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 Unbestimmter Ort im Territorium

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BeitragThema: Unbestimmter Ort im Territorium   So 22 Jan - 20:48

Ein unbestimmter Ort im Territorium.
Dieser Thread umfasst viele Orte im Territorium. Es sind keine aussagekräftigen Orte wie die große Platane, etc.
Hier können auch mehrere Orte gleichzeitig genutzt werden.



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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Do 18 Mai - 5:00

Dachsfang

Je lauter das Rauschen wurde, desto stärker wurde der Geruch, der in der Luft schwebte, an jedem Stein und Grashalm klebte, den Dachsfang passierte.
Sie selbst war ein wandelnder Misthaufen - Wo immer sie auftauchte, fiel sie unangenehm auf.
Man hatte sie deshalb natürlich auch nicht gerne in seiner Mitte. Egal, wo sie war, sie gehörte nie wirklich dazu.
Die Kätzin verschwendete keine großen Gedanken daran. Quittierte das meist mit einem Schweifschnippen und machte da weiter, wo sie angefangen hatte.
Schnurstraks zog sie ihre Duftmarke durch das FlussClan-Territorium, ehe der Fluss in ihrem Kopf endlich vor ihren Augen auftauchte. Seit dem letzten Mal war er deutlich angeschwollen.
Sie beobachtete, wie ein herabhängender Ast kopfüber in der Gischt abtauchte. Einen halben Herzschlag später gab es ein hässliches Knacken, und die Wassermassen rissen ihn mit sich.
Dachsfang konnte noch sehen, wie er am Ende der Biegung auf ewig verschwand.
Als sie die Nässe unter ihren Pfoten spüren konnte, wurde sie langsamer. Leichtfüßig tastete sie sich ans Ufer vor, und beugte ihren Oberköper über die Wasseroberfläche.
Es dauerte einige Zeit, bis sie das Spiegelbild erkennen konnte.
Unter ihr war der Torso einer grauen, kleinen Kätzin. Sie war sogar etwas gedrungen, hatte keinen langen Hals, oder andere Merkmale, die sie geschmeidig aussehen ließen.
Ihre Augenfarbe war kaum auszumachen, aber Dachsfang wusste, dass sie blau waren. Wolkenblaue Augen.
Auffälliger war die Asymmetrie, die sofort jeden Blick für sich beanspruchte. Während das linke Ohr intakt schien, war das rechte zerfetzt. Die Muschel war gezackt, und an den Enden welk wie eine alte Blume. Das Spiegelbild begann kaum merklich, die Nase zu kräuseln.
Dachsfang trauerte ihrem Ohr nicht nach. Aber immer, wenn sie an ihr Ohr dachte, dachte sie auch an den Dachs, der Anlass für ihren Namen war. Und der es ihr abgerissen hatte. Es war schon lange her, und Dachsfang ärgerte es, dass sie noch immer ein ehrfürchtiger Schauer überkam, sobald sie an jenen Moment dachte, in dem ihr das schwarze Ungetüm gegenüberstand. Das Gefühl machte ihr am meisten Angst.
Sie hatte Angst, sie könnte es wieder spüren: die Angst.
Angst.
Mit einem Pfotenschlag war das alberne Nasenkräuseln verschwunden. Vor Schreck entwich ihr ein Laut, als sie taumelte, und drohte, nähere Bekanntschaft mit dem Nass zu machen.
Instinktiv verankerten sich Krallen im Boden, sie wurde stocksteif.
Als ihre Pfoten das Gewicht abfederten, konnte sie ein weiteres Jaulen nicht verhindern. Verfluchte Pfote!
Ungelenk plumpste sie schließlich auf den Hintern.
Die Schwachstelle, der linke Hinterlauf, zitterte vor Schmerz.
Dachsfang biss sich auf die Zunge. Das letzte, was sie gebrauchen konnte, war eine Meute fischfutternder Pelze. Sie wollte wirklich keine schlechte Figur dabei machen, wie sie ihnen ihr Müffelfell über die Ohren zog. Und das würde sie mit ihrer Verletzung zweifellos. Ja, auch sie hatte ihren Stolz. Sie war gerne der Gewinner. Aber wenn, dann wollte sie es ganz, und nicht so, wie sie jetzt war - angeschlagen.
Als sich der Schmerz pochend dumpf zurückzog, verlangsamte sich allmählich auch ihr Atem.
Dachsfang vergaß oft, Luft zu holen. Und selten konnte sie sich daran erinnern, wie ihr Weg gewesen war. Eine fixe Idee, und ihr Körper erledigte den Rest.
Er ließ sie niemals im Stich.
Weit und breit war niemand. Zumindest sehen konnte sie keine Katze. Da das Brausen des Flusses alles übertönte, hätte sie Pfotenschritte oder andere Geräusche aber auch einfach überhören können.
Und auch weil sie mittlerweile dalag, wie ein unglücklicher Haufen Muskeln und Knochen, fehlte der Rundumblick.
Wenn sie ehrlich war, enttäuschte sie der Gedanke daran, dass sie die einzige an diesem verlassenen Fleckchen Flussland bleiben würde.
Aber damit war nicht zu rechnen. Der FlussClan war ziemlich strebsam, sie patrouillierten regelmäßig. Das machte es für die Kätzin umso aufregender, in dem weiten Territorium zu streunen.
Vielleicht war es sogar ein Nervenkitzel, ein Kick, eine Obsession, dass sie sich immer wieder an potentiell gefährlichen Orten wiederfand.
Dachsfang sah dem positiv entgegen, sie fühlte sich seltsam beruhigt, wenn sie auf die ein oder andere neue und alte Bekanntschaft hoffte.
Endlich wandte sie sich nun ihrer Pfote zu, die sich für die Strapazen der vergangenen Tage zu rächen schien.
Der Schnitt war doch fast verheilt gewesen. Ein falscher Tritt, und ein stechender Schmerz hatte sie von einen Moment auf den anderen zu Boden gezwungen. Das Zweibeinerding hatte ihr in der Sonne glänzend noch hinterhergelacht, als sie sich in den nächsten Busch schleppte.
So etwas war ihr noch nie passiert. Sie hatte schon einige Schäden erlitten, ja. Aber es war noch nie vorgekommen, dass irgendein Wehwehchen dermaßen hartnäckig war.
Vermutlich hätte sie beunruhigt sein müssen. Denn sie besaß weder Zweibeiner, noch kannte sie Katzen, die ihr hätten helfen können, geschweige denn wollen.
Im Moment aber war sie schlicht genervt. Es nervte sie, und sie hoffte darauf, dass es gleich vorbei war, sie sich erheben würde, und alles so wäre wie immer.


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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Sa 17 Jun - 3:16

cf: Lager
Meerblick war unzufrieden. Er war immer unzufrieden, aber grade besonders. Die Konversation mit Tropenwind hatte ihn aufgewühlt, ihn verletzt. Sie hatte es nicht offen gesagt, doch er hatte das Gefühl, dass sie ihn verhöhnte. Dass sie sich lustig machte darüber, wie er aussah, dass er sich zu verstecken suchte. Ihr Zurückweichen hatte es ihm gezeigt, denn sie hatte reagiert wie alle. Und dann hatte sie behauptet, es sei nicht so schlimm...pah! Er wusste doch, wie er aussah! Und er wusste, dass es gut so war. Er hatte seine Mutter getötet, er verdiente weit schlimmeres. Er hätte den Tod verdient, wenn dieser nicht zu gnädig gewesen wäre...
Mühsam humpelte der einäugige Kater voran, er war noch frustrierter, noch angespannter. Und das machte sich in seinen Bewegungen bemerkbar, wenn er gestresst war, dann war es noch schlimmer. Er wirkte wie auf Stelzen, unrunde Bewegungen brachten ihn voran, steif, ungelenk, anstrengend. Sein Blick erfasste nicht mehr die gesamte Umgebung, stets musste er den Kopf hin und her wenden, um nirgendwo gegen zu stoßen und den Weg zu finden. Den Weg wohin? Er wusste ja selbst nicht, was er machte, warum er nun so kopflos durchs Territorium stapfte. Das war unbefriedigend. Aber wenigstens war er dann nicht gezwungen, mit anderen zu interagieren. Darin war er nicht gut und er mochte es auch nicht. Er war eine Last, ungewollt. Sie taten alle so, als wäre er ihnen nicht unangenehm, doch er sah ihre Blicke...entweder waren sie voller Mitleid, was er mehr verabscheute als alles andere, oder sie waren von Verachtung geschwängert. Nicht sehr angenehm, aber ihm doch viel lieber als Mitleid. Denn dieses verdiente er nicht, er hatte jedes Recht darauf verwirkt, indem er seine Mutter ermordet hatte. Seine wunderbare Mutter...wie er sie vermisste...er schluckte. Er war es doch, der die gemeinsame Zeit beendet hatte. Auf die wohl grauenvollste Art und Weise, die nur irgend möglich war. Ein Monster hatte sie zerfleischt...
Meerblick näherte sich dem Fluss. Er liebte den Fluss. Wenn er in ihm war, dann war er leichter, dann wog es nicht so schwer, dass er sich auf seltsame Art und Weise fortbewegte. Es war leichter...
Er achtete kaum auf seine Umgebung, sie war ihm gleich. Er hoffte ja noch immer, ermordet zu werden, um wieder bei seiner Mutter zu sein. Doch andererseits durfte er es nicht. Er durfte sein Leben nicht wegwerfen, das hatte er seiner Mutter versprochen. Dabei wollte er es doch gar nicht...dieser Zwiespalt beschäftigte ihn seit dem Geschehen. Er konnte nicht anders, als dauernd und immer wieder darüber nachzudenken. Es war eine Folter, die er tagtäglich und jede Nacht erlebte, die er erdulden musste.
Plötzlich fiel ihm etwas auf. Er hielt inne und wandte den Kopf ein wenig, um es besser sehen zu können. Es handelte sich um eine Katze – ihm unbekannt, aber recht hübsch – die am Flussufer hockte. Ihr Fell war hell, es wirkte gepflegt, das eine Ohr war zerfetzt, doch es wirkte dennoch nicht unattraktiv. Es war ein Makel, ein Laster. Und er wusste, wie das war, niemals könnte er es als unattraktiv empfinden. Erst im nächsten Moment wurde ihm klar, dass diese Katze unbekannt war, gänzlich unbekannt. Vom Geruch her war sie keinem Clan angehörig. Aber er selbst war ihr unterlegen. Er war ein dreibeiniger Kater mit einem nur einem Auge, konnte sich nicht sonderlich geschickt bewegen und war nicht der schnellste, der nun Hilfe holen könnte. Hilfe holen allerdings war auch nicht das, was er wollte – dann würden alle nur noch mehr reden. Ihn noch mehr verhöhnen, ihn auslachen und sie hätten Recht damit. Er wäre schwach. Und das war das schlimmste, sich so schwach zu fühlen. Er musste es riskieren, sich der Fremden allein gegenüberzustellen. Und er musste taktisch vorgehen. Das mit dem Auge würde sie kaum übersehen, aber vielleicht konnte er sein Bein und seinen Schweif verstecken. Sie saß ja immerhin am Wasser und er war eine Flussclankatze, Schwimmen war ein leichtes. Naja gut, ein leichtes war jetzt vielleicht übertrieben, aber er konnte es recht gut und scheute sich nicht davor.
So leise er konnte humpelte er flussabwärts und kämpfte sich durch ein Gebüsch, ehe er leise ins Wasser glitt. Einen Moment brauchte er, um sich zu fangen, ehe er sich mit dem Wasser bewegen konnte. Es war nicht sehr leicht, aber er hatte lang genug trainiert. Meerblick bewegte sich auf die Fremde zu und steuerte frontal auf sie zu. Im Wasser bleibend, sodass seine weiteren Makel verdeckt waren, blitzte er die Fremde aus einem Auge an und knurrte kehlig. „Verschwinde, Abschaum!“, knurrte er leise, bedrohlich. Er war zu allem bereit. Den Tod fürchtete er nicht...auf gar keinen Fall. Er hätte ihn verdient. Und wenn er damit wenigstens etwas sinnvolles bewegen konnte, war es umso besser. Sein Auge blitzte, doch kam er nicht umhin, auch etwas anderes in ihr zu sehen. Sie mochte älter sein als er, aber sie war durchaus attraktiv, wie er ja bereits festgestellt hatte. Ihre Augen waren strahlend blau...er mochte ihre Augen.



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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Do 29 Jun - 5:00

Dachsfang

Ungeduldig schnippte ihre Schweifspitze immer wieder über den feuchten Kies.
Die graue Kätzin lag am Rande des Flusses, dessen reger Arm sich quer über das Clanterritorium streckte. Ihre Augen stierten auf die unruhige Wasseroberfläche, so als ob sie mehr darin zu erkennen versuchte, als ihr bloßes Spiegelbild.
Tatsächlich hatte sie mehr mit dem Wasser gemein, als die bloße Spiegelung. In der Blattfrische war der Fluss so mächtig und angeschwollen, dass man ihn in der Ferne damit prahlen hören konnte.
Es war ein leichtes für ihn, eine unerfahrene Einzelläuferin wie sie zu verschlingen. Nur weniges konnte ihm entgegenhalten, und er ließ sich nicht leicht trüben.
Doch aus dem gefährlichen Fluss wurde leicht ein harmloses Wässerchen, sobald man ihm seine Kraft nahm. Genauso fühlte sich Dachsfang.
Entkräftet und ausgebremst. Ihr Körper vibrierte kaum merklich, als bereitete es ihr große Mühe, ihren Bauch am Boden zu halten. Sie war keine Katze, die mit sich selbst etwas anfangen konnte.
Es bedurfte erst einer Situation wie dieser, dass sich die Unzufriedenheit wie ein bösartiger Keim in ihr ausbreitete, die sie in ihrer chronischen Beweglichkeit niemals zu spüren vermochte.
Doch in ihrer Kehle hielt sie immer noch ein leichtes Wimmern gefangen, dass ihr entfahren würde, sobald sie nur daran dachte, die verletzte Pfote zu beanspruchen.
Verdammte Nacktgesichter!
Die hatten ihr das Ganze überhaupt erst eingebrockt. Sie hätte sich sonst doch niemals einer so dämliche Verletzung bemächtigt! Widerwillig zog sie ihren Hinterlauf dichter an die Flanke.
Die Situation war doppelt unbefriedigend. Zum einen war sie verletzt. Zum anderen hatte niemand überhaupt erst Gelegenheit gehabt, daran beteiligt zu sein.
Obwohl ihr Alleinsein inzwischen selbstverständlicher geworden war, als sie es sich eingestehen mochte, war sie ständig auf der Suche nach Abenteuern.
Es gab nichts in ihrem Leben, was sie hätte riskieren können, außer ihr Leben selbst. Etwas resigniert legte sie schließlich ihren Kopf auf die kleinen Pfoten, um auf die FlussClan-Krieger zu warten, die sich unverschämt viel Zeit ließen.
Sobald sie die Augen schloss, fand sie sich in dem Universum wieder, wie sie es sich vorstellte. Sie zählte nur wenige Katzen, deren Namen sie sicher nennen konnte, aber das war egal. Falkenstern war der Größte von ihnen. Man sagte, er sei unvorstellbar groß, muskulös und angsteinflößend. Und dass man froh sein konnte, ihm in einem Stück zu entkommen. Denn er besaß so viele Leben, dass es unmöglich war, ihn zu töten. Alles Märchen. Tief in ihrem Inneren hoffte sie, dass sie wahr wären.
Sollte sie dem Anführer des mächtigsten Clans je begegnen, dann hätte es sich gelohnt, dafür eine Pfote zu verlieren.
Ein eigenartiges Zischen riss Dachsfang aus ihren Gedanken.
Ihr entfuhr der schrille Laut, den sie mühsam in ihrer Kehle gefangen gehalten hatte. Einen kurzen Augenblick lang konnte sie das Geräusch nicht zuordnen, ehe sie eins und eins zusammensetze, und ein grauer Kopf direkt vor dem ihrem auftauchte.
Er befand sich nur wenige Schweiflängen entfernt im Wasser.
Alleine diese Tatsache sorgte für den Schock, der sie zu lange ergriff, um sofort zu reagieren. Wo war er hergekommen? Wie hatte er das geschafft?
Geistesabwesend rappelte sie sich auf, und brachte ihren Körper zum Stehen. Der Schmerz stach durch ihre Pfote und peitschte wie ein Stromschlag durch sie hindurch.
Es kostete sie jedes bisschen Stolz und Trotz in ihren Knochen, eine unbehelligte Miene zu machen.
Als sie die Katze vollends realisierte, verwandelte sich das Zischen in ein kehliges Knurren: "Verschwinde, Abschaum!"
Verschwinden? So ein Flohhirn. Irgendetwas an ihm sorgte dafür, dass sie sprachlos blieb, zumindest einige Herzschläge lang.
In seiner Stimme lag kein bisschen Zweifel. Sie hätte ihn nicht erst rausfordern müssen, um zu wissen, dass er es todernst meinte. Das Auge, aus dem er sie ansah, blitzte vor Entschlossenheit und Zorn.
Er sah nicht sie, sondern den Feind in ihr.
Ihre eigenen Züge entglitten ihr kaum merklich, bis sich ihr wilder Blick auf zwei kugelrunde, kindliche Augen reduziert hatte.
Jeden Augenblick würde er aus dem Wasser kommen, sie angreifen. Dachsfang dachte nicht daran, ihm die Gunst der Überraschung zu überlassen.
Er mochte sie überlistet haben, aber gerade das trieb sie dazu, ihre Vorsätze über Bord zu werfen, und sich ihm vollkommen hinzugeben.
Doch vorher musste sie es aus seinem Mund hören.
"Bist du Falkenstern?"
In ihrer Stimme klangen kämpferischer Ernst, aber auch Fieber mit. Sie wollte es so sehr glauben, dass sie die Frage tatsächlich laut aussprach.
Ob ihr ein Falkenstern überhaupt zuhören würde?
Wie auch immer man ihn nannte, er hüllte sich taktisch in eine raffinierte Tarnung.
Ein erfahrener Kämpfer, oder ein Bluff.
Abschätzig nutzte sie ihre Zeit, um den Kopf genauer zu studieren. Ihm fehlte ein Auge, das sprach für erste Möglichkeit. Wem hatte er sich wohl gegenübergestellt, um es zu verlieren?
Er sollte sehen, dass sie ebenso bereit war, wie er. Dass sie sich vor keinem Schicksal fürchtete. Es war ihr wichtig, dass er das sah, denn nur so machte der Kampf auch einen Sinn. Je länger sie wartete, desto unsicherer wurde sie, ob sie angreifen sollte.
Aber sie wäre nicht so dumm, ins Wasser zu springen und zuzulassen, dass er sie im Pfotenumdrehen ersäufte.
Plötzlich kam ihr die Vorstellung jeglicher Variante des Todes nicht mehr so reizvoll vor. Der Kater blickte sie noch immer an. Sein Auge war grün. Es wäre schade, wenn er es für immer schließen würde. Verdammt noch eins!
Dachsfang verstand nicht, vorher der Gedanke kam. Sie versuchte, sich an etwas zu erinnern, von dem sie nur wusste, dass es wichtig war. Es fiel ihr nicht ein.
Stattdessen kam eine andere Erinnerung zurück. Der Schmerz.
Reflexartig verlagerte sich ihr Gewicht auf die übrigen drei Pfoten. Wütend begann sie mit dem obligatorischen Schweifschnippen. Ihr war nicht mehr danach, in sein Gesicht zu sehen, das mit einem Mal höhnisch und wissend aussah.
Mit jeder Sekunde, die sie seinen einäugigen Blick erwiderte, wuchs das Zugeständnis und die Scham, die auf ihren Wangen brannte. Aber wenn er glaubte, sie würde das zulassen, hatte er sich geschnitten.
Er konnte angreifen, sie demütigen oder warten, bis ihr Körper alsbald nachgab, aber er würde sie niemals brechen.
Bunte Sterne tanzten über dem treibenden Schädel, der von einem Schrumpfkopf zu einer riesigen Kugel heranwuchs, die Dachsfang das Licht vor ihren Augen nahm.
Lass ihn nicht außer Acht! Lass ihn bloß nicht außer Acht...


