ihre nächsten Worte besänftigten ihn. Ja, sie vertrieben jede Wut. Ihre Stimme klang gespielt, es war eine deutlich andere Bedeutung darin, als sie preisgeben wollte. War es vielleicht die Wahrheit? War sie eifersüchtig? Er hoffte es und quittierte ihre Worte mit einem Lächeln, das verständig und ehrlich wirkte. Kobrablick wollte einfach, dass es die Wahrheit war, deswegen behandelte er es jetzt so. Auch wenn er dadurch nicht wagen würde, sich anders zu verhalten. Das wäre nicht ratsam...wohl noch zu früh. Außerdem hatte er keine Ahnung von echter Liebe. Nicht, dass es Liebe wäre oder so...er verliebte sich nicht. Wenn jemand wie er dauerhaft gebunden wäre, das wäre eine Schande für die Kätzinnen der Welt. Wenn Schimmerblatt dadurch allerdings glücklich würde...
Der Krieger verbot sich diese Gedanken. Sie brachten ihn nicht zum Ziel, sie brachten ihn generell nicht weiter. Dadurch würde er sich nur auf der Stelle bewegen und das half nun ja wirklich niemandem.
Wenn er gewusst hätte, wie sehr sich Schimmerblatt eine Familie wünschte...es hätte etwas in ihm verändert. In ferner Zukunft hatte auch er einen Gedanken daran, schon seit er ein Junges war. Er träumte von einer Familie, die vollständig war. Er hatte keinen Vater gehabt, nur eine Mutter, die unter seiner Anwesenheit litt. Dann hatte er zwar auch zwei Schwestern gehabt, doch die dritte war beim Vater aufgewachsen. Als sie in den Clan zurückkehrte, war sie eine Fremde für ihn. Eine intakte Familie sah anders aus. Und schon als Junges hatte er entschieden, dass er, wenn er älter war – und damit meinte er so in etwa das Alter von Mondsturm – eine richtige Familie haben würde. Eine Gefährtin an seiner Seite, gemeinsame Junge. Er wusste zwar nicht, wie sich ein Vater verhalten sollte, aber er wusste, was ihm als Junges gefehlt hatte. Könnte er nicht vielleicht sogar ein guter Vater sein? Schimmerblatt wäre auf jeden Fall eine gute Mutter...
Diese Gedanken sollten in die hinterste Ecke seines Verstandes wandern. Da war er sich ganz sicher, die sollte er nicht haben. Nicht jetzt, nicht mit ihr...auch wenn sie die erste war, die etwas wie das auslösen konnte.
Auf seine Worte hin, reagierte sie mit einer Frage, die er ihr nicht anders gestellt hatte. Und er war froh, sagen zu können, dass er einfach nicht gerne teilte. Es war nicht schwer, sich dabei zu verhalten, als würde er etwas offenbaren, was sonst keiner wusste, was ihm unangenehm war. Denn genau das traf zu auf die Worte, die er von sich gab. Damit schien sie nicht gerechnet zu haben. „Nun, ich bin wohl nicht besser als der Rest, meinst du nicht? Denn wenn ich das wäre, wären die anderen dir ja egal und ich müsste nicht teilen“, miaute er mit einem Funkeln in den Augen. Scherzhaft. Auch wenn er sich selbst nicht so sah, immerhin war er ja der Traum einer jeden Kätzin. Er hoffte, sie würde sagen, dass er eben keine minderwertige Ware war. Er betete beinahe schon, dass sie ihm sagen würde, er wäre der einzige.
Auf seine nächsten Worte hin stand Schimmerblatt die Eifersucht ins Gesicht geschrieben. Damit hatte er nicht gerechnet, wirklich nicht. Seine Worte waren der eigenen Angst entsprungen. Angst davor, sich zu verlieben, Angst, dass sein Herz gebrochen würde. Sie drehte sich um, wies ihm den Rücken zu. Aber sie ging nicht. Erleichtert erhob er sich und setzte sich ein Stück näher. „Schimmerblatt, wenn ich dir egal wäre, dann wärst du gegangen. Dann hätte es dich auch nicht getroffen“, miaute er ruhig. Er wollte keinen Streit. Wollte aber auch nicht preisgeben, dass er eben doch mehr für sie fühlte als für all die anderen. „Und du neidest doch meinen Schwestern nicht meine Liebe, oder?“, fügte er dann belustigt hinzu. Natürlich nicht nur seinen Schwestern...das war nur eben alles, was ihm gerade eingefallen war. Er stellte sich an wie ein Mäusehirn. Wie ein dummer Kater, der vom Leben keine Ahnung hatte. Verdammt.
Sie berührte ihn und verleitete ihn dazu, Dinge zu sagen, die er normalerweise nie sagte. Er versprach ihr sogar, dass er sie besuchen würde, wenn sie im Alter noch allein wäre. Nicht, dass er sich sonst an Versprechen hielt, aber dieses war anders. Dieses war auch sein Traum, nicht nur der ihre. Wenn es denn ihrer wäre. Ihre Worte waren mit einem Schnauben versehen. „So schön wie du werde ich nie sein. Jeder ist neben dir hässlich, Schimmerblatt, und dazu zähle auch ich“, miaute er. Ein offensichtliches Kompliment. Oh, er war wirklich vernarrt in diese Kätzin. Das Probelm war, dass sie im Windclan lebte...und sie wohl nicht in den Flussclan kommen wollte. Das verstand er auch...irgendwie. Aber es war nicht leicht, sich jegliche Hoffnung sofort wieder zu nehmen...seine Mutter hatte eine Beziehung zu einem Streuner gehabt. Niemand hatte es gewusst...vielleicht gelänge es ihnen ja auch...?
Du magst es ihnen nicht vorgespielt haben, aber viele Kater sind dumm. Sie gehen meist davon aus, dass sich eine Kätzin nur dann mit ihnen trifft, wenn sie etwas für den Kater empfindet. Dass auch Kätzinnen es handhaben können wie wir Kater, das wollen die meisten nicht sehen“, erwiderte er mit einem Lächeln, froh, dass sich seine Stimme wieder befreit hatte.
Sein Fell war bald trocken, doch Schimmerblatt aß nicht so regelmäßig Fisch wie er. Generell war sie viel zu unterernährt. Er sollte ihr etwas zu essen geben...er wollte sich grade der Jagd zuwenden, als sie meinte, sie würde ihr Fell niemals trocknen. Er konnte nicht anders, trat zu ihr, bot seine Hilfe an. Und leckte ihre Wange. Das Blut in seinem Körper pulsierte, die Anziehung dieser Katze war ungemein hoch. Und er konnte sich ihr nicht erwehren...doch auch sie schien...sie entspannte sich, schnurrte, er spürte, wie ihr Körper vibrierte, während er ihr Fell pflegte. Dann war es plötzlich vorbei, sie entzog sich ihm. Aber er hatte gesehen, dass es ihr gefallen hatte. Er war sich absolut sicher. Sie strich um ihn herum und ihr Schweif fuhr an seinem Kinn entlang. Er wollte sie. Für immer. Sie sollte sein bleiben. „Vielleicht bin ich das schon lange“, erwiderte er fast schon ein wenig provokant auf ihre Worte, ehe sie ihn plötzlich umstieß. Er hatte mit vielem gerechnet, dass sie ihm eins auf die Nase geben würde, dass sie ihn stehen ließ, aber dass sie ihn spielerisch ansprang? Nein, das wäre niemals möglich gewesen, seiner Meinung nach. Im ersten Moment wusste Kobrablick nicht, was sie tat, was überhaupt passierte. Doch sie hatte die Krallen eingezogen, sie schien es eindeutig nicht ernst zu meinen. Immer wieder schnappte sie nach seinem Ohr. Spielerisch. Er lachte, konnte nicht anders, und umklammerte nun seinerseits ihren Körper. Dabei spürte er, wie dünn sie war...er hatte Angst, sie zu zerbrechen. Ihr wehzutun...und er fühlte sich schlecht, dass sie nicht genug zu essen hatte. Dennoch holte er sich Schwung rollte sich auf sie, drückte sie leicht zu Boden, so wie sie ihn zuerst. Liebevoll betrachtete er sie, konnte nicht anders...



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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   So 15 Apr - 19:10


Schimmerblatt

Angesprochen:Erwähnt:Sonstiges:
KobrablickxxxWindclan, ca. 24 Monde

Die hübsche Kätzin betrachtete Kobrablick aus halb geschlossenen Augen und tat, als würde ihre Fellpflege ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Natürlich war dem nicht so... nicht einmal im entferntesten. Viel eher machte sie sich  ununterbrochen Gedanken über ihn... und nicht nur über ihn... sondern auch über sich selbst.
Viel zu oft in seiner Gegenwart geisterten ihr Dinge durch den Kopf, die sie so schnell wie möglich wider in die Verbannung schieben sollte... doch es gelang ihr nicht. So wie jetzt. In diesem Moment.
Hatten sie die Chance auf eine gemeinsame Zukunft? Wäre dies überhaupt möglich? Wie sollte es funktionieren? Immerhin stammten sie aus verschiedenen Clans... eine Beziehung zwischen ihnen würden niemals akzeptiert werden! Selbst wenn einer den Clan wechseln würde... aber... wäre sie dazu  bereit, den Windclan zu verlassen? Würde er dem Flussclan den Rücken kehren? Was wäre mit Jungen? Wollte er eine Familie?
Sie wusste, es machte keinen Sinn über all dies nachzudenken... Kobrablick hatte nie Anzeichen gemacht, dass er mehr von ihr wollte als eine gelegentliche Intimität... Innerlich seufzte Schimmerblatt. Sie war wirklich ein Bienenhirn... Immer wieder hatte sie sich selbst gesagt, sie solle sich keine Hoffnungen machen... Nichts wollen, was sie niemals bekommen konnte... tja... das Leben schien es anders zu sehen und unterstützte sie in ihrem Vorhaben nicht. Während sie ihren Gedanken nachhing, vergaß sie ihr Spiel... unverhohlen blickte, nein... starrte... sie den Kater an.
Die Kätzin wurde erst aus ihren Gedanken gerissen, als er zu sprechen begann. Und seine Worte gefielen ihr gar nicht. Obwohl sie wusste, dass er es nicht böse meinte, konnte sie nicht verhindern, dass sich ihr Fell aufstellte und ihre Augen vor Wut heller wurden. “Du brauchst dir keine Sorgen machen – ich bekomme genug.“, miaute sie spitz, ihre Stimme mehr als unterkühlt. Ganz sicher würde sie einer aussenstehenden Katze nicht gestehen, wie schlecht es um die Beutesituation auf dem Gebiet des Wind-Clans stand... niemals! Selbst, wenn es längst für alle ersichtlich war... Aber es zu sehen war nicht das gleiche wie es genau zu wissen.
Natürlich hatte sie Hunger... den hatte jedoch jeder im Windclan. Allerdings konnte sie nicht verstehen, wie man in dieser Zeit auch noch Junge in die Welt setzen konnte... denn die Hungersnot war nicht erst seit wenigen Monden... schon viel zu lange litten sie an der Beuteknappheit. Wie also konnte eine Kätzin es verantworten, zu diesem Zeitpunkt ihren Nachwuchs ein solches Leben zu bescheren? Wo sie sich nicht sicher sein konnte, dass sie überleben würde? Wäre sie selbst in dieser Situation... in ihren Augen gebe es nur zwei Möglichkeiten. Den Windclan zu verlassen und in der Nähe der Zweibeiner zu leben – oder ihre Jungen diese Leben zu ersparen, solange es noch ging.
Dieses Mal fiel es der Kätzin nicht so leicht ihren Ärger herunter zu schlucken und ihren Ärger nicht an dem Kater auszulassen... denn im Grunde hat er nur das Offensichtliche erwähnt.
Vielleicht war das darauf folgende Lachen ein wenig zu künstlich... jedenfalls kam es ihr selbst so vor.
Nun entwich ihr doch ein leichtes Seufzen und ihr Blick glitt hinauf zu den Dachbalken. “Glaubst du, den Sternenclan gibt es wirklich? Oder hören wir einfach auf zu existieren, wenn wir sterben?“, fragte sie leise, völlig aus den Kontext gerissen. Sie wusste nicht, wie sie plötzlich auf diese Frage kam, wusste nicht, warum sie diese stellte. “Du musst nicht antworten, es war eine dumme Frage!“, fügte sie hinzu und blickte zu dem Kater, der plötzlich selbst ein wenig nachdenklich schien.
Oh... hätte sie nur gewusst, dass auch Kobrablick unter seiner Fassade de eisernen Junggesellen Gedanken hatte, die er sich selbst verbot. Dass auch er sich eine Familie wünschte. Eine intakte Familie... eine, die er nie hatte. Aber... immerhin hatte er stets gewusst, zu wem er gehörte...
Ihren Vater hatte sie nie kennen gelernt, er verließ ihre Mutter noch vor Schimmerblatts Geburt... er hatte sie niemals haben wollen... ihre Mutter starb bei der Niederkunft... Geschwister hatte sie keine... Sie hatte... niemanden. Nicht einmal Freunde, seit Wisperwinds verschwinden. Vielleicht... war dies der Grund für ihren Wunsch nach einer eigenen Familie. Jemanden, der zu ihr gehörte... Sie wusste nicht, ob sie eine gute Mutter wäre... aber sie würde alles für ihre Jungen geben. Junge, die es niemals geben wird....
Seine nächsten Worte machten sie baff und sie öffnete den Mund, schloss ihn aber kurz darauf wieder. Musste nachdenken. Ihre Worte genau überlegen... Sie wollte nicht, dass er es persönlich nahm... aber sie wollte sein Ego auch nicht zusätzlich bestärken und bestätigen, dass absolut niemand besser wäre als er!
“Tja... vielleicht musst du dich einfach ein wenig mehr anstrengen, um aus der Masse hervor zu stechen.“, miaute sie deshalb mit einem leicht herablassenden Schulterzucken, doch ihre Mundwinkel zuckten schelmisch. Sollte er es nun auffassen, wie er wollte.
Kurz darauf jedoch... ärgerte sie sich erneut über ihn und drehte ihm den Rücken zu. Dieser... Arrogante... dämliche... Kater! “Vielleicht hatte ich nur einfach keine Lust bei diesem Regen zu gehen und nass zu werden.“, miaute sie auf seine Aussage hin schnippisch und hätte sich selbst in den Hintern beißen können als er fragte, ob sie seinen Schwestern seine Liebe neidete. Beim Sternenclan! Klar tat sie das! Sie war auf alles neidisch, was seine Aufmerksamkeit, Achtung und Liebe besaß... Familie hin oder her! “Es ist mir vollkommen egal, wer deine Liebe besitzt und wer nicht.“, miaute sie und hatte ihm noch immer den Rücken zugewandt.
Nur leider... leider schaffte er es immer wieder sie zur beruhigen. Glücklich zu machen. Bei seinen Worten, dass er niemals so schön sein würde wie sie und jeder neben ihr verblassen würde, konnte sie sich ein zufriedenes Lächeln nicht verkneifen. Jedoch verbannte sie es, bevor sie sich zu ihm wandte. “Du brauchst mir nicht sagen, was ich selbst jedes mal sehe, wenn ich ins Wasser blicke.“, sagte sie und schenkte ihm einen herablassenden Blick. Trotzdem erhob sie sich und trat wieder ein paar Schritte näher zu ihm, sah ihn fast stirnrunzelnd an, als er meinte, dass viele Kater nicht sehen wollen, dass eine Kätzin ebenso wie sie selbst nur mit einem potentiellen Partner spielen könnte.
“Und du? Wie ist es bei dir? Siehst du es ein? Oder fällt es auch dir schwer, eine Kätzin so zu sehen?“, fragte sie deshalb, echte Neugierde in der Stimme.