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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Mo 10 Jul - 14:56

Meerblick steuerte auf die Katze zu. Sie war der Feind, ein Streuner, und es wäre ehrenhaft von ihm, in einer solchen Auseinandersetzung zu sterben. Andere mochten den Tod fürchten, doch er selbst tat das nicht. Wie gnädig dieses Ereignis wäre, wenn es ihn von seiner Schuld reinwaschen könnte. Doch selbst der Tod konnte das nicht. Niemand konnte das. Selbst seine Mutter, die vom Sternenclan aus zu ihm gesprochen hatte, hatte nichts daran zu ändern vermocht, dass er sich beschuldigte, dass er sein Leben als unwert betrachtete, dass er sich nach dem Tode sehnte. Das einzige, was ihn von einem Suizid abgehalten hatte, war, dass seine Mutter dann umsonst gestorben wäre. Und das wäre ein noch schwereres Vergehen. So war es ihm schon nicht möglich, sich zu verzeihen. Wie sollte es damit dann anders werden?
Die Katze schreckte hoch und gab einen schrillen Laut von sich. Meerblick zuckte nicht einmal, auch wenn sein Herz vor Schreck einen Satz machte. Doch er blieb unbeweglich, durfte nichts von seiner Schwäche zeigen…denn ansonsten wäre er wohl verloren. Nicht, dass das schlimm wäre, niemand würde ihn betrauern, aber dennoch. Irgendwo in ihm war da noch etwas anderes als die Sehnsucht nach dem erlösenden Tode…nämlich der Wunsch, sich zu beweisen. Ein kleines Überbleibsel von dem Kater, der er vor dieser Zur-Schau-Stellung seiner Unfähigkeit und Unwertigkeit gewesen war.
Obgleich er nur ein Auge haben mochte, er war konzentriert und ihm entging nichts. So sah er auch die Anstrengung, unbehelligt auszusehen. Er selbst hatte sich mondelang so gebiert, da war es nicht verwunderlich, dass es ihm auffallen mochte. Genau erkennen, was es war, konnte er nicht, doch er vermutete Schmerz. Einen Moment hatte er das Gefühl, ins Wasser zu sehen und seinem eigenen Spiegelbild gegenüberzustehen. Was absolut abwegig war, da sie um einiges attraktiver war als er selbst. Das kleine zerfetzte Öhrchen machte gar nichts, bei ihm war es eine vernarbte Partie um sein Augen herum, was nicht mehr existierte, ein absolut grässlicher Stumpf am Hinterbein, wo nur Narbengewebe ohne Fell geblieben war und das gleiche an seinem Schweif. Wie konnte er sich nur mit ihr vergleichen? Sie hatte einen adretten Körperbau, wunderschöne Augen, in denen das Licht tanzte, und vier Beine sowie einen Schweif, der ebenso grazil und vollständig war wie der Rest von ihr. Auch wenn sie optisch keinen Makel aufwies, etwas schien ihr Schmerzen zu bereiten. Die eine Hinterpfote berührte den Boden anders als es ihre restlichen Pfoten taten. Na sowas, Chancengleichheit…ihnen beiden fehlte ein voll einsetzbares Hinterbein. Nur dass sie immer noch besser kämpfen dürfte als er selbst. Da er nun aber eine Verletzung diagnostiziert hatte, durfte er nicht mehr verlieren. Dann wäre das Gerede zu groß und sein Tod nicht ehrenhaft, er hätte seiner toten Mutter Schande bereitet. Auch, wenn er das schon tat, indem er atmete…
Dann ihre Stimme…ernst, kämpferisch, zu allem bereit. Aber ihre Worte…einen kurzen Augenblick lag Erstaunen in seinem Blick, denn wenn er mit einem nicht gerechnet hätte, dann mit der Frage nach seinem Onkel. Was wollte sie von ihm? Kannte sie ihn? Verband sie etwas mit dem großen, unfreundlichen Kater, der so gerecht handelte wie kaum jemand? Erzählte man sich Geschichten von ihm? Nun musste er abwägen. Sollte er sie fragen, was sie von seinem Anführer wollte? Oder sollte er dabei bleiben, sie zu verjagen. Sollte er ihre Angst vergrößern, indem er Falkenstern lobte? Er war sich mehr als nur unsicher, was er tun sollte. Mehr als unsicher. Nach außen hin zeigte nichts sein Gedankenspiel, nichts wies darauf hin, dass ihn etwas beschäftigte.
Ein abschätziges Lachen erklang aus seiner Kehle. „Nein, ich bin nicht Falkenstern. Der hat weit besseres zu tun, als sich mit einem kleinen Kätzchen wie dir herumzuschlagen!“, knurrte er bedrohlich. Eisig blitzte er die Fremde an, knurrte leise und war jederzeit bereit, ihr entgegenzuspringen. Er ahnte ja nicht, dass sie ihn für einen guten Krieger hielt, es hätte seinem Selbstbewusstsein wohl gutgetan. Denn davon hatte er nun wirklich nicht besonders viel… „Was willst du hier?!“, fauchte er wütend und trat einen Schritt dichter ans Ufer. Zum Vorschein kam seine breite, muskulöse Brust, doch verbarg das Wasser noch immer die Stumpen. Das nasse Fell ließ seine Muskeln deutlicher erscheinen, zeigte, was für eine eindrucksvolle Gestalt er gehabt hätte, wie sein ganzer Körper hätte sein können.

Das Gesicht der Fremden verzog sich schmerzverzehrt und sie wirkte, als würde sie jeden Moment zusammenbrechen. War das Taktik? War es echt? Er wusste es nicht…doch er vermutete letzteres, denn zuvor hatte sie ihre Schmerzen verstecken wollen.  Skeptisch betrachtete er sie. Sie wirkte seltsam…als wäre etwas nicht in Ordnung. Auch wenn er nur ein Auge haben mochte, das sah mehr, als man glaubte…



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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   So 10 Sep - 4:07

Dachsfang

Schwer und unregelmäßig drückte sich ihr Atem gegen den Pelz, der durchnässt an ihrem Körper klebte. Sie fröstelte. Es kostete sie schmerzliche Mühe und Konzentration, ihr unruhiges Ganzes auf drei Beinen zu balancieren. Ein nahezu unmöglicher Akt - auch ohne verletzte Pfote.
Ein, zwei Mal verlor sie ihn beinahe aus den Augen, ehe sie ihre schwindende Aufmerksamkeit auf ihren Feind zurück zwang. Ihren Feind. Der sie seinerseits aus einem einzigen grünen Auge provozierend unbehelligt anstarrte.
Noch immer trieb der fremde Kater im Wasser. So still und unbeweglich, wie er gekommen war. Die Entfernung zum Ufer war noch zu groß, als dass er sie überraschend würde angreifen können. Selbst für ein Fischgesicht wie ihn wäre es schwierig, sein Gewicht gegen die Wassermassen zu stemmen, und gleichzeitig eine andere Katze anzugreifen.
Dachsfang musterte ihn erneut.
Während sie seine Defensive anfangs noch geködert hatte, wie ein blutiger, warmer Happen Mausehintern, beunruhigte sie diese mittlerweile mehr und mehr.
Denn sie war mittlerweile ganz klar beeinträchtigt. Allein der Gedanke daran trieb ihr eine seltsame Schamesröte ins Gesicht. Sie mochte es nicht, klein beizugeben. Und es war eine kleine Niederlage, dass er ihre Schwäche begaffen konnte. Was natürlich nicht bedeutete, dass sie ihn nicht bekämpfen wollte.. und konnte!
Während sie sich gegenseitig taxierten, verschleierte ihr Bild immer wieder. Er war wie ein flimmerndes, durchscheinendes, graublaues Hologramm. Sie kniff ihre kugelrunden Augen zusammen, doch es änderte nichts.
Fast schon sehnte sie sich nach einer Bewegung, einem klitzekleinen Zeichen von ihm, dass er real war, dass sie ihn sich nicht einbildete, und dass sie noch immer bei vollem Bewusstsein war.
Ob er sie auch verschwommen sah? Immerhin wäre dann der Regen Schuld an ihren Schwierigkeiten, und nicht die üble Infektion ihrer Wunde, deren berechtigte Existenz sie bis zuletzt ignoriert hatte.
Dachsfang lernte schmerzvoll.
Das war es, was sie überhaupt zu dem gemacht hatte, was sie war. Hätte sie sich damals nicht davongestohlen, naiv und neugierig, wie ein Hauskätzchen tickte, wäre sie niemals dem namensgebenden Dachs begegnet, der ihr ein Ohr abgerissen, und sie beinahe getötet hätte.
Es war ein hoher Preis für ein wenig Wissensdurst, der daraufhin nur stärker wurde.
Niemals wäre sie den Clans begegnet, auch nur einer Clankatze, von denen sie bis dahin nie gehört hatte. Sie waren wie ein ferner Traum. Große, starke, unabhängige und freie Katzen, die dem nachgingen, wofür sie geschaffen waren. Dachsfang begegnete in ihrem ganzen Leben nur wenigen von ihnen. Und meistens waren es wenig wohlwollende Zusammentreffen, durch die ihr erst klar wurde, welche Rolle sie in einer Welt wie dieser spielte. In der Welt, die sie bewunderte. Ein Parasit, der sich am Rande ihres Nackens festgesaugt hatte, ein Kein, der nicht in hierher gehörte. Wenn es ihr Instinkt war, Eindringlinge wie sie zu radizieren, wie konnte sie eine von ihnen werden?
Der Himmel hatte fürs Erste genug erbrochen, denn mit einem Mal wurde die Sicht wieder klarer, und die Kätzin stellte fest, dass sich der Fremde noch immer an Ort und Stelle befand. Ein paar müde Sonnenstrahlen brachen durch die Wolkendecke und bildeten einen im tropfenden Niesel stehenden Lichtkegel, der den Clankater beleuchtete, als wäre er ein Heiliger, und so spürbarer und gleichzeitig surrealer machten, als je zuvor.
Zufriedenstellend in puncto Hirngespinst.
Innerlich kramte sie nach Möglichkeiten, ihn zu beschäftigen. Sie musste umdenken. Er würde sie nicht ewig zappeln lassen. Irgendwann musste etwas geschehen.
Und sie wollte nicht diejenige sein, die dann unten lag.
Ihre Gedanken mäanderten so weit, dass ihr ihre Frage erst wieder einfiel, als er kaum merklich eine Regung zeigte. Auf Falkenstern. Es war nur eine winzige Reaktion, auf die sie die ganzen vergangen, unendlichen Stunden oder kurzen Sekunden gewartet hatte. Ein Augenweiten, das in seiner Monotonie der Starre - die er im Gegensatz zum Wasser, das ihm umgab, personifizierte - auffiel wie ein Stein, um ebendiese Wasserfläche im ungebremmsten Aufprall zu durchschlagen.
Sie hatte kaum Zeit, sich einen Reim auf seine Reaktion zu machen, da drang ein abschätziges Lachen aus seiner Kehle:
„Nein, ich bin nicht Falkenstern. Der hat weit besseres zu tun, als sich mit einem kleinen Kätzchen wie dir herumzuschlagen!“
Sein Lachen rührte sie scheinbar auf, denn ihr Hinterbein zwang sie, auf dem Fleck protestierend zu hinken, was in Anbetracht ihrer plötzlichen Dreibeinigkeit absolut albern aussehen musste, und sie zusätzlich ärgerte.
Sie erwiderte sein Knurren mit selbiger Leidenschaft.
"Ach was", wehte es ans Flussufer. Auf ihrem Gesicht erschien der Vorbote eines zufriedenen Grinsens.
"Und du? Hast wohl nichts besseres zu tun, als dich mit einem kleinen Kätzchen wie mir herumzuschlagen"
Ihr war der Ausdruck in seinem Auge nicht entgangen. Und der Ton, den er anschlug. Fast so, als würde ihn etwas ganz persönliches mit Falkenstern verbinden. War er sein Vater, oder so?
"Bist du sein Handlanger?", fragte sie stirnrunzelnd, und ließ den Begriff langsam und genüsslich auf ihrer Zunge zergehen.
"Wie heißt du denn?", trieb sie ihre Provokation auf die Spitze.
Doch in ihre Augen trat ein eigenartiges Funkeln, das ihr echtes Interesse daran verriet.
Ihr Selbstvertrauen hatte sich innerhalb der vergangenen Augenblicke auf ein annähernd normales Level geboostet. Sie fühlte sich wie eine Mischung aus der legendären Scarx, und Falkenstern höchstpersönlich.
Gleichzeitig war die Hellgraue erfahren genug, sich nicht von ihren Höhenflügen leiten zu lassen. Noch immer behielt sie ihn genau im Visier, während der zufriedene Ausdruck auf ihrem Antlitz blieb.
Er war ein ernstzunehmender Gegner, und dies war ein ernstzunehmender Kampf - wenn auch ein bisher verbaler.
Sie war geschwächt, und noch schlimmer, wusste er von dieser Schwäche. Mit einem eisigen Blitzen in den Augen besiegelte er seine bissigen Worte, und sie war sich sicher, dass er mindestens genauso viel Kampfgeist besaß, wie sie selbst.
Was ihr unwillkürlich imponierte.
Plötzlich begann sie, darüber nachzudenken, wie genau er wohl sein Auge verloren haben mochte. Ein WindClan-Krieger hat es ihm im Grenzkampf ausgekratzt. Eine Streunerbande, die ihn umzingelte, eingekesselt zwischen wilden Bestien. Oder ein Fuchs, den er sich in den Weg stellte, um schwächere Clanmitglieder zu schützen. Ob er Falkenstern schützen wollte?
Nicht, dass der um Schutz bedürfte. Aber diesem Kater war alles zuzutrauen. Was auch immer der Grund war, es war nichts leichtfertiges. Es war kein leichter Verlust gewesen. Dachsfang dachte unwillkürlich an die Parallele, die ihr als solche erst gar nicht auffiel: Sein Auge und ihr Ohr. Oder - realistisch betrachtet - sein Nicht-Auge und ihr Nicht-Ohr. Der Gedanke daran erfüllte sie immer mit gewissem Stolz. Sie empfang es nicht als Last, oder Makel, wie sie ihre Pfote momentan empfand, sondern als Zeichnung. Eine Auszeichnung.
Je mehr Katzen sie sahen, desto besser. Sie fragte sich, ob er das gleiche für sein Nicht-Auge empfand. Wenn er das tat, dann verbarg er das perfekt. Wobei Täuschung, Spiel und Beherrschung zu ihrem Verdruss wohl auch zu seinen Talenten gehörten...
„Was willst du hier?!“
Damit hatte sie nicht gerechnet. Der Kater machte mit einem Mal eine Bewegung nach vorn, vielmehr einen trittsicheren Schritt, der sie sekundenschnell alarmierte.
Automatisch sträubte sich ihr Rückenfell, sie machte einen Buckel, und ihr Kopf gab ihren Beinen um Willen der Distanz Befehl, einen Schritt zurück zu tun.
Ein Fehler.
Mit schmerzverzerrtem Miauen und vor Schreck aufgerissenen Augen taumelte sie zurück, verlor ihr Gleichgewicht, und fiel sich windend zu Boden.
Der Schmerz durchzuckte ihre Nervenbahnen, und traf ihren Körper wie ein heißer, stechender Blitz. Zog hoch bis zum Bauch, ehe sie sich auf der Seite liegend krümmte.
Einige endlose Momente lang versuchte sie, sich durch elendige Bewegungen von dem Gefühl zu befreien, das sie gänzlich einnahm und ihre Gedanken benebelte.
Als sie die Augen wieder öffnete - oder vielleicht hatte sie sie auch gar nicht geschlossen - sah sie nur die Helligkeit und Spannung in der Luft. Weiß, gelb, schwarz, rot - Alle Farben, aber nichts sonst!
Panisch versuchte sie, sich aufzurappeln. Hatte er sie bereits angegriffen?
Ihr Zustand erlaubte es nicht. Obwohl etwas hartes in ihre Wange drückte, wankte der Boden unter ihr, und sie fürchtete, in den Fluss gelangt zu sein.
Verzweifelt und geistlos bohrten sich ihre Vorderkrallen in die kiesbedeckte Erde. Der Vorteil des Ganzen war, dass sie die Verletzungen nicht spürte, die sie sich frisch zugezogen haben musste. Denn der Schmerz füllte sie allumfassend aus, so pur, dass ihre Rezeptoren keine schlimmeren Qualen mehr hätten spüren können.