Als er ihr dann bei der Trocknung ihres Fells half, schnurrte sie aus voller Kehle und schloss die Augen, vergaß für den Moment alles um sich herum.  Konzentrierte sich ganz auf das Gefühl, den Kater den sie... - nein... sie würde es nicht einmal denken... - dem Kater so nahe zu sein. Doch nur allzu schnell musste sie sich von ihm lesen – um ihrer selbst willen. Versuchte ihn zu provozieren, doch er überraschte sie mit seinen Worten. Sie wusste nicht, was sie antworten sollte und griff ihn im nächsten Augenblick spielerisch an. Sein tiefes Lachen sandte Schauer durch ihren Körper und ihre Augen blitzten erfreut. Sie liebte dieses Lachen... es war... ehrlich! Ein überraschtes Quietschen entwich ihr, als Kobrablick nun die Rollen tauschte und sie sich im nächsten Moment auf dem Rücken befand – unter ihm.
Zuerst versuchte sie sich zu befreien. Es wäre ihr wohl gelungen, denn er hielt sie nur leicht gefangen – doch... sie fand es gar nicht mal so übel. Ein überraschender Gedanke, denn sie fühlte sich im Normalfall schnell eingeengt. Mit den Hinterpfoten trommelte sie  leicht gegen seinen Bauch, versuchte ihn weg zu drücken – doch keine Chance. Selbst in guten Ernährungszustand wäre es für sie ein schwieriges Unterfangen gewesen, doch nun, in ihrem geschwächten Zustand war sie Chancenlos. Somit hob sie eine Vorderpfote, während die andere vor ihrem Brustkorb angelegt war und legte sie dem Flussclan-Krieger auf die Wange. Nun erst antwortete sie auf seine Worte und in diesem Moment der Schwäche lag unverhohlene Zuneigung in ihren Augen. “Vielleicht gefällt es mir ja, wenn du weich wirst... solange es nur bei mir ist.“ Sie sagte damit viel... vielleicht zu viel...
Aber in diesem Moment konnte sie einfach nicht anders. Sie dachte nicht nach, was sie damit zum Ausdruck brachte... Dachte nicht nach, wie viel von ihren Gefühlen sie verriet... Dachte nicht nach, was es bedeuten konnte. Vielleicht würde Kobrablick abgeschreckt... vielleicht würde er gehen... vielleicht würde er alles beenden, was noch nicht einmal begonnen hatte...
"Ich... ich muss bald gehen...", miaute sie leise, die Pfote noch immer auf seiner Wange. Sie wollte nicht... aber sie musste.




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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   Mo 28 Mai - 23:48

Der Regen schlug gegen die Behausung, in der sie sich versteckten. Laut war es, doch sie waren sicher. Und...sie hatten sich nicht trennen müssen. Sie war mit ihm gekommen...damit hatte er nicht gerechnet. Die wunderschöne Schimmerblatt hatte ihn begleitet. Sie war ihm auf das Territorium des Flussclans gefolgt. Konnte er sich darauf etwas einbilden? Eigentlich nicht, aber dennoch tat er es irgendwie. Er wollte, dass sie nie wieder ging. Das war ein mehr als dummer Gedanke. Als wäre er...nicht mehr er selbst. Als wollte er sich binden, sein wildes Leben aufgeben. Dabei war das keine Option. Das gehörte zu ihm. Keine wäre etwas für immer...außer Schimmerblatt. Und die würde sich wohl kaum binden. Teilen würde er jedoch nicht. Entweder sie verzichtete ebenso wie er oder er würde sie von sich weisen. Würde er das? Er wusste doch, dass sie mit anderen verkehrte...und dennoch hatte er sie gefragt, ob sie ihn nicht begleitete. Sie hatte ihn versetzt! Sie hatte ihn nicht gewertschätzt! Nicht so, wie er es verdiente!
Und dennoch saß er mit ihr hier... Sein Blick wanderte zu ihrem schlanken Körper. Betont durch die Nässe konnte er ihren Körperbau bewundern. Nichts war daran auszusetzen. Alles war perfekt...ihre Beine, ihr wunderschönes Gesicht...das einzige, was ihn störte, war ihr eindeutig schlechter Ernährungszustand. Sie sollte strahlen vor Leben, vor Kraft und vor Gesundheit. Sie sollte nicht hungern...er wollte das nicht. Sie sollte alles haben...und er könnte ihr alles bieten. Wenn sie sein würde...
Er verbot sich den Gedanken. Das war nichts, was ihn weiterbrachte. Sie würde wohl ebenso wie er nicht aufhören, zu spielen. Sie war wunderbar und konnte es sich leisten. Jeder riss sich um sie...jeder Kater, der sich für eine andere entschied, war mehr als dumm. Es gab keine bessere Katze. Nicht eine.
Kobrablick ahnte nicht, dass auch sie überlegte, ob sie eine Zukunft hätten. Oh hätte er es doch...wenn er endlich ehrlich zu sich wäre, würde er erkennen, dass er für sie alles hinter sich lassen würde. Er würde seinen Clan verlassen, um mit ihr zu gehen. Eine Grenzbeziehung kam für ihn jedenfalls nicht infrage. Entweder würde sie zu ihm kommen oder er zu ihr gehen. Und da er ihr nicht zumuten wollte, den Clan zu verlassen, den sie liebte...würde er es tun. Diese Gedanken waren neu für ihn. Bisher war es ihm nicht in den Sinn gekommen, den Clan zu wechseln. Und auch jetzt war der Gedanke erschreckend und abartig. Aber gleichzeitig...nein! Nein und nochmals nein! Er würde sich nicht die Blöße geben und sie bitten. Er würde sich nicht lächerlich machen und damit alles verlieren, was sie miteinander hatten. Auch wenn es ihn wahnsinnig schmerzte, überlegen zu müssen, mit welchen Kater sie schon...
Außerdem wirkte sie nicht wie jemand, der etwas anderes wollte. Und er würde sich nicht lächerlich machen. Nein.
Auf ihre Worte hin erwiderte er etwas über den Ernährungszustand der Windclankatzen. Eigentlich hatte er sie darauf nicht ansprechen wollen. Er wollte nicht, dass sie dachte, er würde sie als weniger attraktiv ansehen. Dass er sie aushorchen wollte oder so...aber irgendwie war in ihm die Sorge um sie. Richtig verbalisieren wollte er diese nicht. Aber sie war da! Und unbewusst hatte sie sich in seine Worte geschlichen, ihn enttarnt und sie erregt. Er verfluchte sich dafür, dabei hatte er doch eigentlich nichts falsch gemacht. Nein, er machte alles richtig. Seine Worte waren nicht falsch gewesen. Sie reagierte nur unangenemessen...das musste es sein. Er war perfekt, an ihm lag es sicher nicht...oder doch? Denn sein Selbstvertrauen stand auf seiner Unsicherheit geschrieben, lag darin begründet und hatte nie Platz gemacht, um ihm ein realistisches Bild der Welt zu vermitteln. Ihre Worte waren spitz und unterkühlt. „Ich sehe deine Rippen, Schimmerblatt. Du kannst mir erzählen, was du möchtest, aber ich bin weder blöd noch blind. Ich habe Augen im Kopf und sehe, dass du viel zu dünn bist.“ Seine Stimme war nicht so frei von...Empörung wie er es gern hätte. Sie glaubte doch nicht, dass er dumm war?! Er wollte ruhig reagieren, doch der feine Unterton hatte sich eingeschlichen und er konnte ihn nicht mehr zurücknehmen. Warum brachte sie ihn dazu? Sie machte ihn weich...empfänglich für Emotionen, die er sonst zumindest nach außen hin verbergen konnte. Doch diese Fähigkeit nahm sie ihm...
Ihre Meinung über die Jungen hätte Kobrablick geteilt. Es war unverantwortlich und nicht erstrebenswert. Nicht in dieser Zeit...doch Junge von Schimmerblatt hatten dennoch ihren Reiz. Die einzige Katze, bei der er so dachte. Aber das war auch nicht verwunderlich. Er war der Beste und sie eben einfach die Beste. Warum sollten sie dann nicht gemeinsam wunderbare, perfekte Junge bekommen? Er sollte das vielleicht nicht denken, aber er tat es dennoch. Und das war nicht gut. Sie war eine von vielen, nicht mehr, nicht weniger...nur war sie perfekt. Und das hatte er noch über keine andere sagen können. Sie war eben erstklassige Ware...anders als all die anderen.
Plötzlich entwich ihr ein leises Seufzen. Sofort war er hellwach, betrachtete sie und versuchte herauszufinden, was sie dachte. Dann kam ihre Frage...völlig unerwartet traf sie ihn. Ob es den Sternenclan gäbe? Erstaunt blickte er sie an, konnte es nicht verstecken. Sie nahm ihre Worte direkt zurück, doch sie hatte damit einen Teil von sich gezeigt, der Kobrablick interessierte. Es war ehrlich gewesen, ernst gemeint. Er überlegte einen Moment. „Ich glaube an den Sternenclan. Meine Mutter...hat einst einen Traum vom Sternenclan geschickt bekommen. Sie hat es mir erzählt...und meine Mutter hat mich nie angelogen. Ich weiß, das klingt vielleicht naiv und dumm, aber ich hab vom ersten Tag an erfahren, dass mein Vater sie vergewaltigte und ein Mörder ist. Der Mörder ihres Vaters und ihrer Schwester. Sie hat das nie vor uns verborgen“ Kobrablick hatte einfach drauflos gesprochen. Er hatte zu viel gesagt. Davon war er im nächsten Moment überzeugt. Es ging niemanden etwas an, was der Sternenclan seiner Mutter gesandt hatte oder dass sein Vater ein Mörder und Vergewaltiger war. Auch wenn Schimmerblatt das vermutlich wusste. Im Clan wusste es jedenfalls jeder...
Vielleicht waren es diese Worte, die ihn darauf brachten, sich eine perfekte kleine Familie zu wünschen. Eine Zugehörigkeit, die tiefer ging...er liebte seine Schwestern und wollte sie auf keinen Fall missen, aber sie konnten ihm seinen Traum von einer perfekten kleinen Familie nicht erfüllen. Sie würden selbst eines Tages eine haben. Zumindest hoffte er das...auch wenn die Kater schon etwas besonderes sein müssten. Und wehe, einer schadete ihnen! Das würde er auf keinen Fall dulden! Seine Schwestern waren Heilige und sie hatten auch so behandelt zu werden. Sein Blick fing den von Schimmerblatt ein. Eine kleine Familie...mit ihr. Das wäre perfekt. Sie sollte allein ihm gehören...und so waren auch ihre Worte nicht gerade das, was ihn glücklich machte. Vielmehr machte es ihn wütend, dass sie so etwas sagte. Die zuckenden Mundwinkel sah er nicht, konnte er in diesem Moment nicht sehen. Als ob er sich anstrengen müsste, um herauszustechen! Er war wahnsinnig gutaussehend, charmant und manipulativ genug, um jede Kätzin um die Pfote zu wickeln. Und auch sie war ihm eigentlich erlegen! Es musste so sein! Anders könnte es gar nicht sein! So kümmerte es ihn im ersten Moment auch nicht, dass sie ihm den Rücken kehrte und wütend schien. Hatte sie nicht anders verdient! Das brachte ihn wieder runter. Ließ ihn lächeln. „Und das soll ich dir glauben? Dass du nur dein weiches Fell schützen wolltest? Dass du nicht nass werden wolltest, weil ich dann deinen wunderschönen Körper sehe? Und deswegen begleitest du mich? Eigentlich ist dein Ziel doch ein anderes...du weißt genau, welche Wirkung dein Körper auf mich hat. Und erzähle mir nicht, du wolltest mich nicht in Versuchung bringen!“, miaute er nun und tat es auf so charmante Art, dass es die leichte Härte seiner Worte abschwächte. Und als sie dann meinte, dass es ihr egal wäre, wem seine Liebe gehörte, war es ein Stich. Dennoch hatte er das Gefühl, dass sie gekränkt war. Und das faszinierte ihn. Es war ihr bestimmt nicht egal. So, wie es ihm auch nicht gleich war. „Mich kümmert es, wen du liebst. Denn ich werde bestimmt nicht mit einer Katze verkehren, die einen anderen wirklich liebt“, meinte er scheinbar beiläufig. Dabei war das ein wunder Punkt. Er konnte es Wasserschweif nicht vergessen, dass dieser seine Mutter betrogen hatte. Er wollte niemanden in diese Situation bringen. So albern es auch schien...
Seine nächsten Worte schienen Frieden zu schaffen. Zumindest vorerst. Auch wenn sie einen dermaßen arroganten Kommentar von sich gab, er hatte das Richtige gesagt. Der herablassende Blick war nur eine Farce, denn sie kam wieder zu ihm. Sah ihn an, stirnrunzelnd. Es stand ihr. Wie ihr alles stand.
Nun, ich erkenne es vielleicht. Das bedeutet nicht, dass es mir gefällt. Wie ich bereits sagte...ich teile nicht gern“, miaute er mit einem schiefen Lächeln, das durchaus selbstsicher wirkte. Und auch recht attraktiv.
Er näherte sich ihr, liebkoste sie...er genoss es. Wollte sie! Doch dann entzog sie sich ihm wieder. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, das Blut pulsierte in seinem Körper und ihrer Nähe beraubt zu sein...er wollte sie nicht zwingen. Aber er wollte sie! Jetzt! Und für immer! Sie sollte allein ihm gehören! Und keinem sonst, nur ihm. Sie sollte für immer sein bleiben. Dieser Wunsch wurde beinahe unerträglich. Es brachte ihn dazu, seine Weichheit zuzugeben. Und ihre Worte legten ein Lächeln auf sein Gesicht. Das waren Worte, die er hören wollte! Dahinter stand eine gewisse Begierde, eine Sehnsucht. Und er war in dieser Hinsicht zu noch viel mehr bereit. „Bei wem sollte es sonst sein, Schimmerblatt?“, miaute er und betrachtete sie, sog ihr Bild in sich ein. „Du bist etwas besonderes. Aber ich denke, das habe ich oft genug gesagt“, seufzte er dann, doch sein Blick lag ungeniert auf ihr. Seine Lust wurde unbändig, er merkte, dass er die Beherrschung verlor. Er sollte sie nach Hause bringen...sonst würde noch etwas passieren, was nicht richtig wäre. Und er wollte diese Seite von sich nicht kennenlernen. Die Seite, die er seinem Vater zuschrieb...
Sie meinte, dass sie gehen müsste. Er sollte es erlauben, sollte sie ziehen lassen. „Bleib bei mir“, miaute Kobrablick und trat dichter zu ihr, sodass sein Gesicht dem ihren sehr nah war. „Bitte, Schimmerblatt. Lass mich dich nicht anbetteln. Bleib bei mir. Nur eine Nacht...“, hauchte er ihr entgegen. Er hatte die Kontrolle verloren. „Ich will nicht, dass du gehst...“, flüsterte er leise. Er gab zu viel preis, sagte zu viel. Er meinte nicht nur den Moment. Er wusste das. Er wollte sie für immer...



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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   Mi 6 Jun - 21:58

Schimmerblatt
2 Jahre | Windclan | single | Heimlich verliebt in Kobrablick
ERWÄHNT: Moosblüte
ANGESPROCHEN: Kobrablick
Heimlich beobachtete die Kätzin den Kater neben sich. Überlegte, wo das ganze hinführen sollte. Mit jedem Herzschlag, welchen sie bei ihm blieb, ritt sie sich tiefer ins Dilemma. Sie wusste es... hatte es die ganze Zeit gewusst... und trotzdem war sie mit ihm gegangen.
Aber... sie konnte in seiner Nähe einfach nicht mehr rational denken. Denn bei ihm fühlte sie sich... frei. Obwohl sie sich auch hier nicht ganz öffnen konnte, zeigte sie Kobrablick doch mehr von sich, als sie es je bei einer anderen Katze getan hatte... und er schien sie trotzdem zu mögen. Hoffe sie jedenfalls... es konnte gut sein, dass er auch einfach nur ihren Körper mochte und sie ihm egal war.
Aber... nein... wäre dies so, dann hätte er sie schon längst ersetzt. Es würde ihm nicht schwer fallen, Ersatz für sie zu finden. Vermutlich hatte er an jeder Kralle 10 Kätzinnen... Ein dumpfes Gefühl machte sich in ihrem Herzen breit und sackte als schwerer Stein in ihren Magen. Schmerz... gemischt mit Eifersucht. Sie wollte ihn für sich alleine haben... nicht teilen... er sollte nur für sie Augen haben.