sei gegrüßt...
you walked into the room you know you make my eyes burn...
heavens in your eyes...
come take a walk on the wild side...
you are my one true love...
(i´m your little harlot)
i dont know what you do, but youre unbelievable...
i think i´ll love you forever...
now my life is sweet like cinnamon...
heaven is a place on earth with you...
(without a dark paradise)
you make me crazy, you make me wild...
and he is in the sky with diamonds...


(c)Tulpenfeder
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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Fr 6 Okt - 17:07

Vor ihm war diese Katze. Sie war hübsch, auch wenn ihr ein Ohr fehlte – er selbst war der letzte, der sich über fehlende Körperteile beklagen dürfte – und sie war eine Streunerin. Aber sie schien anders, sie schien von ihm irgendwie beeindruckt. Das gefiel ihm, denn er wusste, wie es war, nicht geschätzt zu werden. Das war alles andere als angenehm. Ihm war durchaus klar, dass diese Katze ihn respektierte, weil sie seine Schwächen nicht kannte. Sie konnte nur die eine sehen, ganz deutlich, diese grässliche Narbe in seinem Gesicht. Die war unmöglich zu übersehen. Aber man wusste ja nie, vielleicht war sie auch blind? Ein alberner Gedanke, denn der Blick, mit dem sie ihn musterte, erschien wach und keinesfalls getrübt. Wenn er jemals eine Gefährtin haben würde, dann wäre sie wohl blind. Und da das nicht oft vorkam, war es ausgeschlossen.
Der Kater wusste nicht, warum er jetzt an so etwas dachte. Es war...abwegig, machte keinen Sinn, sich jetzt damit zu beschäftigen. Warum also tat er es? Weil er zum ersten Mal einer Katze gegenüberstand, die seine Geschichte nicht kannte und nicht wusste, was er für ein Versager war? Weil sie ihm Respekt entgegenbrachte, da sie nicht wusste, wie er im Ganzen aussah? Sie war definitiv die erste schöne Katzendame, die ihn musterte und dabei nicht nur seine Hässlichkeit sah. In deren Augen kein unendliches Mitleid stand. Dem Kater war klar, dass er kein Adonis war. Er wusste um seine Mäkel, er wusste, wie er auf andere wirkte. Jungen rannten vor ihm davon. Und dann war da diese dämliche Tropenwind gewesen, die ihm vormachen wollte, es sei anders. Noch immer war die die Wut in ihm, dass sie ihn so täuschen wollte. Vielleicht hatte Falkenstern sie geschickt, damit ihm jemand außerhalb der Familie Mut machte. Manchmal verfluchte er seinen Onkel innerlich, diesen stets unfreundlichen Kater, der sich vor allen verbarg.
Doch war er selbst anders? Wohl kaum. Er verbarg sich nicht nur auf emotionaler Ebene, sondern auch auf der physischen. Er war davongelaufen, schon wieder. Es war gut, denn so hatte er die hübsche Streunerin sehen können.
Auf seine Worte hin begann sie plötzlich zu hinken, ihre Fassade bröckelte. Doch obgleich diese Schwäche augenscheinlich und offensichtlich war – selbst für einen einseitig sehenden wie ihn – versuchte sie dennoch den Schein einer starken Katze zu wahren. Beinahe empfand er etwas wie Bewunderung für sie. Das war seltsam und ein absolut dummer Gedanke, denn sie war eine Streunerin und er musste sie vertreiben. Ob sie hübsch war, mutig oder sonst etwas, das spielte keine Rolle. Er musste das aus seinem Kopf verbannen. Für jetzt und für alle Zeit. Eine wie sie würde – selbst wenn sie im Clan wäre – nichts für ihn übrig haben. Das war nun einmal Fakt, sie war hübsch, er war grässlich, sie schien stark und von sich überzeugt, er war das Gegenteil. Und er musste sich jetzt beweisen. Sie war verletzt, vielleicht hatte er die Chance, sich selbst etwas zu beweisen, indem er eine Streunerin vertrieb. Eine, die offensichtlicher nicht hätte verletzt sein können und dadurch selbst von einem Jungen vertrieben werden könnte. Nein, das würde sein Selbstwertgefühl wohl kaum wieder aufbauen. Wieder implizierte natürlich, dass da mal welches gewesen war. Das allerdings glaubte er schon lange nicht. Allerdings war er ein Junges gewesen bei seinem Unfall, seine Erinnerungen waren nicht so klar wie die eines erwachsenen Katers. Viel eher konnte er sich erinnern, wer ihn wie behandelte, an Situationen, die er erlebt hatte. Aber an die Zeit vor dem Unfall...dem Verlust seiner Mutter und seiner Geschwister, er konnte sich nicht erinnern. Seine Brüder waren Schemen, er hatte viel Zeit mit ihnen verbracht, doch nun waren sie schon lange im Sternenclan. Raupenpfote hatte eine Krankheit dahingerafft und Stolzpfote...er hatte den Unfall nicht ertragen und sich selbst das Leben genommen. Noch immer eine schwere Bürde für den dreibeinigen Kater. Er war nicht nur verantwortlich für den Tod seiner Mutter, auch sein Bruder war durch ihn gestorben. Er war eine Schande, ein nichts, ein Schandfleck des Flussclans. Als sie etwas zu erwidern begann, schob er die Gedanken beiseite und lächelte sie kalt an. Sie wollte ihn provozieren, scheinbar war das ihre Taktik. Doch er würde nicht unvorsichtig werden. Wenn er das hier vergeigte, dann würde Falkenstern jegliches Vertrauen in ihn verlieren. Und so viele Katzen hatte er nicht mehr, deren Vertrauen ihm wichtig war. Falkenstern war eine dieser Katzen, ebenso sein Onkel Rauchherz und seine Tante Trauerblüte. Mit seinen Cousins und Cousinen hatte er nicht ganz so viel Kontakt. Da war nur Eibenlicht gewesen, Falkensterns Tochter. Mit ihr hatte er viel Zeit verbracht, das wusste er noch. Doch auch sie befand sich im Sternenclan. Er brachte niemandem Glück.
Nun, manchmal kommt man um lästige Arbeiten nicht herum“, erwiderte er kühl auf ihre Worte, ob er denn dann nichts Besseres zu tun hätte. Auch wenn er sich so wenig wie möglich auf ihre Worte einließ, dennoch trafen sie ihn irgendwie. Sein Handlanger. Wie könnte er ein Handlanger sein? Dafür taugte er viel zu wenig. „Mit Nichten. Ich bin lediglich ein Krieger des Flussclans. Du allerdings bist nur ein Häuflein Elend. Das Streunerleben scheint nicht das Richtige für dich zu sein, wenn du eine solche Verletzung davonträgst...“, erwiderte er mit scheinbarer Ruhe. Innerlich jedoch hatte sie die Kralle in die Wunde seines Herzens gebohrt, grausam und unnachgiebig. Und er ahnte, dass sie die Kralle nie wieder einfahren würde...sie würde bleiben bis an das Ende seiner Tage. Aggression als Selbstschutz war ihm durchaus ein Begriff. Er tat es regelmäßig, dass sie womöglich ähnliche Gründe haben könnte, da wäre er im Leben nicht draufgekommen. Viel mehr glaubte er, dass sie seine Unterlegenheit sah, dass sie ihn verhöhnte wie all die anderen es auch taten. Sie hatte gesehen, dass er wertlos war, sonst hätte sie es wohl nicht gesagt. Beinahe wäre er eingeknickt, doch er behielt seine Gefühle bei sich, kapselte sie ab und verdrängte sie wieder tief in sein Herz und seine Gedanken. Im traum wäre er nicht darauf gekommen, dass sie glauben könnte, er wäre ein fähiger Krieger. Niemals wäre ihm ein so abstruser und unrealistischer Gedanke in den Sinn gekommen. Nein, das war wirklich zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Welch schöne Geschichten sie sich aussann...wie wohl es ihm wohl täte, sie zu kennen. Doch das tat er nicht. Wohl aber kannte Meerblick ihre Worte, er verstand sie, doch er schwieg. Er würde bestimmt nicht seinen Namen preisgeben, damit sie bei ihren Streunerfreunden damit prahlen könnte, wie stark sie ihn doch in die Flucht geschlagen hätte.
Als er nach einer gefühlten Ewigkeit wieder sprach, fiel sie. Erstaunt betrachtete er das Bild, dass sich ihm bot. Sie brach zusammen. War das Taktik oder Realität? Sicher war er sich nicht. Aber dann setzte der Regen ein und die seltsame Katze vollführte noch immer ihren Kampf mit sich selbst. Dies war kein normaler Regen, das spürte er. Schon nach wenigen Augenblicken spürte er, wie der Fluss stärker wurde. Und die Katze lag noch immer da, bohrte die Krallen in die Erde, in der nach einiger Zeit auch ihre Pfoten verschwanden. Der Fluss, den sie vermutete – es war der Regen. Unbarmherziger, strömender Regen. Und Meerblick...er hatte Mitleid. Er hätte sie so liegen lassen können, hätte sich umdrehen und ins sichere Lager zurückkehren können. Nein. Stattdessen watete er aus dem Wasser und betrachtete die Katze skeptisch. An ihrem Hinterbein sah er eine Wunde, die er selbst mit seinem ungeschulten Auge als entzündet erkennen konnte. Sie brauchte Hilfe...es hätte ihm egal sein müssen! Sie war nur eine Streunerin! Aber wenn er jetzt ging...dann würde er eine weitere Katze töten. Und das konnte er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Er könnte Grinsezahn einfach herschicken, dann hätte er seine Pflicht getan und er hätte alles getan, was er konnte. Naja, nicht ganz. Wenn sich Grinsezahn nun weigerte...immerhin bangte der Clan ja momentan um Regenpfote. Er würde ein Clanmitglied sicher über eine einfache Streunerin stellen. Und irgendwie hatte er damit ja auch Recht. Oder nicht? Er konnte nicht an zwei Orten gleichzeitig sein und einen Schüler hatte er nicht. Meerblick stöhnte. Lange Zeit hatte er im Heilerbau gelebt und vielleicht konnte er sie notversorgen. Dann würde er nach dem Unwetter Grinsezahn holen und...-was, wenn es dann zu spät war? Erst einmal musste sie aus dem Regen heraus, wenn sie nass war, stärkte das das Immunsystem nicht gerade. Er trat an die Katze heran, schüttelte innerlich aber den Kopf über sein Handeln. Er hätte sie einfach fortbringen müssen, aus dem Territorium, das wäre das Beste. Entweder sie schaffte es, oder eben nicht. Aber nein. Hier stand er und war in Begriff, eine Streunerin vor dem Regen zu schützen und ihr Kräuter zu organisieren. Er war eindeutig von allen guten Geistern verlassen. Andere Worte dafür fand er nicht.
Der dreibeinige Krieger bückte sich und packte sie am Nackenfell, nicht besonders liebevoll oder so, aber gezielt genug, um den Reflex auszulösen, den das weibliche Geschlecht – Sternenclan sei Dank – für sich beansprucht hatte. Die Regungslosigkeit, wenn sie am Nacken gepackt wurden. Durchaus praktisch, denn ansonsten hätte er sich vielleicht sogar in Gefahr begeben. Und darauf hatte er noch weniger Lust als ohnehin schon darauf, ihr zu helfen. Unter großem Kraftaufwand zerrte er Dachsfang  durch die Gegend bis er eine Stelle fand, die ihm zusagte. Es war eine kleine Anhöhe, einiges vom Fluss entfernt – seine Muskeln hassten ihn dafür – und dort wuchsen einige Büsche. Unter einen davon zerrte er die verletzte Katze und ließ sie los, bereit, zurückzuspringen, sollte sie ihn attackieren. Dann blickte er sich um. Dieses Mistvieh hatte mehr Glück als Verstand. Er erkannte Schachtelhalm in der Nähe, den er selbst stets auf seine entzündeten Wunden gelegt bekommen hatte. Er watete durch den Matsch, was ihm das Vorankommen deutlich erschwerte, und riss eine der Pflanzen mit voller Wut aus dem Boden. Diese dämliche Streunerin! Warum hatte sie ausgerechnet ihm begegnen müssen?! Hätte sie nicht wen anders treffen können?!

Er kam zu der blöden Katze zurück und ließ sich neben ihr nieder. Wie erniedrigend. Er nahm das eklige Zeug ins Maul und begann, es zu zerkauen und die Pampe auf ihr Bein zu bugsieren. Es war eine Schande....