Wie hatte sie nur so dumm sein können? Gefühle für einen Kater wie ihn zuzulassen? Wann war es passiert, dass sie sich in ihn verliebt hatte? Das langsam all das in ihr erwachte, was sie für nicht existent gehalten hatte?
Es machte ihr Angst... denn mit der Liebe war auch ein anderes Gefühl zu Tage getreten, welches sie so viele Monde tief in sich verschlossen gehalten hatte. Angst vor dem Alleine sein, dem Verlassen werden... Angst davor, nicht gut genug zu sein...
Sie wusste, dass sie ihm sagen sollte, wie sie empfand... hauptsächlich um ihretwillen. Aber... die Angst vor Ablehnung hielt sie davon ab. Sie würde es nicht ertragen, wenn er sie zurück wies... wie ihre Eltern, als sie ein Junges war... wie ihre Baugefährten es getan hatten, bis ihre Schönheit sich entwickelte. Erst dann... erst dann wurde sie beachtet.
Insgeheim wusste sie, dass dies eine falsche Art von Liebe war... denn man begehrte nicht sie... sondern ihr äußeres. Aber es war die einzige Art Zuneigung, die ihr jemals zuteil wurde. Sie wollte nicht darauf verzichten, wollte nicht wieder mit dem Gefühl leben, nichts wert zu sein. Unsichtbar... Sie wollte beachtet werden. Man sollte wissen, dass sie existierte und wenn sie es dadurch erreichte, dass sich allem anbot, was ihren Weg kreuzte, dann war dies eben so!
Das Problem war nur... sie konnte es nicht mehr. Seit sie sich regelmäßig mit Kobrablick traf, hatte sich irgendwas in ihr Verändert. Sie beachtete andere Kater nicht mehr. Natürlich flirtete sie, aber mehr... wollte, nein, konnte sie nicht mehr. Denn keiner von den anderen war... wie er.
Obwohl sie sich klar darüber war, dass auch Kobrablick weit davon entfernt war, perfekt zu sein, war er doch genau dies für sie. In ihren Augen war er perfekt.
Und der heutige Tag hatte sie in dieser Ansicht nur noch gestärkt. Diese Mischung aus Stärke und Schwäche, die er zeigte war... zum niederknien. Seine Arroganz, die er stetig zeigte, schien er in einigen Momenten abzulegen. Bewusst oder Unbewusst, das wusste sie nicht. Aber dahinter war ein Kater zu sehen... den sie näher kennen lernen wollte.
Hätte sie man die Gedanken des Katers erahnen können... vielleicht wäre sie dann über ihren Schatten gesprungen und hätte ihre einzig greifbare Schwäche zugegeben... Ihn Aber Gedankenlesen konnte sie noch nicht und so schwieg sie und verbarg, was sie für den Kater fühlte.
Alleine, dass er für sie den Clan würde wechseln... wäre ihr Bestätigung genug. Doch würde sie dieses niemals zulassen. Eher würde sie zu ihm gehen... denn im Gegensatz zu ihm, der eine Familie hatte, die ihn liebte... hatte sie bis auf Moosblüte niemanden. Nur ihre Freundin... sonst tatsächlich nichts. Und sie war sich sicher, dass Moosblüte sie verstehen würde. Oh, wie sehr sich die Kätzin doch in ihrern Clan-Kameradin irrte, sie sie Freundin nannte...
Zum Glück wurden ihre Gedanken in eine andere Richtung gelenkt. Wut war zwar nicht unbedingt schön, aber immer noch besser als ihr Schwelgen im Selbstmitleid. Verärgert gab sie ihm Kontra und Kobrablick seinerseits konnte darauf natürlich nicht einfach schweigen. Nein...er meinte sogar, er würde ihre Rippen sehen und erkennen, dass sie viel zu dünn wäre...
Sofort schossen die hämischen Kommentare ihrer früheren Baugefährten durch ihren Kopf... Erst als Schülerin bekam sie eine ansehnliche Figur... davor war sie klapper dürr gewesen und optisch tatsächlich nicht sonderlich ansprechend... es hatte sie verletzt, wenn die anderen sich darüber lustig gemacht hatten... immer wieder hatte sie hören müssen, sie wäre hässlich und würde so ganz gewiss keinen Kater finden, der sich für sie interessieren würde...
Natürlich hatte sie es allen gezeigt, denn aus der schlackigen Schülerin wurde eine unglaublich schöne Kätzin... die Kommentare hatten schlagartig aufgehört und die Kater, die vorher noch ihre Sprüche drückten, buhlten um sie. Aber... sie konnte nicht vergessen... zu tief saß all dies, was sie sich hatte anhören müssen... zu tief saß die Ablehnung. Sie hatte noch nie darüber gesprochen... mit niemanden. In ihrem Clan interessierte es sowieso niemanden... und sie wollte kein Mitleid!
Vielleicht reagierte sie deshalb so über... denn Kobrablick hatte im Grunde ja recht. Doch der leichte Vorwurf in seiner Stimme machte es nicht besser. “Es tut mir schrecklich leid, dass ich nicht so fett bin, wie die Kätzinnen in deinem Clan! Ich hab sie gesehen, sie können ja kaum noch auf ihren Pfoten laufen. Ein Wunder, dass sie nicht schon gerollt werden müssen!“, zischte sie. “Aber dir scheint es ja zu gefallen. Naja... gleich und gleich gesellt sie ja bekanntlich gerne. Also... du musst nicht bleiben und dir meinen ach-so-erbärmlichen Körper ansehen – such dir eine deiner fetten Kätzinnen, die bestimmt schon auf dem Boden, mit dem Schweif zur Seite auf dich warten. Du musst nur noch zustoßen – falls du den Eingang bei dem ganzen Fett findest!“
Ja... sie ging zu weit... viel zu weit... es war niveaulos und alles andere als nett... Aber sie konnte nicht anders. Sie hatte gelernt, anzugreifen, wenn sie in die Ecke gedrängt wurde. Das der Flussclan von allen Clans am wohlgenährtesten war, konnte nun keiner abstreiten – obwohl es bei weitem nicht so schlimm war, wie Schimmerblatt es hin stellte...
Die Kätzin sah nicht, dass Kobrablick sich einfach nur Sorgen um sie machte... sie hätte es auch niemals vermutet. Sie verfluchte ihn – und sie verfluchte sich selbst. Vor allem, weil sie ihm einfach nicht lange böse sein konnte... so sehr sie es auch versuchte.
So wie jetzt. Ihre Worte taten ihr bereits leid, nachdem sie sie ausgesprochen hatte. Nur kam Entschuldigen für sie nicht in Frage! Hatte sie nie... würde sie nie!
Seine Reaktion auf ihre nächste Frage, hätte sie niemals vermutet und da sie noch mit dem Rücken zu ihm saß, konnte sie die Überraschung nicht sehen, die über sein Gesicht zuckte. Für einen Moment herrschte Stille zwischen ihnen – doch dann ertönte seine Stimme und Schimmerblatt drehte sich zu dem Flussclan-Krieger um. Irgendwie überraschte es sie, dass er ihre Frage ernsthaft beantwortete – und an den Sternenclan glaubte. Als er von seiner Mutter sprach, huschte ein zärtliches Lächeln über ihr Gesicht. Ein Lächeln, welches sie selbst nicht bemerkte. Sie stellte sich Kobrablick als Junges vor... wie er den Geschichten seiner Mutter lauschte, sich an sie schmiegte... und Sehnsucht überkam die Kätzin. Sehnsucht nach einem Gefährten... nach Jungen... Sehnsucht, welche sie sofort tief im inneren Verschloss.
“Es ist weder naiv noch dumm... es ist schön, wenn man noch glauben kann. Deine Mutter muss eine Beeindruckende Kätzin gewesen sein.“, miaute sie leise. Leicht zuckten ihre Ohren, als er dann davon sprach, dass er wusste, dass sein Vater sie vergewaltigt hatte... doch sie kommentierte es nicht. Es war eine Sache, über die er sicher nicht gerne sprach und sie wollte ihn nicht unnötig quälen. So taktlos war nicht einmal sie... jedenfalls dann nicht, wenn es Kobrablick betraf. Sie hatte Gerüchte darüber gehört... doch es bestätigt zu bekommen war... schon hart. Selbst sie musste schlucken.