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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Sa 14 Okt - 15:56

Kristall war gelaufen und gelaufen. Manchmal war sie sogar gerannt, wenn lange Zeit kein Baum da war, unter dem sie sich unter stellen konnte. An manchen Stellen musste sie aber ganz vorsichtig laufen. Denn der Regen hatte alles matschig und vor allem rutschig gemacht. Mehr als nur einmal war die graue Katze gestolpert und wäre fast hingefallen. Doch sie ließ sich nicht entmutigen. Oh nein. Sie musste es unbedingt so schnell wie nur möglich in den FlussClan schaffen. Selbst bemerkte sie immer öfter, wie die kleinen Jungen in ihrem Bauch anfingen zu treten. Sie wollten endlich raus. Doch bisher war der Zeitpunkt noch nicht eingetroffen. Kristall war sich sicher, dass auch der SternenClan wollte, dass diese Jungen im Territorium des FlussClans geboren werden. Wie gerne sie ihnen dafür danken würde. Doch immer wenn sie in den Himmel hinauf blickte, war dieser einfach nur dunkel und ab und zu zog sich ein Blitz durch den Himmel hindurch.
Immer weiter und weiter. Immer schneller und schneller. Sie hatte noch vor heute das Territorium des FlussClans zu erreichen. Und dann, endlich. Da war er, der Fluss. Doch... etwas stimmte nicht. Er war viel breiter, als Goldpelz es ihr erzählt hatte. Oh nein, war das etwa der ganze Regen gewesen? Wie sollte sie nur jetzt hinüber? Natürlich wusste die Kätzin von den Trittsteinen die es gab, um über den Fluss zu gelangen. Aber auch diese waren im tosenden Fluss unter gegangen. Gab es denn nirgends einen guten Weg, um hinüber zu gelangen? Wenn nötig würde sie sogar schwimmen, um das Territorium auf der anderen Seite zu erreichen! Überall war der Fluss nahezu gleich weit über das Ufer getreten. Kristall sah keinen geeigneten Weg auf die andere Seite. Frustriert stellte sie sich bei einigen Felsen unter. Sie wusste nicht, dass sie im Territorium des DonnerClans war und sich bei den Sonnenfelsen befand. Eines Tages aber würde sie es herausfinden. Doch für jetzt verschwendete sie keine Gedanken an irgendwelche anderen Clans. Ihr war nur einer wichtig. Der FlussClan. Laut jaulte sie in die Luft hinein. Hoffte, ihr Laut käme bis zum Himmel an und der SternenClan könnte sie vielleicht hören. Goldpelz hatte immer gemeint, der SternenClan sei für einen da, wenn man Hilfe brauchte. Und die brauchte sie jetzt, unbedingt. Kurz wartete sie, dann schickte sie ein erneutes Jaulen gen Himmel. Doch nichts geschah.
Dennoch, an Aufgeben war nicht zu denken! Die graue Katze hatte nicht den ganzen Weg aus dem Zweibeinerhaus bis hierher genommen, um nun vor einem unlösbaren Hindernis zu stehen. Es musste einen Weg über den Fluss geben. Und den würde sie auf jeden Fall finden. Mit neuem Mut zog sie sich unter den Sonnenfelsen heraus und untersuchte das Ufer erneut. So schnell konnte sie nicht aufgeben. Nichts war umsonst. Und tatsächlich! Nach einiger Zeit fand sie am jetzigen Ufer einen größeren Stein, den man durch das Wasser nicht sehen konnte. Vorsichtig, ganz vorsichtig, um nicht auszurutschen, tastete sie sich auf dem Stein nach vorn. Ganz vorne würde sie dann in das Wasser springen und bis an die andere Seite schwimmen. Sie konnte das schaffen. Sie musste es einfach schaffen. Einen anderen Weg gab es nun mal nicht. Und wäre es unmöglich, so hätte Goldpelz ihr niemals gesagt, dass sie her kommen soll.
"SternenClan.. Steh' mir bei.", miaute sie leise und mit vor Angst zittriger Stimme. Und mit diesen letzten Worten ließ sie ihr Hauskätzchen sein hinter sich zurück und sprang mit festem Tritt in das eisig kalte Wasser des reißenden Flusses hinein.

Eisige Kälte zerrte an ihr. Kälte. Nässe. Kälte. Nässe. Sie wusste nicht mehr, wo oben und unten war. Der Fluss war stärker gewesen, als sie es erahnt hatte. Sie hatte es nicht richtig einschätzen können. Hatte sie nun versagt...?
Mit einem Mal kam Kristalls Kopf aus dem Wasser zum Vorschein und tief holte die junge Kätzin Luft. Dennoch kam etwas Wasser in ihr Maul und brachte sie zum Husten. Schnell hatte sie sich und die Situation wieder unter Kontrolle. Die graue Katze trat gegen den reißenden Strom des Flusses an. Biss die Zähne zusammen und trat mit den Beinchen so stark zu, wie sie nur konnte. Kristall konnte Schwimmen. Vielleicht nicht so gut wie andere FlussClan Katzen, aber im Teich bei ihrem Zweibeinerhaus hatte sie es gelernt. Ein wenig schaffte sie es auch gegen den Strom anzukommen, doch ihre Kräfte schwanden und schwanden mit jedem neuen Tritt. Dann hörte sie kurzzeitig ganz auf, versuchte sich irgendwo festzukrallen. Sie erwischte einen Halm, der aus dem Wasser hing. Mit dem Maul hielt sie ihn fest und er hielt, während sie weiter zurück gezogen wurde. Nochmal holte sie ihre Kraft aus sich heraus und schwamm gegen den Strom an. Wenn sie es nur bis zu diesem Halm schaffte. Von dort aus konnte sie sicher weiter auf die andere Seite kommen. Doch plötzlich kam eine stärkere Welle mit Wasser auf sie zu und erwischte sie frontal. Vor Schreck ließ sie den Halm los und das Wasser breitete sich über ihr aus. Kristall schluckte Wasser. Viel Wasser. Und zu guter Letzt schlug sie mit dem Bauch gegen einen Felsen unter Wasser, dann kam ihr Körper wieder über Wasser an. Voller Schmerz jaulte sie auf. Waren ihre Jungen okay? Ihr Bauch schmerzte. Er krampfte. Und schmerzte nochmal mehr. Lag das nur an dem Felsen oder waren das jetzt Wehen? Sie konnte es nicht ganz einschätzen, vielleicht war es auch beides zusammen. Hilfe suchend fuhr sie die Krallen aus und versuchte sich an allem festzuhalten, was ihr in den Weg kam. Dann war da ein riesiger Felsen im Wasser gegen den sie prallte. Kurz blieb ihr die Luft weg, dann schnappte sie nach Luft, wodurch sie nochmal mehr Flusswasser in sich aufnahm. Doch sie konnte sich mit den Krallen am Felsen festhalten. Der Felsen war auch wie der erste kaum unter dem dunklen reißenden Wasser zu erkennen. Doch hier hätte sie wohl super über den Fluss gelangen können. Voller Qual hielt sie sich an dem Felsen fest. Hoffte auf irgendwelche Hilfe. Während ihre Kräfte immer mehr und mehr zu schwinden anfingen...

// 1.004


Wenn ich nach 3 Tagen nicht im RPG antworte, schreibt mir zur Erinnerung bitte eine Pm!♥️
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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Di 7 Nov - 20:11

Sternenlicht war noch immer ein wenig schlecht drauf. Die Situation an der Pferdeweide hatte ihr gezeigt, wie anerkannt sie wirklich war. Seit jeher hatte sie es schwerer gehabt als andere, ihre Geschwister ebenfalls, doch hatten die das Glück, im Clan aufgewachsen zu sein. Sie selbst hatte das nicht. Sie war bei ihrem Vater aufgewachsen bis sie acht Monde alt war. Sie hatte von ihm gelernt, was sie hatte lernen müssen, sie hatte ihm geholfen, anderen Leid zuzufügen. Gerne würde sie sagen, sie war ja noch so jung gewesen und hatte es nicht verstanden, aber sie hatte immer gewusst, dass das, was Herbststurm tat, falsch war. Doch sie war nur seine Tochter gewesen, sie hatte keine Ahnung, wie man sich zu verhalten hatte. Dennoch hatte er seine Tochter immer als weich betitelt. Doch er hatte sie leben lassen, hatte sie das Töten gelehrt. Sternenclan sei Dank hatte sie es niemals in die Tat umgesetzt. Bis jetzt. Doch sie hatte fest vor, dass es dabei blieb. Sie war nicht mehr das scheue Kätzchen von damals, sie hatte sich ein Selbstbewusstsein erarbeitet. Und sie hatte geglaubt, sich einen Platz im Clan erarbeitet zu haben. Doch Nadelkralle und Strahlenfeuer hatten sie dermaßen direkt angezweifelt, dass sie es nicht mehr ausgehalten hatte. Sie war aufgebrochen, um ins Lager zurückzukehren, doch dort war sie nie angekommen. Orte hatten sie angezogen, von denen sie wusste, dass sie Bedeutungen hatten. Bedeutungen für sie selbst oder aber für Katzen aus ihrer Familie.
Bei diesem Streifzug war sie vom Regen überrascht worden. Das war dumm, hätte sie es doch eigentlich rechtzeitig merken müssen. Das konnte sie, sie wusste das. Doch Sternenlicht war in Gedanken gewesen. Sie hatte an ihre Mutter gedacht, an ihre Schwester, an ihren Bruder, den sie hin und wieder beobachtet hatte, wenn er sich mit einer Kätzin aus einem anderen Clan traf. Sie verstand die Kätzinnen nicht, dass sie sich so behandeln ließen. Keiner von ihnen schenkte Kobrablick einen zweiten Blick, wenn er gehabt hatte, was er wollte. Er gaukelte ihnen etwas vor – merkten sie das denn nicht?! Nun, sie selbst liebte ihren Bruder und auch wenn sie ihm sein Glück gönnte, dass er es auf Kosten anderer erhielt gefiel ihr nicht. Zu viel des Vaters steckte in ihm, glaubte sie in manchen Momenten. Aber eigentlich war Kobrablick sanft, liebevoll und dennoch stark. Anderen gegenüber auch oft ein Aas, aber sie nahm ihm das nicht übel. Auch, dass er sich dermaßen über andere stellte, sie verstand es. Es war die eigene Unsicherheit, sie kannte das, wusste, wie man sich fühlte. Er holte sich Bestätigung. Welche Katze wollte das nicht?
Manchmal überlegte sie, den Bruder darauf anzusprechen, dass er...dem Gesetz nicht treu blieb. Aber sie selbst hielt es nicht anders, wie könnte sie ihn da strafen? Immerhin war es auch nicht rechtens, dass sie sich mit Eisjäger traf. Das wusste sie, aber ein Teil von ihr war wohl noch immer eine Streunerin.
Sie spazierte am Fluss entlang. Er war deutlich über die Ufer getreten, dass er allerdings das Lager verschlingen könnte, darauf kam Sternenlicht nicht. Das war noch nie geschehen, zumindest hatte sie nie davon gehört. Doch sie war noch nicht besonders alt und sie kannte nur die Geschichten, die Nebelwächter ausgewählt hatte, um sie ihr zu erzählen. Er hatte ihr sicherlich nicht jede erzählt, die er kannte. Er war um so vieles älter und hatte so vieles gesehen. Unmöglich, dass er ihr über alles berichtet hatte. Wenn sie allein daran dachte, wie viel sie in ihrem Leben schon erlebt hatte...um wie vieles mehr hatte er wohl erlebt?
Auf gewisse Weise stand sie ihm nahe. Näher als anderen jedenfalls. Er war für sie da gewesen, er hatte sie aufgenommen, als alles gegen sie gestanden hatte. Und ohne ihn hätte sie die letzten Blattwechsel wohl auch nicht im Flussclan ausgehalten. Zu groß war noch immer die Skepsis, die ihr entgegenschlug. Und dieser Tag hatte es ihr mal wieder gezeigt. Doch gleichzeitig wusste sie auch, dass sie hierher gehörte. Zumindest glaubte sie, das zu wissen. Gehörte man nicht letztendlich zu jemandem und nicht zu einem Ort? Sie liebte den Clan, fühlte sich wohl, wenn sie im Lager war, aber sie kam auch nicht umhin, zu bedauern. Wenn sie damals nicht von Herbststurm mitgenommen worden wäre, sie hätte einen besseren Stand im Clan. Da war sie sich sicher. Denn auch Kobrablick war ein angesehenes Mitglied, obgleich er die gleichen Eltern hatte wie sie. Und Herbstpfote ebenfalls, nur wusste außer der Familie niemand, dass nicht dieser dämliche Wasserschweif der Vater war. Wenigstens hatte sie so eine reelle Chance im Clan. Die Kriegerin seufzte. Der Regen war stark, sie glaubte, noch nie solch einen Regen erlebt zu haben. Der Boden war aufgeweicht, machte das Vorankommen unglaublich schwer, selbst für eine Flussclankatze. Sie kannte den Schlamm des Flusses und konnte sich in jenem trittsicher bewegen, doch das hier überstieg ihre Fähigkeiten. Der starke Regen peitschte ihr ins Gesicht und die Sichtweite war minimal. Es war wirklich schwierig, etwas zu erkennen. Auch die Lautstärke war nicht zu unterschätzen. Der Regen prasselte, schlug auf ihrem Körper auf. All ihre Sinne waren dadurch beeinträchtigt. Dennoch spazierte sie weiter – eine ziemlich dumme Idee im Allgemeinen, sie hätte sich unterstellen sollen. Aber nein, sie ging spazieren.
Ein Geräusch erregte ihre Aufmerksamkeit. Es war eine Art Jaulen, aber sie war sich im nächsten Moment unsicher, ob sie es wirklich gehört hatte oder es einfach eine Ausgeburt ihrer Phantasie war. Unschlüssig blieb sie stehen und suchte ihre Umgebung mit den Augen ab. Wirklich erkennen konnte sie nichts. Sternenlicht starrte angestrengt auf den Fluss, als sie glaubte, eine Bewegung zu erkennen. Es könnte alles sein – von einem Ast bis hin zu einer Katze. Aber wenn es eine Katze war, wollte sie bestimmt nicht schuld sein, dass sie starb. Die braune Kriegerin lief ein Stück flussaufwärts. Auch wenn sie eine ausgezeichnete Schwimmerin war, gegen einen solchen Strom kam niemand an. Und sie hoffte, es lohnte sich. Andererseits war da auch die Hoffnung, es wäre niemand in Gefahr – was eigentlich viel besser wäre. Zwar hätte sie sich dann umsonst in Lebensgefahr begeben, aber das wäre es ihr wert.
Grazil sprang die schlammverschmierte Kriegerin in den reißenden Fluss. Jeder würde sie vermutlich für verrückt erklären, aber sie war schuld an zu vielen Toden...einen weiteren wollte sie nicht provozieren. Die braune Katze bewegte sich mit der Strömung, dadurch war es noch recht leicht, denn ihr einziges Ziel war das über Wasser bleiben und sich langsam dem Ort zu nähern, an dem sie die Bewegung gesehen hatte. Doch wenn sie tatsächlich jemanden aus dem Wasser ziehen müsste, würde das mehr als schwierig werden.
Der Regen nahm ihr die Sicht, immer wieder blinzelte sie, um ihn aus ihren sternengelben Augen zu vertreiben, doch so recht gelingen mochte ihr das nicht. Immer wieder kamen neue Tropfen...dennoch blieb sie angestrengt und konzentriert. Und dann entdeckte sie tatsächlich eine dunkle Masse in Form einer Katze. Sie hatte sich an einem Stein festgekrallt und schien großes Glück zu haben. Denn sich an einem Stein zu halten war schwierig, die glatte Oberfläche bot Krallen einfach keinen Halt. Besonders die vom Wasser abgeschliffenen Steine waren glatt. Doch dieser war scheinbar noch ein wenig geriffelt, ein wenig rau und vielleicht sogar mit Kerben. Sonst hätte sich dort keine Katze halten können, das war ihr mehr als bewusst.
Sternenlicht spannte ihre Muskeln an und kämpfte sich in die Richtung der Katze. Sie steuerte schnell auf sie zu und wusste nicht recht, wie sie ihr helfen konnte. Sie zu treffen war schwierig und sie verletzen wollte sie auch nicht. „Lass los!“, rief sie der Katze zu. Sie wusste nicht, um wen es sich handelte, geschweige denn, ob sie die Katze überhaupt kannte. Das war auch in diesem Moment nicht wichtig.



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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Sa 18 Nov - 16:21

Zum Glück war der Felsen nicht durch den Fluss bereits glatt poliert. Was für ein unverschämtes Glück Kristall doch wahrlich hatte. Ihre Krallen klammerten sich an den Felsen. Der Körper der Grauen schmerzte nur so. Durch den Strom des Flusses konnte sie aber nicht die Schmerzen des Aufpralls und die der Wehen unterscheiden. Denn so viel hatte sie in der Zeit, die sie hier nun fest hing zumindest heraus gefunden, sie hatte ihre Wehen bekommen. Ob sie nun durch den Aufprall oder etwas anderem ausgelöst wurden, konnte sie jedoch nicht benennen.  'Oh SternenClan! Goldpelz! Hilf' mir!', dachte die Kätzin sehnlichst und wünschte sich so sehr Hilfe herbei. Sie war nass bis auf die Knochen. Sie fror und ihre Kräfte schwanden nur so dahin. Doch Kristall konnte sich nicht einfach auf andere Katzen verlassen. Schon gar nicht auf die Toten. Selbst wenn sie in Gedanken bei ihr waren, eine tote Katze konnte sie jetzt auch nicht aus dem Fluss zerren. Das bedeutete, sie musste es von alleine schaffen. Ein Schauer durchlief ihren Körper und in ihrer Bauchgegend zuckte es und schmerzte, was ihr ein erneutes Jaulen einbrachte. Nein, die Jungen durften noch nicht kommen. Nicht, solange sie sich im reißeden Fluss aufhielt. Nicht, solange sie nicht im Trockenen war. Und vor allem nicht, bis sie beim FlussClan angelangt war. Kristall hatte sich geschworen diese Jungen im FlussClan zu gebären, komme was wolle. Goldpelz, ihre Mutter, hatte ihr viele Geschichten über die Clans erzählt. Auch, dass nicht im Clan geborene Katzen es oftmals sehr viel schwerer hatten, als im Clan geborene. Auch wenn Kristall selbst eine geborene FlussClan Katze war, so war der Vater ihrer Jungen es nicht. Auch war sie selbst nicht im Clan aufgewachsen, allein diese beiden Gründe könnten schon dafür sorgen, dass ihre Jungen später mal nicht richtig in den Clan integriert und ausgeschlossen werden könnten. Niemals könnte die junge Kätzin dies zulassen. Obgleich sie die Jungen quasi aufgezwungen bekam, sie nicht wollte, so liebte sie sie doch vom ersten Augenblick, als sie erfahren hatte, dass sie sie bekommen würde. Gut war es, dass sie von den Zweibeinern davon gegangen war. Wobei es jetzt wohl schön warm und gemütlich im Zweibeinerhaus gewesen wäre und nicht so regnerisch und eiskalt, wie hier im Wasser. Aber das musste sie jetzt nun mal auf sich nehmen.
Auf einmal vernahm Kristall ein Geräusch. Ein anderes, als den stetig reißenden Strom des Wassers, des Regens und des Donners, der über ihr grollte. Nein, viel mehr war es etwas, was ganz in ihrer Nähe in den Fluss gesprungen war. Ob das wohl ihre Rettung war? Die Graue wagte es, den Kopf ein wenig nach hinten zu drehen, um zu schauen, ob da tatsächlich eine andere Katze ihr zu Hilfe eilen würde. Doch der Regen machte es ihr wahrlich nicht einfach und so konnte sie kaum etwas, außer den Fluss, erkennen. Dann erhellte ein Blitz für einen kurzen Moment die Sicht durch den Regen etwas und die nasse junge Kätzin erkannte eine andere Katze, die im Fluss, direkt auf sie zu kam. War sie etwa nur ihretwegen in den eiskalten Fluss gesprungen? Nur, um sie zu retten? Hoffnung breitete sich in der grauen Katze aus und eine neue Welle an Energie durchströmte sie. Wenn auch die Energie nicht sehr stark war. Aber dennoch musste sie einfach ausreichen, um aus dem Fluss heraus zu gelangen.
Während die fremde Katze auf sie zusteuerte, rief sie Kristall etwas zu. Leise vernahm sie das Geräusch der Stimme. Sie.. sie sollte los lassen? Sie würde sich kaum über Wasser halten können. Dazu hatte sie Jungen in ihrem Bauch. Wenn die andere Katze vor hatte, Kristall aus dem Fluss zu ziehen, mitsamt ihrer ungeborenen Jungen.. Kristall konnte sich nicht vorstellen, dass die andere es schaffen würde. Natürlich, sie selbst würde alles daran legen, damit sie es aus dem Fluss schaffte. Und wenn es nur darum wäre, damit ihre Jungen das Licht der Welt erblicken konnten. Auch wenn momentan nichts von Licht zu sehen war, sondern nur der Regen stetig weiter auf die Erde nieder prasselte. 'Oh SternenClan, bitte mach, dass alles gut gehen wird!', dachte die Graue, als sie endlich die Entscheidung getroffen hatte, der anderen zu vertrauen. Denn immerhin konnte es sich hierbei um eine FlussClan Katze handeln. Sie schwamm. Und es schien so, als würde sie es nicht zum ersten Mal machen. Und wenn sie auf das hörte, was Goldpelz gesagt hatte, dann hielten sich die Meisten Katzen von Wasser fern, außer eben FlussClan Katzen. Also konnte es einfach nur eine Katze aus dem Clan sein, den Kristall so sehnlichst am Suchen war. Noch größere Hoffnung als zuvor, durchströmte den geschwächten Körper der Katze. Sie schloss ihre grünen glänzenden Augen und holte noch ein letztes Mal tief Luft, dann zog sie die Krallen ein, wodurch sie den Halt am Felsen verlor.
Kurz hatte sie das Gefühl, das Falsche getan zu haben. Dass sie nun sterben würde. Dass dies ihr Ende war, sie niemals ihre Jungen auf die Welt bringen konnte und sie so nie mit ansehen könnte, wie sie aufwuchsen, älter wurden und eines Tages vielleicht selbst Junge bekamen. Es war, als würde innerhalb weniger Millisekunden ihr ganzes Leben noch einmal Revue an ihr vorbei ziehen und sie erinnerte sich an das erste Mal, als Goldpelz ihr von ihrer wahren Herkunft erzählt hatte. Mit dem SternenClan war Kristall aufgewachsen. Von dem hatte ihr ihre Mutter schon erzählt, da konnte sie sich nicht einmal mehr daran erinnern. Er war für sie immer da gewesen, auch wenn sie ihn nicht sehen konnte und am Anfang nicht verstand, wieso es ihn gab. Auch konnte sie sich anfangs nicht erklären, wieso der SternenClan denn ausgerechnet auf sie und ihre Mutter acht geben würde, bis Goldpelz das erste Mal von dem FlussClan und den anderen Clans sprach. Es war auch das erste Mal gewesen, dass Kristall da erfahren hatte, was aus ihren anderen beiden Geschwistern wurde, wovon das eine im FlussClan lebte und das andere verschwunden war. Kristall erinnerte sich an das Gefühl, als sie das erste Mal mit Goldpelz' Hilfe Beute erlegt hatte. Nie würde sie diese Emotionen vergessen, die sie dabei gespürt hatte. Das Gefühl, etwas erreichen zu können, wenn man sich wirklich dafür anstrengt. Ja, das hatte sie an diesem Tag gelernt. Dann der Moment, als sie heraus gefunden hatte, dass sie Junge erwartete. Und die peinliche Situation, als sie es ihrer Mutter berichtete, die daraufhin meinte, dass Kristall dann nicht länger bei den Zweibeinern bleiben könne..
Kristall wurde nun von dem Strom erfasst und kurz fragte sie sich, wie die andere Katze wohl vor hatte, sie aus dem Fluss zu bringen. Konnte sie es schaffen Kristall ein zu holen, sie zu packen und hatte sie dann noch die Kraft, die erschöpfte Katze heraus zu ziehen? Hoffentlich war dem so. Die Graue wusste auf jedenfall, sobald die andere anfangen würde sie herauszuziehen, würde sie nochmals all ihre Kräfte verwenden, um zu helfen.


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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Do 21 Dez - 13:28

Vermutlich war es dumm gewesen, was sie getan hatte. Einfach in den Fluss zu springen, den sie noch nie so reißend erlebt hatte. Nur auf den Verdacht hin, dass sich dort eine Katze in Not befand. Die Kälte umfing sie, sie spürte die Kraft des Wassers, das an ihrem Körper zog. Sternenlicht atmete tief ein und passte sich den Bewegungen an, um mit dem Strom zu arbeiten und nicht dagegen. Wie erleichtert sie gewesen war, dass dort tatsächlich eine Katze war! Sie hatte ihr Leben riskiert, um diesem Schatten nachzujagen. Und es hatte sich als richtig erwiesen. Sternenclan sei Dank!
Als sie die Katze erblickt hatte, hatte sie ihr zugerufen, dass sie loslassen musste. Es musste ihr vorkommen wie ein Himmelfahrtskommando, völlig sinnlos und der sichere Weg in den Tod. Doch sie konnte sehen, dass die Katze nach kurzem Zögern vom Stein glitt. Die Katze hatte sichtlich Probleme, sich über Wasser zu halten, war entkräftet und es wohl auch nicht gewohnt. Denn eine schwimmende Katze sah anders aus. Sternenlicht spannte ihre Beine an und schlug kräftiger, um die Katze zu erreichen, die immer wieder von den Wellen verschluckt wurde, nur um wenige Augenblicke später wieder aufzutauchen.
Die Flussclankriegerin schwamm so schnell sie konnte, doch das Wasser wirbelte immer wieder gegeneinander und verursachte Strömungen, die sie von der anderen entfernten. Doch sie würde nicht aufgeben! Das stand ganz außer Frage! Sie kämpfte sich voran, das Adrenalin pulsierte in ihrem Körper, als es ihr endlich gelang, die graue Katze zu fassen. Immer wieder hatte sie sie verloren gehabt, doch nun würde sie sie nicht mehr verlieren. Als sie dicht genug war, schwamm sie mit aller Kraft vor und hatte Glück. Sie erwischte sie am Nackenfell. Augenblicklich spürte sie das Gewicht, dass sie nach unten sog. Und für einen ganzen Moment waren die beiden nun unterhalb der Wasseroberfläche, ehe Sternenlicht sich neu koordinierte und mit kräftigen Zügen nach oben schwamm. Wasser war in ihr Maul gelaufen, da sie es nicht hatte schließen können und auch jetzt konnte sie es nicht aushusten, ohne dabei die Katze loszulassen. Der Geruch erinnerte sie eindeutig an ein Hauskätzchen, aber auch ein Hauskätzchen hatte das Recht, zu leben. Und sie würde dieses Leben nicht aufgeben, ehe sie nicht selbst vom Fluss davongetragen worden war. Also kämpfte sie, um sowohl ihren als auch den der Fremden über Wasser zu halten. Der Regen nahm ihr die Orientierung, es war unglaublich schwer, zu sagen, auf welcher Seite sie dem Ufer näher waren. Und ob man es erklimmen könnte. Sternenlicht keuchte und röchelte ein wenig in den Nacken der Katze, aber sie hatte noch Kraft. Auch wenn sie merkte, dass diese zu schwinden begann. Sie würde alles tun. Und mit der Kraft der Verzweiflung einer Katze, die wieder heim wollte zu ihrer Familie, zu ihrer Schwester, ihrem Bruder, ihren Onkel und ihrer Tante, die heimkehren wollte in ihren Clan und mit aller Macht am Leben bleiben wollte, kämpfte sie eine ganze Weile gegen das Wasser. Die Kraft verließ sie, auch die Katze in ihrem Maul wurde zusehends schwächer. Doch sie durfte nicht aufgeben. Es war wohl Glück, was den beiden Katzen das Leben rettete. Ein Baum war ob des Sturmes entwurzelt worden und seine Krone ragte samt dem Stamm hinab ins Wasser. Mit voller Kraft warf das Wasser die beiden Körper gegen den schweren Stamm, die gesamte Luft wurde aus Sternenlichts Lungen gepresst. Nun keuchte die Kriegerin umso mehr, doch sie hatte nun wieder Hoffnung. Sie krallte sich mit aller Kraft fest an dem Holz, bohrte ihre Krallen hinein in die Rinde. Langsam zog sie sich und die Fremde in Richtung Baumkrone. Ihre Muskeln begannen bereits zu zittern, so entkräftet war sie, doch bei der Fremden sah es noch schlechter aus. Endlich war die rettende Krone erreicht und sie zog die Katze hinauf. Endlich konnte sie husten und einen Schwall Wasser erbrechen. Ihre gelben Augen sahen die graue Katze an, die sie tatsächlich lebendig hatte bergen können. Nun müssten sie nur noch den Stamm erklimmen und sie waren gerettet. Tiefe Erleichterung machte sich in Sternenlicht breit.

//hoffe es ist so ok, wenn nicht, schreib mir einfach eine PN



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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Sa 13 Jan - 11:08

Nachdem Kristall den Felsen mit ihren Krallen los gelassen hatte, kam es ihr vor, als würde die Zeit wie im Traum vorbei ziehen. Die nasse Katze spürte, wie die andere fremde Katze bei ihr ankam und versuchte sie zu schnappen. Kurz konnte sie sich nicht orientieren, da ihr Kopf unter Wasser kam, doch dann merkte sie die starken Züge der ihr fremden Katze, die ihr helfen würden, ans sichere Ufer zu gelangen. Doch auch Kristall merkte, dass die Andere nicht mehr lange durchhalten würde. Die Graue selbst versuchte mit ihren letzten verzweifelten Kräften der anderen nicht zu sehr zur Last zu fallen und versuchte mit einigen Tritten im Wasser zu helfen.
Ganz anders als erwartet stießen die beiden gegen einen Baum, der direkt in den Fluss gefallen war und so die wilde Fahrt der beiden behinderte. Die fremde Katze erklomm den Baum und zog Kristall mit hinauf. Kristall selbst war erstaunt von den Kräften der Katze. Immerhin trug sie noch immer ihre Jungen im Bauch. Kaum dachte sie wieder an die Jungen, da wurde sie erneut von Krämpfen geplagt und stieß ein leises schmerzhaftes Keuchen aus, aus dem ein ersticktes Husten wurde und sie endlich auch etwas Flusswasser los wurde. Dennoch, nun befanden sich beide Katzen nicht mehr in unmittelbarer Lebensgefahr und Kristall blickte ihren Retter an. Es war eine Kätzin und sie verwettete ihr Leben darauf, dass sie zum FlussClan gehören musste. Keine andere Katze wäre einfach in den Fluss gesprungen, um eine Fremde zu retten, vor allem nicht bei diesem Wetter.
"Danke.", miaute Kristall erschöpft. Sie wusste nicht, wie sie der anderen richtig Danken konnte. Es wären zu viele Worte notwendig gewesen, um zu beschreiben, was sie gerade empfand. Und Worte waren momentan zu kostbar, so wusste sie nicht, wie viel Zeit ihr wegen den Jungen noch blieb.
"Du.. bist du aus dem FlussClan?", fragte die Graue atemlos und versuchte sich auf ihre Atmung zu konzentrieren. Sie musste stark sein. Noch war sie selbst nicht außer Gefahr. Immerhin mussten beide Katzen erst einmal ans Ufer klettern und dann würde für Kristall die Geburt noch anstrengend werden. Ob sie es überhaupt schaffte, so erschöpft, wie sie war?
Die Graue fing an am Leib zu zittern. Nicht nur vor Kälte, auch vor Schwäche und vor Angst. Wieso hatte es ausgerechnet heute so stürmisch und regnerisch sein müssen? Sie wäre so gerne ohne Vorkommnisse dem FlussClan begegnet und hätte dort ihre Jungen zur Welt gebracht. Was, wenn sie es nicht schaffte? So erschöpft, wie sie war, wäre es kein Wunder, wenn sie die Geburt nicht überleben würde. Die Jungen mussten trotzdem überleben. Wenigstens sie.. und Kristall selbst auch. Immerhin musste der Clan wissen, dass diese Jungen auch tatsächlich zu ihrem Clan gehörten und nicht einfach nur die Jungen einer unbekannten Hauskatze waren.