Aber sie hatte auch das Gefühl, im etwas zurück geben zu müssen... absolut neues Terrain für sie. Schimmerblatt grübelte... wollte nicht zu viel von sich selbst verraten, schmiss die Bedenken aber schlussendlich über Bord. Mehr als Auslachen konnte er sie ja kaum... Stopp... doch... Bemitleiden... sollte er dies tun, würde sie ihn beißen! Dorthin, wo jeder es sehen könnte und er Fragen beantworten müsse. Vielleicht war es auch nur der Wunsch, ihn als ihres zu markieren... wer wusste das schon.
“Ich kannte meine Eltern nicht... Mein Vater... gehörte dem Schattenclan an. Er verließ meine Mutter, als sie mich erwartete. Er... wollte mich nicht. Hat nie nach mir gefragt... nicht ein einziges Mal. Und meine Mutter... starb bei meiner Geburt. Windherz hatte mir von ihr erzählt. Geschwister hab ich keine... ich wurde von den Königinnen im Clan gesäugt. Aber ich gehörte nicht wirklich dazu. Mich wollte keiner.“ Äußerlich zeigte Schimmerblatt kaum eine Reaktion. Ihre Stimme war neutral, wenn auch erkennbar war, dass es ihr schwer fiel. Doch wer sie kannte, erkannte die Verletztheit der Kätzin. Sah sie daran, wie ihre Schweifspitze zuckte und wie ihre Ohren fast unmerklich zur Seite klappten.
Sie bereute nicht, es ihm erzählt zu haben... nur hatte sie Angst vor seiner Reaktion. Wollte diese nicht sehen, weshalb sie ihm den Rücken zugewandt hielt.
So konnte sie allerdings auch nicht erkennen, dass ihre folgenden Worte ihm überhaupt nicht passten. War wohl auch gut, denn sie hätte ihn nur noch weiter provoziert. Dann sprach er und seine Stimme war charmant wie eh und je. Sie verdrehte die Augen, musste aber lächeln, wandte sie um. Schimmerblatt zog ein Schnute, Schmollte gespielt. “Ach? Jetzt auf einmal bin ich nicht mehr zu dünn?“, miaute sie, einfach, um ihn ein wenig aufzuziehen. “Aber du hast recht. Genieße es, oft kommt es ja nicht vor.“ Sie konnte es nicht lassen, meinte es aber nicht böse. Grinste ihn frech an, bevor der Ausdruck auf ihrem Gesicht sich änderte, ernst wurde. Er würde sie nicht mehr treffen, wenn sie jemanden lieben würde? “Na... da hast du ja Glück, dass es nicht zutrifft, dass ich einen anderen wirklich liebe.“, miaute sie mit einem Achselzucken. Sagte damit soviel... und gleichzeitig so wenig. Tatsächlich musste er sich keine Gedanken machen... Denn sie liebte ihn! Keinen anderen...
Bei seinen nächsten Worten verdrehte sie abermals die Augen, so, dass er es sehen konnte. “Du bist also auch einer dieser vorsintflutlichen Kater, der eine Kätzin am liebsten im Bau wissen würde, wo sie auf ihn warten müsste, seine Jungen gebären würde und sich nicht traut, ihm zu widersprechen?“ Als er näher kam und mit der Zunge über ihr Fell fuhr, verschluckte sie sich fast an ihrem Schnurren. “Vielleicht würde es mir ja gefallen, im Bau auf dich zu warten... deine Jungen zu erwarten... nur mit dem nicht-widersprechen hätte ich so meine Probleme.“, flüsterte sie, spottend, um zu verstecken, wie ernst ihr diese Worte waren. “Jetzt grade... möchte ich, dass du mir zeigst, dass du der Stärkere von uns beiden bist.“
Im ersten Moment war sie über sich selbst entsetzt... selbst, wenn er es als Scherz aufnehmen würde... wie konnte sie sich zu diesen Worten hinreißen lassen? Hatte sie tatsächlich angedeutet, sie wolle von ihm dominiert werden? Das war doch sonst nicht ihre Art! Sie war dafür doch eigentlich selbst zu dominant... doch alleine die Vorstellung, sie würde von ihm tragend sein, ließ sie träumen... seine Nähe machte es nicht besser. Ihr Körper spielte verrückt, verlangte nach ihm.
Solange er sie nicht berührt hatte, war es erträglich gewesen... doch jetzt... an sein Fell geschmiegt... seine Kräftigen Muskeln spürend, hatte sie das Gefühl, in Flammen zu stehen und nur er könne diese Löschen. Es war schlimmer, intensiver als sonst... und schlagartig wurde es ihr bewusst. Beim Sternenclan, nein!, fluchte sie innerlich. Doch es gab keinen Zweifel... Sie war Rollig. Warum hatte sie es nicht früher bemerkt? Wie konnte es ihr entgehen? Sie hätte sich doch niemals mit ihm getroffen! Viel zu groß war die Gefahr, dass Junge entstanden...
Schimmerblatt entfernte sich von Kobrablick, so schwer es ihr auch fiel. Ihr Körper schrie, verlangte nach ihm.
Sie sollte gehen... musste gehen... Ihr Blick war verzweifelt, als sie ihn anblickte. Hatte er es nicht bemerkt? Oder war es ihm egal? Wollte er das Risiko eingehen? Sollte sie ihm darauf ansprechen? Aber wie?
Doch er machte es ihr nicht leicht, denn als er auf ihre Worte antwortete, dass er nur bei ihr weich werden sollte... schmolz sie dahin. “Natürlich nur bei mir... und ja... du hast es mir oft gesagt – aber ich höre es os gerne.“, miaute sie und ihre Ohren zuckten.
Sie ahnte nicht, wie nah Kobrablick dem Verlust seiner Beherrschung war... und in diesem Moment wäre es ihr nur recht gewesen, wenn er ihr die Entscheidung abgenommen hätte... Sie spürte seinen Blick... dieser brachte ihr Fell zum Kribbeln, ihr Blut in Wallung.
Die Kätzin wurde unruhig, erhob sich. Begann, den Kater zu umkreisen, einfach nur, um etwas zu tun zu haben... Sie sagte ihm, dass sie gehen müsste... doch mit seiner Reaktion hatte sie nicht gerechnet. Sie im Traum nicht erwartet.
Schimmerblatt erstarrte in ihrer Bewegung, blickte ihn an und wusste in dem Moment, dass sie ihren inneren Kampf verloren hatte.
Sie überwand den Abstand zu ihm... schmiegte sich an ihn. “Du bettelst doch schon.“, hauchte sie, die Stimme gedämpft durch sein Fell. Sie wollte bleiben... doch sie wollte ihn nicht belügen. Ihn im Unklaren lassen... Schimmerblatt schaute zu ihm auf, ohne sich von ihm zu entfernen. “Ich will nicht gehen. Ich will diese Nacht bei dir bleiben... Aber...“, flüsterte sie... unterbrach sich... schluckte... “Kobrablick... ich bin fruchtbar. Du weißt, dass die Gefahr zu groß ist, dass Junge entstehen.“
Sie war dumm... verfluchte sich selbst... dabei war es doch eigentlich genau das, was sie wollte! Junge... eine eigene Familie! Aber...sie wollte diese mit ihm an ihrer Seite... Dazu war er nicht bereit... sollte sie... das Risiko eingehen, am Ende alleine mit den Jungen dazustehen? “Nimm mir die Entscheidung ab.“, bat sie den Krieger... verzweifelt... denn ihr Körper hatte seinen eigenen Willen. Irgendwie hoffte sie... dass er sie nun zurück wies... Lieber jetzt, bevor es zu spät war.




Ein großes Danke an Gigi (Blutseele) für die tolle Siggi! <3

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BeitragThema: Re: Das Zweibeinernest   So 8 Jul - 16:31

Kobrablick
Krieger |Bruder von Sternenlicht und Herbstpfote, Cousin von Meerblick, Honigjunges, Perlenjunges, Kleejunges, Marderjunges und Lichtjunges, Mentor von Adlerpfote, Neffe von Falkenstern, Rauchherz und Trauerblüte | 3 Jahre 10 Monde
ERWÄHNT: Blumenwind, Herbststurm, Moosblüte, Wisperwind, Sternenlicht
ANGESPROCHEN: Schimmerblatt

Kobrablick machte keinen Hehl daraus, dass er Schimmerblatt betrachtete. Anders als sie, die heimlich ebenso ihn betrachtete. Sie war so schön...doch diese Schönheit lag nicht nur in ihrem perfekten Körper. Sie strahlte von innen heraus und er hatte gar keine Worte dafür, wie er darauf kam. Ihre Freundin Wisperwind, die vor einiger Zeit wohl verschwunden war, war äußerlich mit Schimmerblatt vielleicht vergleichbar gewesen. Und doch hatte er nie etwas für Wisperwind übrig gehabt, sie war ihm zuwider gewesen. Ebenso Moosblüte...sie war äußerlich schön, doch wirkte sie innerlich wie eine verwelkte Blume. Als fehle etwas, vielleicht ein Herz. Es gab Gemunkel, dass sie wohl mal eine Beziehung geführt haben sollte, doch daran hatte Kobrablick so seine Zweifel. Wer wollte eine solche Katze denn haben?
Etwas ganz anderes war es bei Schimmerblatt. Sie war weit mehr als die beiden genannten Windclankatzen. Sie war etwas besonderes, etwas einzigartiges. Sie schien wie die Sterne am Himmelszelt, ihre Augen hatten einen Glanz, der fern war von der Welt...
Wäre Kobrablick ehrlich zu sich selbst gewesen, dann war es seit jeher die Liebe, die ihn ergriff, wenn er Schimmerblatt sah. Dass er Moosblüte und Wisperwind nicht sehen konnte, weil sie niemals so gut waren wie die Katze, für die er jedes Raster zerschlug. Und anders als die meisten Katzen hatte er sie schon früher gesehen. Als Schülerin. Damals hatte er sich eingeredet, dass er bessere haben könnte. Doch schon da war etwas von ihr ausgegangen, das ihn in einen Bann zog, dass ihn alles vergessen ließ. Er hatte sich damals selbst eingeredet, dass es Schwachsinn sei und er den Verstand verlor. Er war jawohl der bestaussehendste Kater des ganzen Waldes, da konnte doch so eine komische Windclanschülerin nicht an ihn rankommen. Erst viel später hatte er sich den Kontakt erlaubt. Als er nicht mehr allein damit war, sie schön zu finden. Als alle um sie zu buhlen begannen...hätte er dann nichts gemacht, hätte er seine Position in der Damenwelt gleich aufgeben können.
Doch was gäbe er heute dafür, damals etwas gesagt zu haben...vielleicht wäre sie dann in den Flussclan gekommen, da alle sie abwiesen...vielleicht hätten sie eine Zukunft gehabt...eine echte Zukunft. Doch er schob die Gedanken beiseite, auch jetzt könnte er den ersten Schritt gehen. Er könnte ihr sagen, dass er wollte, dass sie mit ihm kam, dass sie nie wieder zurück in den Windclan ging, weil er wollte, dass sie da war...dass sie immer bei ihm war...es waren besitzergreifende Gedanken und jede Kätzin, die für die Emanzipation war, würde ihm dafür die Augen auskratzen. Doch das Gefühl ließ sich nicht verhindern, der Wunsch war dennoch da. Egal, wie sehr er ihn selbst verurteilte, er wich nicht aus seinen Gedanken, aus seinem Herzen.
Hätte er ihre Gedanken gekannt – dass sie ihn für perfekt hielt zum Beispiel – vielleicht hätte er nicht gezögert, sie zu bitten. Denn auch wenn er nach außen hin allen suggerierte, dass er perfekt war, so zweifelte er in seinem tiefsten Innern mehr an sich als jeder an ihm. Nur deshalb hatte er begonnen, so ein schrecklicher Aufschneider zu werden. Weil er an sich selbst zweifelte...war es das, was er auch in Schimmerblatt erkennen konnte? Die Zweifel? Die Angst, allein zu bleiben? Es war wohl noch weit mehr, aber noch immer suchte er nach Ausflüchten.
Weil eine Katze wie Schimmerblatt wohl niemals jemanden wie ihn wählen würde. Zwar hielt sie selbst es nicht so mit der Treue, aber er nun mal auch nicht. Und wenn sie ihm das vorwerfen würde, er würde es sogar gestehen, wenn nichts geschehen wäre. Weil er glaubte, sie zweifelte an seiner Attraktivität, an seiner Außenwirkung, an ihm. Wobei er sich eingestehen musste, dass es ihm keinen Spaß mehr gemacht hatte seit er Schimmerblatt kannte. Und seit sie ihn versetzt hatte noch weniger, auch wenn er es extremer getrieben hatte denn je...keine war Schimmerblatt auch nur nahe gekommen. Und keine von ihnen war einen zweiten Blick wert. Oder ein zweites Treffen...er sagte zu allen, er melde sich...und tat es nicht. Sie waren ihm egal. Schimmerblatt jedoch nicht.
Er hatte keine Ahnung, was er mit seiner Bemerkung lostrat. Er machte sich Sorgen um sie, ihm käme im Leben nicht in Sinn, sie als hässlich zu betiteln. Und dass das jemals jemand getan hatte...wenn er diejenigen in die Pfoten bekam, würde er ihnen bestimmt etwas nettes zu sagen haben...
Ihre Reaktion kam ihm irgendwie aberwitzig vor, sodass er lächeln musste. „Ach Schimmerblatt. Du bist wunderschön. Und das wollte ich damit nicht sagen. Du hast keinen Grund, die Flussclankatzen anzugreifen. Einige sind sehr schön...da denke ich zum Beispiel an Sternenlicht. Sie ist zwar ein wenig ungewöhnlich, aber sie hat eine sehr gute Figur“, miaute er liebevoll spottend. Das Spötteln bezog sich eigentlich mehr auf seine Schwester als auf Schimmerblatt, denn so wirklich normal war sie nicht. Kein Wunder, war er auch nicht. Aber sie war hübsch, warum versuchte sie es nicht mal, einem Kater zu gefallen? In all den Monden ihres Lebens hatte sie es nicht getan...irgendwann würde sie alt werden und sterben. Und was hatte sie dann davon? Nichts! „Das sollte keine Kritik an dir sein, Kratzbürste“, schnurrte er liebevoll. „Ich will nur einfach nicht, dass du verhungerst. Du würdest mir nämlich fehlen.“ Das war die Wahrheit. Und es barg weit mehr Wahrheit in sich, als er zugeben wollte. Sie würde ihm wahnsinnig fehlen, er wollte nicht, dass ihr etwas zustieß...er würde alles für sie tun. Ohne zu zögern würde er sich jedem Feind entgegenstellen, jedem, der ihr etwas schlechtes wollte. Denn sein Herz, das er tief in sich verbarg, schlug schon lange für die schöne weiße Windclankriegerin.
Als sie ihn nach dem Sternenclan fragte, überraschte es ihn sehr. Und es überraschte ihn vielleicht auch, dass er antwortete. Und wie ehrlich er antwortete... „Sie war die stärkste Katze, die ich jemals kennengelernt habe...sie war etwas besonderes...“, miaute er leise. Er vermisste seine Mutter. Sogar sehr. Ihren Tod hatte er nicht gut verkraftet. Und diese Blöße nun so offen zu zeigen war unangenehm, aber nur einen Moment lang. Es war nichts verwerfliches, seine Mutter zu lieben. Und ein offenes Geheimnis zu bestätigen war auch nichts, was sie verwundern dürfte. Viel verwunderlicher war der unbekannte Teil über Blumenwind und Herbststurm. Über die Liebe, die beide miteinander verbunden hatte. Doch es waren nur die letzten Monde gewesen. Seit dem Moment, in dem Wasserschweif seine Mutter verraten hatte. Von da an war auch in seinem Vater eine Entwicklung eingetreten. Er war weich geworden...hatte ehrlich geliebt und nicht mehr getötet. Falkenstern hatte es netterweise nicht öffentlich gemacht, doch hatte er auch Herbststurm begraben. Er hatte ihm dem Sternenclan empfohlen...obwohl er der Mörder seines Vaters und seines Schwagers war. Aber jeder verdiente eine zweite Chance im Leben...