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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Sa 20 Jan - 15:29

Sternenlicht war entkräftet. Aber sie würde nicht aufgeben, sie würde niemals aufgeben. Das hatte sie sich geschworen. Schon als sie ein Junges gewesen war, bei ihrem Vater. Sie hatte sich das Jagen beibringen müssen, war ihrem Vater stets gefolgt und hatte ihm bei so mancher Schandtat geholfen, weil sie es nicht verstanden hatte. Noch immer waren in ihr die Schuldgefühle, auch wenn sie nichts dafür gekonnt hatte. Sie war ein Junges gewesen, sie hatte nicht verstanden, was ihr Vater den Katzen angetan hatte. Er hatte ihr immer wieder gesagt, dass das das richtige war. Und sie hatte ihm vertraut, sie hatte ihm geglaubt. Aber es war nicht richtig gewesen. Heute wusste sie das. Doch nun war es zu spät, noch etwas daran zu ändern. Umso wichtiger war es ihr nun, anderen stets zu helfen. Und vielleicht war das auch der Grund, warum sie wegen einem Verdacht, einem leichten Hauch der Vermutung, ihr Leben riskiert hatte. Es war eine Hauskatze, die sie aus dem Wasser gezogen hatte. Man roch es und man sah es ihr auch an. Jetzt, da sie sie auf den Stamm des Baumes gezogen hatte, konnte sie die weichen Konturen wahrnehmen. Diese Katze kannte das echte Leben nicht. Aber Sternenlicht war niemand, der andere verurteilte. Auch gegen Hauskätzchen hatte sie recht wenig. Zumindest im Vergleich zu ihren Clankameraden. Sie lebte dank eines Hauskätzchens, das sie damals gesäugt hatte. Wie könnte sie sie verurteilen?
Die braune Kriegerin hielt sich selbst am Stamm fest, erleichtert, noch am Leben zu sein. Doch als sie die weichen Konturen der anderen Katze betrachtet hatte, war ihr nicht entgangen, wie gewölbt ihr Bauch erschien. Und wie weit hinten sich die Wölbung befand. Die Fremde sagte irgendetwas, doch es war zu leise, als dass Sternenlicht es durch den Sturm hätte hören können. Und zum Reden war auch noch Zeit, wenn sie in Sicherheit waren.
Kletter an Land!“, miaute sie laut, damit die Fremde sie verstand. Sternenlicht hatte jegliche Orientierung verloren und konnte nur hoffen, dass sie auf der Seite des Flussclans gelandet waren. Denn dem Donnerclan wollte sie nun wirklich nicht ihre Aufwartung machen. Jaguarstern war ein Riese, zwar gutaussehend, durchaus als sehr attraktiv zu bezeichnen, aber er erinnerte sie an jemanden, den sie zwar liebte, den sie aber gleichsam auch verachtete. Ihren Vater. Herbststurm war ein Mörder und Vergewaltiger, ein widerlicher Zeitgenosse. Doch hatte er auch eine sanfte Seite gehabt, eine liebevolle. Doch die hatte er erst viel zu spät entdeckt, als es für ihn bereits zu spät war. Jaguarstern hatte ein ähnliches Funkeln in den Augen, wenn es auch doch ganz anders war. Immerhin war er Anführer...der Sternenclan hatte ihn ausgewählt. Es musste richtig sein.
Die Kriegerin verdrängte die Gedanken der Furcht aus ihrem Kopf, um sich gänzlich dem Erklimmen des sicheren Ufers widmen zu können. Sie ließ die Fremde vor sich hinaufklettern. Sie würde nicht zulassen, dass ihr oder den ungeborenen Jungen etwas geschah. Nicht jetzt, da sie beinahe beim Versuch, sie zu retten, gestorben war. Nein, sie würden alle leben. Das ganze durfte nicht umsonst gewesen sein. Der Baum unter ihren Pfoten vibrierte im Takt des dagegenschwellenden Wassers. Sternenlicht betete zum Sternenclan, dass es alles halten möge, bis sie am Ufer waren. Ihre Ohren vernahmen das bekannte Geräusch von überlastetem Holz. Diese unter dem lauten Regen wahrzunehmen benötigte viel Training, was Sternenlicht der Fremden voraus hatte. „Schnell!“, miaute sie laut und schob diese ein wenig an. Sie konnte sehen, dass die graue Katze nicht besonders sicher auf ihren Beinen war, was aber in Anbetracht dessen, was sie gerade durchlitten hatte, absolut normal war. Außerdem war sie in anderen Umständen, die sich rapide dem Ende neigten.
Die Schwingungen des Holzes veränderten sich. Sternenlicht wusste, was das bedeutete. Sie hatten das Ende beinahe erreicht, die Fremde war nur noch wenige Pfotenlängen vom Ufer entfernt. „Spring!“, rief Sternenlicht laut, ehe sie selbst sich zum Sprung bereitmachte. Während die Fremde landete, was nicht gerade elegant wirkte, aber funktionierte, sackte der Baumstamm langsam ab. Die braune Kriegerin wurde ein wenig durchgeschüttelt, doch sie sprang. Ihre Krallen bohrten sich tief in den aufgeweichten Boden des Ufers, als sie landete, die Hinterbeine noch immer in der Luft. Einige kurze Schrecksekunden später hatte Sternenlicht sich an Land gezogen und lag im Schlamm. Sie holte ein paar Mal tief Luft, ihre Muskeln bebten. Aber sie lebten noch. Beim Zucken eines Blitzes wurde ihre Umgebung erhellt und anhand der sichtbar gewordenen Schemen erkannte sie den Ort, an dem sie sich befanden. „Sternenclan sei Dank!“, miaute sie laut und erleichtert. Sie waren nicht auf dem Gebiet eines anderen Clans, sie waren zuhause. Also zumindest Sternenlicht. Sie kämpfte sich auf die Beine. „Kannst du gehen? Hier in der Nähe ist ein hohler Baum, wo wir vor dem Regen geschützt sind. Wenn sie hier draußen kommen, hätte ich euch auch im Fluss lassen können“, miaute sie breitbeinig stehend, da sie selbst kaum noch Kraft aufbringen konnte. Aber zur Not würde sie die Fremde auch bis zu diesem Baum schleifen.



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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Do 8 Feb - 15:23

Die graue Kätzin hatte Schmerzen. Ihr tat alles weh. Das Laufen im Regen war schon schlimm genug gewesen. Immer aufpassend, nicht auszurutschend auf dem sich bildenden Schlamm. Und danach über den Fluss zu gelangen, dabei zu versagen und in ihn zu fallen. Welch eine Blamage das doch war...
Die baldige Königin war außer Atem. Sie war erschöpft und einfach nur total entkräftet. Doch dann war diese andere, fremde Katze da gewesen. Sie hatte ihr das Leben gerettet, sowie das ihrer ungeborenen Jungen, und ihr doch noch die Hoffnung geschenkt, dass alles wieder gut werden könnte. Dass sie ihre Jungen vielleicht sogar ohne Gefahr zur Welt bringen konnte. Zumindest was bei diesem Wetter "ohne Gefahr" heißen konnte.
Die fremde braune Katze hatte Kristall's Dankeschön nicht gehört, ebenso wenig die Frage, ob die andere aus dem FlussClan war. Kristall hatte zu leise gesprochen, als dass man sie durch das Unwetter verstehen hätte können. Doch in diesem Moment war es egal, es gab wichtigeres. Die graue Kätzin hielt sich am Stamm fest, die Krallen in den Baum geschlagen, als sie die Stimme der anderen wahrnahm. Durch den Sturm kam es leise und kaum hörbar bei ihr an, aber sie hatte es verstanden. Sie sollte an Land klettern.
Vorsichtig zog sie ihre Krallen ein und setzte sanft eine Pfote vor die andere. Ganz zaghaft kam sie voran, hatte Angst durch ihr zusätzliches Gewicht den Baum womöglich zum brechen zu bringen. Die Beine der Grauen zitterten vor Anstrengung und Erschöpfung, doch sie hielt sich tapfer auf den Pfoten. Plötzlich rief die Fremde ihr zu, sie solle schneller laufen und stieß sie zusätzlich an. Ängstlich fragte sich Kristall, was wohl geschehen war und hörte auf die Katze, sie balancierte etwas schneller über den Stamm. Doch scheinbar war es nicht schnell genug, denn nun sollte sie.... springen? Die andere Seite, das rettende Ufer, war zwar fast direkt vor ihr, doch konnte sie wirklich mit den Jungen im Bauch so unmittelbar vor der Geburt einen solchen Sprung vollführen? 'Mäusedung! Ich darf keine Zeit verlieren!', schalt sie sich selbst und sprang einfach ohne weiter zu denken los.
Ungelenk landete sie auf dem Land und stolperte zunächst einige Schritte vorwärts. Danach wandte sie sich sofort nach hinten, um nach der anderen Katze zu schauen. Auch sie war gelandet und lag im Schlamm, kam erst einmal zu Atem. Ein Blitz zuckte durch den Himmel und Kristall erschrak, wobei sich ihr nasses Fell ein wenig aufplusterte. Die Graue hörte, wie die andere den SternenClan erwähnte und die Ohren Kristall's zuckten. Aber nein, es war einfach nicht die Zeit, um noch einmal die Frage zu stellen. Da sprach sie die andere Katze auch schon an. Beklommen nickte die Graue. Natürlich würde sie noch laufen können. Und selbst wenn es nur für ihre Jungen noch sein würde. Sie würde jeden Schritt wagen, bis zu diesem hohlen Baum. Aber Kristall war etwas erleichtert, dass die braune Katze selbst bemerkt hatte, dass sie ihre Jungen jeden Moment gebären würde. Ihr selbst wäre es etwas peinlich gewesen, wenn sie dies nun noch hätte erklären müssen.
Der Körper der jungen Katze erzitterte und ihr Bauch zog sich krampfhaft zusammen. ‘Haltet noch ein bisschen durch. Nur noch ein kleines bisschen!‘, schickte sie eine stumme Botschaft an ihre ungeborenen Jungen. Hoffend, dass die beiden es bis zu dem Baum schafften und dort letztendlich vor dem Unwetter geschützt waren. Kristall folgte den Anweisungen der anderen Katze und sie liefen los. Später erinnerte sie sich nicht mehr, wie lange sie gelaufen waren, bis Kristall endlich den hohlen Baum erkennen konnte. Schnell kroch sie hinein, endlich geschützt vom Regen und der ekelhaften Nässe auf dem Pelz. Erst jetzt, nachdem sie sich hingelegt hatte, merkte sie, wie erschöpft sie wirklich war. Am Liebsten wäre sie augenblicklich eingeschlafen, doch ihr Bauch krampfte sich immer öfter zusammen und bei solchen Schmerzen hätte sie ohnehin nicht zur Ruhe kommen können.
Die Graue leckte sich über das Fell, um die Regentropfen los zu werden. Sie fror und sie wollte nicht, dass ihre Jungen sich an den nassen Körper ihrer Mutter pressen mussten. Immerhin brauchten sie dann Wärme und keine Nässe oder Kälte. Unwillkürlich musste Kristall an ihre Mutter denken. Ob Goldpelz wohl gerade bei ihr war? Ihr zuschaute? ‘Oh SternenClan. Steh‘ mir bei.‘, jammerte die werdende Mutter innerlich. Wie sollte sie nur ohne Goldpelz diese Jungen zur Welt bringen? Wieso musste Goldpelz auch nur zum SternenClan gehen, bevor Kristall die Jungen bekam? Wieso musste der SternenClan in dieser Angelegenheit nur so grausam sein? Aber immerhin konnte Goldpelz nun alle ihre Jungen beobachten. Vielleicht würde sie so endlich ihren Frieden mit sich selbst finden können, wer wusste das schon…
Die Schmerzen in ihrem Bauch wurden immer heftiger, Kristall fing nun an langsam über ihren Bauch zu lecken. Dabei warf sie einen Blick auf die braune Katze, die sie gerettet hatte. Obwohl es immer noch ein falscher Moment war, so wollte sich Kristall nun doch endlich sicher sein.
“Kommst du aus dem FlussClan?“, miaute sie mit vor Erschöpfung heiserer Stimme. Diesmal war sie sich jedoch sicher, dass sie gehört wurde. Gespannt war sie nun auf die Antwort. Eine Clankatze musste die Fremde jedoch sein, ansonsten würde sie wohl kaum den SternenClan kennen, oder? Ablenkend fuhr die Graue ihre Zunge rhythmisch über ihren Bauch, aus dem die Jungen nun endlich heraus kommen wollten. ‘Goldpelz. Bitte steh mir bei und pass auf die Jungen und mich auf,‘ bat Kristall stumm und schloss für einen kurzen Augenblick die Augen.

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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   So 11 Feb - 12:07

Sternenlicht betrachtete die graue Katze durch den Regen hindurch. Sie sah, wie kraftlos sie war. Und dennoch sah sie in ihren Augen den Willen, den letzten Weg bis zu dem hohlen Baum zu laufen. Das zeichnete wohl eine Mutter aus. Eine Mutter, die sich auf ihre Jungen freute...keine, die ihre Jungen hasste. Sie wusste, wie das war, von der eigenen Mutter gehasst zu werden. Blumenwind war unfähig gewesen, sie zu lieben. Aber wer konnte es ihr verübeln? Absolut niemand, auch Sternenlicht nicht. Der Kater, der sie schändete, tötete ihren Vater, durch welchen sie noch am Leben war. Sie war der Grund gewesen, dass Sturmherz gestorben war. Und an diesen Tag erinnerte sie eins stetig: ihre Jungen. Besonders das eine mit dem braunen Fell, was dem Vater so ähnlich war. Die Flussclankriegerin blinzelte diese Gedanken weg. Es halft jetzt absolut nichts, düsteren Gedanken nachzuhängen. Sie mussten sich beeilen, damit die Jungen nicht hier draußen zur Welt kamen. Denn dann wäre ihr dummer Satz wahr gewesen. Sie hätte sie auch im Fluss lassen können, wenn sie von eisigem Regen und tiefem Schlamm empfangen würden. Sie könnte sie nicht schnell genug zu Grinsezahn bringen, als dass sie schon erfroren wären. Und sie hatte nun wirklich nicht alles riskiert, um dann anzusehen, wie sie alle dahinsiechten.
Gemeinsam stapften die beiden Kätzinnen durch den Schlamm, der immer wieder an ihren Pfoten zerrte und sie nötigen wollte, stehenzubleiben. Dann war er teilweise so rutschig, dass sich die beiden beinahe hineinlegten, weil ihre Pfoten keinen Halt fanden. Hinzu kam der Regen, der ihnen in die Gesichter schlug und ihnen die Sicht raubte. Noch nie war ein Weg so anstrengend gewesen wie dieser hier. Am liebsten hätte sich Sternenlicht einfach unter einen Busch gehockt, doch das kam nicht infrage. Sie würde die Hauskatze zum Baum bringen und ihr bei der Geburt helfen, so gut sie es eben vermochte. Durch die Zeit, die sie selbst in der Kinderstube verbracht hatte – in Ermangelung eigener Jungen – hatte sie zumindest den Ablauf von Geburten kennengelernt. Und auch, welche Kräuter sinnvoll waren. Sie würde alles geben, damit jedes einzelne dieser Hauskätzchenbabys überlebte.
Der Weg, der unter normalen Umständen nur wenige Augenblicke in Anspruch nahm, war unter diesen mehr als doppelt so lang. Aber schließlich erkannte Sternenlicht die krumme, riesiege Eiche, deren Stamm ein Stück über der Wurzel entzweite und so eine Höhle bildetete, in die sie sich flüchten konnten. Sie half der Fremden hinein, um sich selbst hinein zu ziehen. Ihr war mit einem Mal kalt. Durch die Trockenheit in dem Baum bemerkte sie erst, wie kalt ihr war. Denn draußen hatte sie gegen den Regen angekämpft, doch nun nicht mehr. Und so konnte sie auch dieses Gefühl bemerken.
Die Graue begann, mit der Zunge ihr Fell zu trocknen. Es würde ewig dauern, aber es war wichtig. Dann blickte das Hauskätzchen sie an und die Frage überraschte sie tatsächlich. „Ja, ich komme aus dem Flussclan. Aber jetzt müssen wir uns auf etwas anderes konzentrieren. Nämlich auf deine Jungen. Ich bringe keinen Heiler schnell genug hierher, der uns helfen kann. Ich werde also selbst die nötigen Kräuter holen. Wenn du kannst, warte, bis ich wieder da bin. Aber da Jungen kommen, wenn sie wollen, sollten wir keine Zeit verlieren. Mach besonders deinen Bauch so trocken du kannst. Ich bin gleich wieder da“, miaute sie, blickte die Katze noch einmal an und betete, sie wäre noch am Leben, wenn sie zurückkam. Denn auch sie selbst konnte nicht mehr. Aber sie hatte keine Wahl. Und sie würde tun, was auch immer sie konnte. Sie sprang hinaus und wurde sofort von der Wucht des Regens eingeholt. Zwar war es nur wenige Augenblicke her, dass sie dessen Wucht verlassen hatte, doch hatte sie bereits wieder vergessen, wie gewaltig es wirklich war. Oder besser gesagt: ihr Adrenalinpegel hatte deutlich nachgelassen. Sie überlegte schnell und wandte sich dann in die Richtung, in der sie den Himbeerstrauch vermutete. Sie mochte dessen Geruch, er hatte etwas beruhigendes. Aber den konnte sie unter dem Regen nicht wahrnehmen. Also stolperte sie ein wenig blind durch die Dunkelheit, die der Regen verursachte. Und sie hatte Glück. Sie hatte tatsächlich die richtige Richtung gewählt und traf auf den Strauch, an dessen Dornen sie sich zuerst in die Nase schnitt. Unwillig knurrte sie den Strauch an und zupfte dann ein paar Blätter von dessen Ästen. Mit diesen im Maul wandte sie sich um. Kämpfte sich zurück und betete die ganze Zeit zum Sternenclan, es möge nicht zu spät sein. Und wieder enttäuschte sie der Sternenclan nicht. Als sie völlig durchnässt und entkräftet in den hohlen Baum sprang, konnte sie in der Dunkelheit die graue Katze erkennen, die sich noch bewegte. Sie schüttelte sich kurz und trat näher an die Fremde heran, legte ihr die Blätter hin. „Die musst du essen. Das erleichtert die Geburt und dämmt die Blutung ein“, miaute sie, plapperte nach, was sie beim Heiler gehört hatte. Doch der Heiler war nicht da. Und sie hatte keine Ahnung, was sie wirklich tun sollte. Würde sie das allerdings zeigen, könnte es sein, dass die andere in Panik geriet. Und dass das definitiv schlecht war, musste ihr kein Heiler sagen.
Die andere war noch immer nass. Kein Wunder, sie war im reißenden Fluss baden gegangen und fast ertrunken. „Darf ich dir helfen?“, fragte sie mit ruhiger Stimme. Innerlich jedoch war sie unruhig, ihr Herz schlug so schnell, dass dessen Schlagen in ihren Ohren laut wurde. Innerlich zitterte die Kriegerin, doch nach außen hin war sie ruhig. Sie dankte dem Sternenclan dafür, dass dieser ihr dieses souveräne Auftreten verliehen hatte.



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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Fr 2 März - 21:10

Unruhig betrachtete Kristall ihren runden, grauen Bauch mit den dunkleren Zeichnungen. Sie sah, wie durch ihr Atmen der Bauch sich hob und senkte. Ebenfalls sah sie, wie sich in ihrem Bauch etwas regte. Etwas, was auch hinaus wollte. Unwillkürlich musste die Kätzin sich aufrichten, drehte sich ein paar Mal im Kreis und ließ sich wieder auf den Boden des Baumes nieder, in dem sie sich befand. Dann leckte sie wieder über ihren Bauch und merkte, wie ihre Atmung leicht in die Höhe geschossen war. Sie atmete schwerer und flacher, als zuvor. Immer wieder zuckten Schmerzen durch ihren Bauch und manchmal maunzte sie dadurch sogar auf. Dennoch hatte sie in dieser Verfassung der anderen, braunen Katze eine Frage stellen können und es freute die Graue, als sie die Antwort hörte.
Die Augen von Kristall fingen sofort an zu leuchten und sie gab ein zufriedenes Seufzen von sich. Ja, sie hatte tatsächlich den FlussClan gefunden. Zumindest einer ihrer Katzen. Dennoch, so würde sie den FlussClan auch finden und die Jungen würden in FlussClan Territorium zur Welt kommen. "Ich habe euch also tatsächlich gefunden.. SternenClan sei Dank", miaute sie erleichtert. Trotzdem hatte die Braune natürlich recht. Kristall musste sich um ihre ungeborenen Jungen kümmern und diese zur Welt bringen. Das war nun das Ziel. Durch das Unwetter war es ihr eigentlich schon klar, dass ihr kein Heiler helfen konnte, aber sie wurde dadurch keineswegs verunsichert. Es verunsicherte sie eher, als die Braune sagte, sie würde ihr einige Kräuter holen gehen. Die Ohren der Grauen zuckten kurz nervös auf, dennoch nickte sie nur stumm und sah zu, wie die Kriegerin aus dem Baum wieder in den stürmenden Regen trat, nur um für sie einige Kräuter suchen zu gehen.
'Ach Goldpelz.. Wieso bist du damals nur aus dem FlussClan verschwunden?', dachte sie im Stillen und blickte hinaus zu dem Unwetter. Dann machte sie sich weiter daran, ihren Bauch zu trocknen. Immerhin wollte sie nicht den Jungen zumuten, sie an das nasse Fell der Mutter zu drücken. Warum nur hatte es ausgerechnet heute zu stürmen begonnen? Dies war wirklich ein super Tag, um Junge zu gebären...
Erleichterung durchflutete die graue Kätzin, als kurze Zeit später die andere wieder angelaufen kam. Die Fremde sah genauso erschöpft aus, wie sich Kristall fühlte und unwillkürlich tat es ihr Leid, dass die Braune auch noch raus in den Regen gelaufen war nur, um ihr einige Kräuter zu besorgen, die die andere ihr auch sogleich vor die Pfoten legte. Die Fremde Katze wusste scheinbar gut über solche Dinge Bescheid. Zumindest besser, als Kristall selbst. Artig aß Kristall die länglichen und gezackten Blätter auf, sie war froh, dass die Braune zurück gekehrt war.
Auf einmal stellte sie wieder eine Frage, die Kristall ein wenig verwunderte. Die einzige, die sie jemals geputzt hatte, war ihre Mutter gewesen, dennoch stimmte sie mit einem Nicken zu. Immerhin musste ihr Fell trocken werden, sonst könnten sich die Jungen möglicherweise noch erkälten. Wieder durchfuhr ein Schaudern ihren Bauch, gefolgt von leichten Schmerzen. Es wurde langsam immer öfter, was zu bedeuten schien, dass die Jungen so langsam heraus kommen wollten.
Wie gerne Kristall in diesem Moment nur Goldpelz an ihrer Seite gehabt hätte... Wäre ihre Mutter doch nur hier! Diese hatte immerhin schon Junge bekommen und hätte ihr sicher Tipps geben können, oder zumindest ihr beistehen können. Wobei die Graue auch froh darüber war, nicht vollkommen alleine zu sein. Das wäre wahrscheinlich die Größte Qual gewesen. Wenn sie mitten im Territorium plötzlich ihre Jungen bekommen hätte, ohne Schutz und ohne das Wissen, wo genau sie sich befand. Nun aber hatte sie eine Katze bei sich, die ganz genau wusste, wo sie waren. Die sich hier auskannte in diesem für Kristall fremden Gebiet und die sogar noch dem FlussClan angehörte, zu dem die Graue auf dem Weg war. Besser hatte sie es wirklich nicht treffen können. Wenn auch die Sache mit dem Fluss etwas doof gelaufen war...
Erneut zuckte ihr Bauch und die Graue fing an immer heftiger zu hecheln. Ein wenig vermisste sie nun schon das Zweibeinerhaus. Mit dem gemütlichen Kissen und dem schönen warmen Boden. Aber auch vermisste sie die Milch, die die Zweibeiner ihr früher jeden Tag gegeben haben. Doch sie hatte sich entschieden. Und ein Zurück gab es nun nicht mehr, nie wieder. Das war ihr klar und sie wollte auch gar nicht mehr zurück. Immerhin hatte nur Goldpelz sie an diesem Ort gehalten. Im Inneren war Kristall von Geburt an eine FlussClan Katze gewesen. Und allein der Gedanke an ihre Schwester und ihren Vater stimmten sie wieder etwas glücklicher. Wie sehr sie sich darauf freute sie zu treffen!
Der Bauch zuckte nun immer wieder zusammen und tat immer mehr weh, auch miaute Kristall immer mal wieder unwillkürlich auf. Immer öfter fing sie auch an gegen das Zucken zu drücken und irgendwann spürte sie, wie etwas aus ihr heraus kam. Kristall wandte sich ihrem Bauch zu und hob das eine Hinterbein an und tatsächlich, eines der Jungen war mit dem Kopf schon draußen! Die Graue leckte dem Jungen über den Kopf und nach einem erneuten Zucken und drücken war es komplett heraus gekommen. Zuerst bewegte es sich noch nicht und Kristall leckte weiter an ihm herum, bis sie spürte, dass es anfing zu atmen und sich zu bewegen. Glück durchflutete die graue Kätzin und unwillkürlich fing sie an zu schnurren, während sie das schwarz weiße Junge (Hoppeljunges) mit dem Maul vorsichtig am Kopf hoch hob und näher an sich heran zog, um es weiter ab zu lecken.

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Hoffe der ist okay.. c_c xD


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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Do 8 März - 15:08

Sternenlicht war mit dieser Situation überfordert. Noch nie war der Fluss dermaßen gegen sie gewesen, noch nie hatte sie einen solchen Sturm erlebt. Plötzlich war er da gewesen wie eine graue Wand, die alles unter sich begrub. Grausam und rücksichtslos war dieser Sturm aufgetaucht und raubte dem Clan nun die Kraft. So stark, wie der Fluss angestiegen war, wusste sie nicht einmal, ob das Lager noch sicher war. Sie hätte dort hingehen sollen. Dorthin war sie auch auf dem Weg gewesen. Aber sie war ihrem Instinkt gefolgt und hatte die graue Hauskatze aus dem Fluss gezerrt. Und wäre dabei beinahe gestorben. Doch es war ihr gelungen, ein Leben zu retten. Es war das richtige gewesen seit dem Moment, wo sie sicher gewesen war, dass es eine Katze war. Wäre es keine gewesen, hätte sie es dann auch nicht mehr ändern können. Sie würde immer wieder so reagieren. Denn sie würde niemals schuld sein wollen, dass jemand starb. Diese Schuld lastete schon auf ihren Schultern und machte ihr das Leben schwer. Sie würde sich nicht noch mehr zu Schulden kommen lassen. Wie das Hauskätzchen wohl reagieren würde, wenn es wüsste, wer sie war? Die Tochter eines Mörders, die von diesem ausgebildet worden war, die ihm geholfen hatte, ehe sie in den Clan zurückgekehrt hatte. Die, die einen Mörder geschaffen hatte, indem sie ihren Halbbruder ihrem Vater übergab. Ob das Hauskätzchen sie noch dulden würde, wenn sie das wüsste? Vermutlich nicht. Sie selbst würde so jemanden nicht in der Nähe ihrer Jungen haben wollen. Schnell schob sie den Gedanken zur Seite, der würde sie nun nicht weiterbringen. Sie musste alles tun, um die entkräftete Katze durch die Geburt zu begleiten. In diesem Zustand konnte es bedrohlich werden, da war sie sich sicher. Auch wenn sie bei einer solchen Geburt noch nicht dabei gewesen war, aber ihr Instinkt lag in vielerlei Hinsicht meist richtig. Und so sehr sie ihn auch oft verteufelte, diesmal war sie froh darum.
Nur deshalb war sie nach draußen gegangen, um die Kräuter zu holen. Wäre das Hauskätzchen nicht völlig entkräftet, hätte sie es vielleicht ohne geschafft. Aber auch dann wäre es besser, da es dadurch angenehmer wurde. So angenehm eine Geburt eben sein konnte.
Die Frage nach dem Flussclan war bereits ein wenig verwirrend, doch als sie auf die Zustimmung dem Sternenclan dankte, wurde es noch viel seltsamer. Sie hatte also nach dem Flussclan gesucht – aber warum? Welchen Grund hätte ein Hauskätzchen, nach ihrem Clan zu suchen? Die meisten Hauskätzchen wussten nicht mal, dass es die Clans überhaupt gab. Geschweige denn, wie diese hießen. Oder dass sie an den Sternenclan glaubten. So seltsam das Ganze war, sie musste sich nun auf etwas anderes konzentrieren. Sie mussten das Fell der Katze trocken bekommen, damit sich die Jungen nicht erkälteten. Sonst wäre alles umsonst gewesen und das durfte einfach nicht sein. Die Graue war irritiert, als Sternenlicht ihre Hilfe anbot, das konnte die Kriegerin im Dunkeln erkennen. Doch sie stimmte zu, also begann sie damit, das Fell der anderen trocken zu lecken. Es war weitgehend trocken, als der Körper der Fremden erzitterte. „Ich bin bei dir und helfe dir“, miaute sie ruhig. Vermutlich wäre sie nicht die erste Wahl als Beistand bei einer Geburt, aber eine Auswahl hatte sie ja nicht gehabt. Sie hatte davon gehört, dass die meisten Katzen bei ihrer ersten Geburt gern einen Beistand hatten, der entweder selbst schon Mutter war oder einen persönlichen Bezug zu ihr hatte. Beides traf in diesem Fall nicht zu. Nach einiger Zeit erblickte das erste Junge das Licht der Welt – oder eher die Dunkelheit. Denn hell war es nur, wenn gerade ein Blitz zuckte. So war das kleine Junge auch nur schwer auszumachen, schwarz-weiß war es, doch genaueres konnte die Kriegerin nicht erkennen. Es würde einen Moment dauern bis das nächste Junge sich auf den Weg machte. Die Fremde sah erschöpfter aus als je zuvor.
Du hast also nach dem Flussclan gesucht?“, miaute ddie Kriegerin. Das erste Junge lag versorgt am Bauch der Mutter und sie gestattete sich nun, sich selbst ein wenig Ruhe zu gönnen und legte sich selbst auch hin. Sie wusste nichts über die andere Katze, das musste sich ändern. Wenn sie das Gefühl hätte, sie wolle ihrem Clan schaden, würde sie ihr beim Verschwinden helfen. Auch wenn sie eigentlich nicht danach aussah. Sie wirkte viel eher schwach und nicht in der Lage, irgendjemandem zu schaden. Aber das konnte täuschen. Auch wenn sie selbst bisher nie getäuscht worden war, es gab immer ein erstes Mal.
Wer bist du? Was willst du hier?“, fügte sie nach kurzem Zögern hinzu. Es war nicht unfreundlich, viel mehr interessiert und neugierig. Sie musste mehr wissen, um dem Clan besser Bericht erstatten zu können. Sie würde ihr zwar so oder so bei der Geburt helfen, aber sie hatte es lieber, zu wissen, wem sie gegenüberstand. Und der anderen wäre es vermutlich auch lieber. „Mein Name ist Sternenlicht“, setzte sie hinzu. Denn es war nicht ihre Art, von anderen zu fordern ohne selbst das gleiche geben zu würden.




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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Di 13 März - 11:40

Kristall wusste gar nicht, was für ein Glück sie doch gehabt hatte, da Sternenlicht nur rein aus ihrem Instinkt nicht direkt einen Weg zurück zum Lager eingeschlagen hatte. Nur so hatte die Kriegerin die Hauskatze finden können. Was der Kriegerin aber noch nicht bewusst war war, dass es Kristall vollkommen egal war, was Sternenlicht bisher getan hatte. Ob sie eine herzensgute oder eine sonst mürrische Katze war oder gar eine, die nur auf ihr eigenes wohl bedacht war. Für die graue zählte einzig und allein, dass die Kriegerin hier bei ihr war. Ihr und ihren jungen das Leben gerettet hatte. Es war ihr vollkommen egal, wer sie war, sie war ihr einfach nur dankbar. Und vielleicht konnte Kristall es der anderen auch eines Tage zeigen, wie dankbar sie ihr war, dass sie sie gerettet hatte. Im Moment war sie jedoch viel zu Erschöpft, um ihr zu danken, wobei ein einfaches Danke für sie niemals ausgereicht hätte.
Kristall merkte vor lauter Angst und Schmerzen nicht, dass es die andere irritierte, dass sie über den FlussClan und den SternenClan Bescheid wusste. Selbst wenn sie es mitbekommen hätte, sie hätte erst im Nachhinein darauf antworten können, denn die Wehen wurden immer schlimmer. Kristall war erleichtert, als das erste Junge auf die Welt kam und an ihren mehr oder weniger trockenen Bauch konnte, den die Fremde ihr trocken gemacht hatte. Stolz durchflutete sie. EIn noch nie dagewesenes Glücksgefühl machte sich in ihrem Herzen breit.
Das schwarz weiße Junge lag versorgt eng an dem Bauch der Grauen. Im Moment durchzuckte keinerlei Schmerzen den Körper der Kätzin. Auch wenn sie wusste, es könnte jederzeit wieder soweit sein, gönnte sie sich erst einmal eine kleine Erholung und ließ müde den Kopf auf ihre Pfoten fallen. Am liebsten würde sie einfach schlafen, bis das Unwetter draußen vorüber war. Doch es ging nicht, denn in ihrem Bauch befanden sich noch weitere Jungen, die nach und nach ebenfalls auf die Welt kommen wollten. Doch für den Moment war es ruhig und schmerzlos.
Die Stimme der anderen brachte Kristall dazu, nicht einzuschlafen. Sie stellte ihr einige Fragen, auch wenn die Graue nichts von dem Hintergedanken wusste, dass die andere wissen wollte, ob Kristall vor hatte dem Clan zu schaden. Wüsste sie etwas davon, so würde sie sich fragen, weshalb sie das tun sollte? Sie wäre ja wohl sicher nicht eine so lange Strecke, vor allem bei diesem Wetter!, gelaufen, gar mit ihren ungeborenen Jungen im Bauch, wenn sie vorgehabt hätte, dem Clan hätte schaden wollen. Wie könnte auch eine hoch trächtige Königin einem Clan etwas anhaben? Müde hob sie nun wieder ihren Kopf an und blickte Sternenlicht an, deren Namen sie soeben erfahren hatte.
"Ja, ich habe nach dem FlussClan gesucht," erwiderte sie. "Ich bin Kristall und eigentlich eine geborene FlussClan Katze."
Kurz zögerte die Graue. Sollte sie Sternenlicht den Namen ihrer Mutter nennen, die Geschichte erzählen und weshalb genau sie in den Clan wollte? Oder sollte sie lieber mit der ganzen Geschichte warten, bis sie sich etwas erholt hatte und die andere auch besser kannte? Was könnte es schon schaden einen kleinen weiteren Teil preiszugeben, entschied sie sich. "Meine Mutter hieß Goldpelz und ist im FlussClan geboren. Vielleicht sagt dir ihr Name ja etwas.." Zögerlich blickte Kristall die andere an. Versuchte heraus zu finden, ob der Name Goldpelz etwas in ihr auslöste. Vielleicht kannte Sternenlicht ihre Mutter auch gar nicht oder hatte nie etwas von ihr gehört. Aber wenn der Clan tatsächlich so familiär war, wie Goldpelz es immer beschrieben hatte, dann würde sie den Namen mit Sicherheit schon mehr als einmal gehört haben. Zumindest hoffte Kristall das. Dann müsste sie nicht komplett die Geschichte ihrer Mutter erzählen.
Ob es ihren Geschwistern und dem Vater gut ging? Die Kätzin freute sich schon sehr endlich ihre restliche Familie kennen zu lernen. Aber was war, wenn das letzte Junge gar nicht vom Clan gefunden wurde, sondern elendig gestorben war..? Schüttelnd vergaß Kristall diesen widerlichen Gedanken wieder. Dennoch sorgte sie sich. Was sollte sie tun, wenn sich tatsächlich niemand an Goldpelz erinnerte oder wenn ihre gesamte Familie schon verstarb? Wie auch immer es kommen sollte, Kristall hatte sich entschieden dem FlussClan beizutreten und daran würde sich ganz sicher auch nichts ändern.
Promt und ohne Vorwarnung setzten die Wehen erneut ein. Keuchend vor Schreck und vor dem stechenden Schmerz zuckte die graue Kätzin zusammen. Unwillkürlich musste sie wieder aufstehen, achtete aber sorgsam darauf, das kleine schwarz weiße Junge nicht zu stören, das an ihrem Bauch lag. Wie viele Junge wohl noch in ihrem Inneren darauf warteten das Licht der Welt zu erblicken? Egal wie viele es sein würden und auch wenn sie sie nie wollte und sie ihr von einem Kater aufgezwungen wurden, so würde Kristall sie dennoch lieben. Immerhin waren es auch ihre Jungen. Kurz leckte sie dem Erstgeborenen über den Kopf, damit es wusste, dass sie noch da war, damit es sich nicht wunderte, wieso die Wärme des Bauches auf einmal verschwand.
Nun wollte das zweite Junge das Licht der Welt erblicken. Kristall drehte sich hin und her. Mehrmals setzte oder legte sie sich kurz hin, nur um im nächsten Moment wieder auf den Beinen zu stehen und sich zu bewegen. Alles machte sie Instinktiv, es steckte kein Plan dahinter. Ob das wohl einfach der typische Katzeninstinkt war? Vermutlich schon. Sie setzte sich wieder und wand ihren Kopf zum Hinterteil. Man konnte die Fruchtblase sogar schon ein wenig sehen. Es brauchte vielleicht noch eine oder zwei Wehen, dann wäre auch das zweite Junge draußen.