Er versank einen Moment lang in seinen Gedanken, doch dann erhob Schimmerblatt die Stimme. In wenigen und kurzen Worten schilderte sie weit mehr als in den Worten zu lesen war. Zurückweisung. Alleinsein. „Als wir Junge waren machte unsere Mutter einen Ausflug mit uns. Wir waren noch sehr klein, zwei Monde alt. Herbststurm war plötzlich da. Und hat zwei Jungen mitgenommen. Mich wollte er nicht. Er wollte Sternenlicht, die aussah wie er selbst, und Fliederpfote, die aussah wie unsere Mutter. Ich war ihm gleich. Er wollte mich auch nicht...“, miaute er, er wollte ihr nicht irgendein Mitleid entgegenbringen. Sie war eine starke Katze, die kein Mitleid brauchte. Denn das tat meist mehr weh als keines zu bekommen. „Mir ist klar, dass es etwas anderes ist, aber dennoch weiß ich, wie es ist, wenn der Vater einen nicht will. Und ich bin sicher, eines Tages finden wir deinen Vater und wenn er dich gesehen hat, kratzen wir ihm die Augen aus, sodass du das Letzte bist, was er je gesehen hat“, miaute er dann noch und fragte sich selbst, woher das gekommen war. Als würden sie gemeinsam eine Reise machen, nach ihrem Vater suchen und zusammengehören. Mal abgesehen von der Grausamkeit seiner eigenen Worte war es das, was ihn wirklich verwunderte. Dann sah er sie an, einen ganzen Moment. Schweigend. „Und mit einem hast du nicht recht, Schimmerblatt. Ich will dich“, fügte er an. Er hatte wirklich die Kontrolle verloren. Er hatte keine Ahnung, was das hier werden würde. Hatte er zu viel preisgegeben? Vermutlich. Aber es jetzt abzustreiten wäre dumm. Es war leichter, nicht auf das Gesagte einzugehen. Es stimmte ja auch...sie durfte es deuten, wie sie wollte. Und wenn sie es richtig deutete, würde sie ihm ja vielleicht ein Zeichen geben, ob diese Denkweise erwünscht war...?
Auf ihre Worte hin war er zwar charmant, aber es passte ihm nicht. Ihre Antwort stimmte ihn aber etwas versöhnlicher. Er mochte es, wenn sie scherzte, wenn sie lächelte und dieses Funkeln in ihren Augen stand. „Du solltest viel öfter nass vor mir sitzen“, erwiderte er scherzend, doch darin steckte der Wunsch, sie für immer bei sich zu haben. Und seine Lust verging dadurch auch nicht. Und als sie meinte, dass sie keinen anderen liebte, war er zufrieden. So zufrieden, dass es beinahe schon einem verhungernden Greifvogel glich, der endlich mal wieder eine Maus gefangen hatte. Sie betonte den Satz auf seltsame Art und Weise und einen Moment dachte er sogar daran, dass es ein halbes Liebesgeständnis war. Aber das war so abwegig...oder meinte der Sternenclan es tatsächlich einmal gut mit ihm? Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, er rang immer mehr um Beherrschung. Als sie ihn als vorsintflutlich bezeichnete, zuckte er mit den Schultern. „Nenn es, wie du möchtest. Ich möchte nur die Katze, die ich liebe, stets in Sicherheit wissen. Und wo wäre sie sicherer als im Bau?“, erwiderte er scheinbar gleichgültig. Dann scherzte sie. Und dieser Scherz versetzte ihm einen Stich. Wie sehr er es sich doch wünschte, dass sie sein wäre...dass sie wirklich zuhause auf ihn wartete, mit den gemeinsamen Jungen an ihrem Bauch. Er könnte sich zu ihr legen, keiner würde sie deswegen schräg ansehen, es musste kein Geheimnis daraus gemacht werden. Sie könnten offen zueinander stehen...er verbot sich den Gedanken. Er verbot sich, sich auszumalen, wie ihre Jungen aussehen würden. Stattdessen lächelte er, trat dicht an sie heran. „Du dürftest mir immer widersprechen“, hauchte er mit rauer Stimme in ihr Ohr, während er sie sanft, aber bestimmt, mit seinem Körper zu Boden drückte. Er spürte, dass sein Fell sich aufstellte, dass er die Kontrolle nun nur noch kurz haben würde. Sie so nah bei sich zu spüren, sie zu berühren, ihr weiches Fell, ihren Körper...
Dann entriss sie sich ihm. Und es war vielleicht nicht schlecht, sonst hätte er im nächsten Moment wohl alles vergessen. Egal ob sie wollte oder nicht. Es war nicht leicht, seine Enttäuschung zu unterdrücken, doch er belog sich schon so lange selbst, dass es ganz gut gelang. Er hatte seine Begierde in Worten ausgedrückt, und sie hatte etwas erwidert, was ihm gefiel. Sie hörte es also gerne, wenn er das sagte...
Bilder von ihr unter ihm versuchten sich in seinen Kopf zu drängen, doch er kämpfte sie nieder. Er musste, wollte diese Seite niemals erwecken. Das durfte nicht sein, durfte nicht passieren. Die Angst, wie der Vater zu werden, war zu groß.
Er hörte sich betteln. Er hörte die Worte, die er sagte. Kobrablick hatte die Kontrolle nun scheinbar vollends abgegeben. Er sah sie an, begehrte sie so offen, dass er sich in anderen Momenten vermutlich dafür schämen würde. Dann sprach sie...und die ersten Worte waren beinahe schon eine Zustimmung zu allem, zumindest fühlte es sich in diesem Moment so an. Ob dem so war, konnte der Krieger nicht feststellen, denn gerade waren seine kognitiven Fähigkeiten ein wenig eingeschränkt. Doch dann sprach sie weiter. Und mit einem mal kam er in die Realität zurück. Sie war fruchtbar...und das ausgerechnet jetzt. Wenn er sie jetzt dennoch nahm, könnte der Gedanke an die Jungen Gestalt annehmen. Aber wenn er Junge wollte, dann nur, wenn er ihnen ein Vater sein konnte. Ein Maul wurde trocken und er überlegte fieberhaft, was er sagen wollte. „Ich kann dir die Entscheidung nicht abnehmen. Es ist dein Körper.“ Die Worte waren wenig zufriedenstellend. Selbst für ihn. Er seufzte und trat auf sie zu. „Wenn ich irgendwann Vater werde, möchte ich, dass die Mutter die Richtige ist. Und ich will im gleichen Clan sein, ich weiß, wie schlimm es ist, wenn die Eltern aus unterschiedlichen Welten kommen. Und du auch. Ich habe wirklich ein wenig vorsintflutliche Gedanken, dass stimmt. Und...ich will eine treue Gefährtin.“ Letzteres sollte kein Vorwurf an sie sein. Es ging mehr in seine eigene Richtung. „Weil ich weiß, dass ich nur dann treu sein kann...“ Wenn man es genau nahm, brauchte er Schimmerblatt nur ein mal im Mond zu sehen, um keine andere Katze anzuschauen. Seine Stimme war ernst, aber auch ruhig. Er wunderte sich über den Umschlag, dass so schnell all die Lust von ihm abgefallen war, weil ein ernstes Thema anstand. Er war nicht wie sein Vater. Ein erleichternder Gedanke.
Und...“, Seine Stimme brach. „Ich weiß nicht mal, ob ich dann treu sein könnte, wenn du nicht die Katze an meiner Seite wärst, Schimmerblatt.“ Eigentlich hatte er etwas anderes sagen wollen. Erschrocken sah er sie an, erschrocken über seine eigenen Worte. Was war in ihn gefahren? Er wich einen Schritt zurück, setzte sich hin und wirkte im Ganzen irgendwie bedröppelt. Er machte das Maul auf, um etwas zu sagen, doch die Worte blieben ihm im Halse stecken. Er sollte sie fortschicken oder ganz mit der Sprache herauskommen, aber dieser Zustand war erbärmlich...doch es gelang ihm nicht. Er traute sich nicht, ihr vorzuschlagen, sie in den Windclan zu begleiten. Oder sie in den Flussclan einzuladen. Sie könnte ihn zurückweisen...und das würde er nicht wirklich gut verkraften.



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