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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Mi 21 März - 0:40

Sternenlicht wusste nicht, dass es Kristall völlig egal war, wer sie war. Sie selbst hätte nicht gewollt, dass jemand, der beim Morden anderer Katzen zugesehen, ja sogar geholfen hatte, bei ihren Jungen wäre. Aber so unterschiedlich war man nun einmal. Vielleicht änderte sich die ein oder andere Katze eines Tages, das wusste sie selbst. Sie hatte sich geändert, als sie verstanden hatte, was ihr Vater tat. Als sie ihn hatte sitzen lassen. Sie war sich bis heute nicht sicher, ob er ihr das verziehen hatte. Vernutlich hatte es ihn wahnsinnig geärgert, dass sie sich für ihre Tante eingesetzt hatte. In diesem Moment war sie wohl für ihn gestorben. Ob er es noch so gesehen hatte, als er starb? Sie hatte keine Ahnung. Manchmal fragte sie sich das. Denn immerhin war er ja ihr Vater gewesen. Auch wenn sie nicht zweifelte, in diesem Fall das Richtige gemacht zu haben. Das hatte sie wahrlich nicht immer getan. Für vieles in ihrem Leben schämte sie sich. Aber was sollte sie tun? Ändern konnte sie es nicht mehr, es war geschehen. Sie hatte die Leben vieler Katzen zerstört. Und auch ihr eigenes war zerstört, in gewisser Weise. Manchmal wünschte sie sich sogar, dass ihre Mutter geschafft hätte, was sie vorhatte. Das waren dumme Gedanken. Allerdings würde dann nicht diese Schuld auf ihr lasten. Aber auch nicht die Liebe zu ihrer Schwester ihr Herz bewohnen. Oder Eisjäger, Nebelwächter und Mondsturm. Es war wohl besser so, wie es war. Besser? Ein seltsames Wort dafür.
Die braune Kriegerin verbannte die Gedanken aus ihrem Kopf. Sie taten nun nichts zur Sache. Es war jetzt wichtig, für die Fremde da zu sein und herauszufinden, was sie hier suchte und was sie vorhatte. Daher auch die Fragen. Auf die Antwort war sie nicht vorbereitet. Dieses hilflose Hauskätzchen sollte aus dem Flussclan stammen? Ihr Erstaunen war ihr wohl deutlich anzusehen. Doch es war dunkel wie mitten in der Nacht, da war es gut möglich, dass Kristall – so hatte sie sich vorgestellt – das nicht sah. Auch war da dieses Junge, was sie gerade geboren hatte. Das würde sie vermutlich ablenken.
Dann setzte Kristall etwas hinzu. Einen Namen. Oh, und ob ihr der Name etwas sagte. Sie war ja immerhin doch einige Monde älter. „Oh ja. Sie war eine grausame Katze. Eine Kriegerin, die den Clan verraten hat. Ihre Jungen wären als Hauskatzen besser dran, das sagte sie. Sie brach Algenfuß das Herz. Und legte ihrer Tochter dadurch Steine in den Weg.“ Sternenlicht machte keinen Hehl daraus, dass sie absolut nichts von Goldpelz hielt. „Wie kann man nur seine Familie im Stich lassen, ohne, dass es einen Grund gibt. Sie war einst eine ehrbare Katze, doch sie hat zu viele Leben zerstört, um als solche noch zu gelten“, fügte sie an. Auch sich selbst sah sie nicht als eine ehrbare Kriegerin. Zwar hatte sie den rechten Weg gefunden, doch sie hatte zu viel zerstört. Und genau das warf sie auch Goldpelz vor. Sie erinnerte sich, dass immer wieder über Algenfuß und Libellenflug getuschelt worden war. Und sie erinnerte sich daran, wie der gestandene Krieger gebrochen in seinem Nest gelegen hatte. Goldpelz hatte ihn verraten. Und sie hatte den Clan verraten. Hatte das Leben als Hauskätzchen dem des Clans vorgezogen. Und wollte mit den ungeborenen Jungen im Bauch verschwinden. Und ihnen ein Leben als Clankatze vorenthalten. „Was ist mit deiner Schwester? Wollte sie nicht mit dir kommen?“, fragte sie dann. Sie erinnerte sich, dass die Kätzin damals drei Mädchen geboren hatte. Doch vor ihr lag eine Katze und nur Libellenflug lebte im Clan. Blieb eine Katze, eine Tochter des Clans, die nicht hier war. Sternenlicht ahnte nicht, was damals geschehen war. Wie traurig die Geschichte für das dritte Junge endete. Libellenflug hatte ihren Vater gehabt, den Clan. Und Kristall ihre Mutter – auch wenn diese eine Verräterin war – die wahrscheinlich für ihre Tochter da gewesen war. Doch das dritte Junge...es hatte weder Vater noch Mutter gehabt. Es hatte niemanden gehabt.
Das Hauskätzchen vor ihr schien wieder Schmerzen zu haben. Sternenlicht beschloss, sich jetzt ganz darauf zu konzentrieren, nicht auf die Gedanken und Erinnerungen an das, was gewesen ist. Das half jetzt nicht weiter und war nicht zielführend. Auch wenn sie es nur schwer verdrängen konnte. Sie sah Libellenflug vor sich. Sie war nicht bei ihrer Mutter aufgewachsen. Sondern bei einer Ziehmutter. Zwar hatte sich Algenfuß um sie gekümmert, aber von langer Dauer war das nicht gewesen. Einfach deshalb, weil der Kater gestorben war. Der grüne Husten hatte ihn dahingerafft. Es war ein Trauerspiel gewesen. Und nun stand die Tochter der Katze vor ihr, die all das der jungen Kriegerin ihres Clans angetan hatte. Zwar traf Kristall absolut keine Schuld, sie war ebenso eine Leidtragende wie Libellenflug. Schrecklich, was Goldpelz ihren Töchter angetan hatte.
Doch all das behielt sie nun für sich, es ging jetzt nur darum, dass die geburt vonstatten ging. Das war jetzt das einzige, was wichtig war. Also legte sie sich mit ihrer inzwischen trocken geleckten Brust an das Neugeborene, um es zu wärmen, während Kristall auf das nächste wartete.



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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Di 3 Apr - 15:20

Für einen Moment schloss die graue Katze die Augen und schwelgte in Erinnerungen an ihre Mutter. Klar, Goldpelz war nicht immer eine Katze gewesen, die man als perfekte Mutter betiteln könnte, dennoch hatte sie sich gut um Kristall gekümmert. Auch wenn sie einfach so oft über ihr verbliebenes letztes Junge gesprochen hatte, was die Graue auf eine gewisse Art und Weise verrückt gemacht hatte. Dennoch, ihre Mutter war immer freundlich gewesen. hatte Kristall alles beigebracht, was sie nun als Kriegerin wissen müsste. Von ihr lernte sie das Jagen, das Kämpfen, sogar Fische fangen konnte sie! Die Graue beobachtete ihr Erstgeborenes und schob es aufmunternd näher an ihren Bauch, damit es anfangen konnte zu trinken.
Sie blickte Sternenlicht an, versuchte heraus zu finden, ob der Name ihrer Mutter etwas bei der fremden Katze auslöste. Und tatsächlich tat er das, jedoch anders, als Kristall sich das vorgestellt hatte. Sternenlicht betitelte ihre Mutter als grausame Katze, was Kristall zusammen zucken ließ. Grausam? Nein, vielleicht ein wenig eigen, aber niemals grausam! Algenfuß.. War dies der Name ihres Vaters? Neugierde machte sich in der Kätzin breit. Sie bemerkte gar nicht, dass die Fremde nur eine Tochter erwähnte und nicht beide. Es fiel ihr im ersten Moment nicht auf, vermutlich weil sie es einfach überhört hatte. Oder weil sie zu verwirrt war, dass ihre Mutter als grausam bezeichnet wurde. Wie es schien hatte Sternenlicht eine andere Katze kennen gelernt, als Kristall. Ob sich Goldpelz so sehr verändert hatte? "Grausam würde ich sie nicht nennen...", gab Kristall zögernd zu bedenken. "Sie selbst fand sich wohl als Hauskatze wohler. Aber nachdem sie mir von den Clans und allem erzählt hatte, stand für mich klar, dass ich in den FlussClan will. Jedoch stand mir erst die zeit im Weg, nachdem ich trächtig wurde..." Kristall erinnerte sich schaudernd an den Moment, als die Zweibeiner herausfanden, dass sie schwanger war und sie einsperrten und nicht mehr aus dem Haus ließen. Es war einfach die schlimmste Zeit, so ohne den Wind im Pelz zu spüren, zu leben. Wie froh sie war, als sie endlich entkommen konnte, auch wenn danach dieser schreckliche Sturm begann.
Die Familie im Stich lassen.. 'Ach Goldpelz.. Das klingt, als wärst du eine so schreckliche Katze gewesen... Wieso nur wolltest du nicht weiter im FlussClan leben bleiben... Ich kannte dich doch ganz anders. Was ist nur geschehen? ', fragte Kristall stumm.
Doch dann stellte Sternenlicht zwei Fragen, die Kristall ziemlich aus der Fassung brachten. Ihre andere Schwester? War das letzte Junge damals nicht vom FlussClan gefunden worden? Oder was für eine andere Schwester meinte sie? 'Oh SternenClan. Bitte lass meine andere Schwester nicht gestorben sein... Goldpelz würde das nicht ertragen, sie würde sich sicher so viele Vorwürfe machen, auch wenn sie nun bei euch ist.', bat die Graue. Was war wohl mit ihrer Schwester geschehen? Wenn der Clan sie nicht aufgefunden hatte, ob sie von einem anderen gefunden wurde? Oder von irgendeiner anderen Katze? Ging es ihr gut, da wo sie war? Oder befand sie sich wie Goldpelz nun auch im SternenClan?
Doch die graue Katze hatte keine Zeit der anderen eine Antwort zu schenken, denn auf einmal setzten wieder Wehen ein. Auch wenn ihr sicherlich keine Antwort eingefallen wäre. Immerhin wusste auch Kristall nicht, wo sich Principessa nun befand oder ob sie denn überhaupt noch am Leben war. Ein Schaudern durchzog den Körper der grauen Kätzin und es schien, als wollte das nächste Junge das Licht der Welt erblicken. Obwohl Kristall schon ziemlich erschöpft und müde war, wusste sie, sie musste das über sich ergehen lassen. Immerhin wollte sie nicht, dass den Jungen etwas geschah, sie sollten doch gesund und munter sein dürfen und ein Leben im FlussClan genießen. Erneut durchflutete sie das Gefühl etwas richtiges getan zu haben. Wäre sie bei den Zweibeinern geblieben, so wären ihr die Jungen nach einigen Monden weggenommen worden, doch Kristall liebte sie schon jetzt zu sehr, als dass sie wollte, dass die Jungen ihr weggenommen werden. Die Graue wurde ein wenig nervös und konnte nicht mehr liegen bleiben. Also stand sie instinktiv auf und drehte sich im Kreis. Als sie sich wieder hinsetzte spürte sie, wie eine erneute Welle einer Wehe einsetzte und instinktiv drückte sie gegen den Schmerz an, sodass das zweite Junge aus ihr heraus kam. Sofort drehte sich die Graue um und leckte es ab, regte das kleine Herz und die Atmung des soeben geborenen an. Das Junge war vorne am Köpfchen hell und der Rest war viel viel dunkler. ([/i]Frostjunges[/i]) Als sie sah, wie  sich der winzige Körper hob und senkte, atmete sie erleichtert auf. Dann legte sie sich an die beiden geborenen Jungen und leckte das zweite weiterhin sauber, während sie nun Sternenlicht wieder anblicken konnte und sich an das Gespräch erinnerte. Noch immer wusste Kristall nichts zu Principessa zu sagen. Immerhin dachten Goldpelz und sie die ganze Zeit, der Clan hatte das verbliebene Junge gefunden und es würde ihr gut gehen...

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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Sa 7 Apr - 1:34

Es war absolut logisch, dass Kristall ihre Mutter nicht als die Katze sah, als die sie selbst sie sehen konnte. Auch ihren Vater hatte die Kriegerin geliebt, als sie ein Junges war. Und das, obgleich er ihrer Familie so viel Leid angetan hatte. Er hatte ihren Großvater, Sturmherz, ermordet und ihre Mutter geschändet. Nur so war es zu ihrer Existenz gekommen. Er hatte an jenem Tage vier Katzen getötet. Zuerst Habichtfrost, den Mentor ihrer Mutter. Dann einen nichtsahnenden Krieger des Donnerclans, der den Namen Kokospalme trug. Dann ihren Großvater. Und ihre Mutter in gewisser Weise ebenso. Er hatte ihr Leben ruiniert. Er hatte Blumenwind mehr genommen als nur Vater und Mentor. Sie hatte auch sich selbst verloren. Von ihrem Onkel wusste sie, dass es ein einschneidendes Erlebnis für ihre Mutter gewesen war. Etwas, was sie veränderte. Und was alles Gute in ihr verbarg und Verbitterung Platz machte. Sie, die jedem stets hatte helfen wollen, hatte versucht, ihre eigene Tochter zu ermorden. Wie die Welt wohl wäre, wenn sie es damals geschafft hätte? Wäre Herbstpfote überhaupt geboren worden? Oder wäre ihre Mutter überhaupt eine Beziehung eingegangen? Hätte sie überlebt? Hätte ihr Vater überlebt? Und Dorn? Dieser Gedanke kam ihr plötzlich. Sie selbst hatte dieses Monster geschaffen. Er war ein Junges gewesen, als sie ihn aufnahm. Allerdings war sie selbst auch kaum älter als er. Dennoch, sie hätte ihn liegenlassen sollen. Doch sie hatte nur ihr eigenes Glück im Sinn gehabt, war egoistisch und dumm gewesen. Sie wollte den Bruder – Halbbruder – mitnehmen, damit sie selbst gehen konnte. Wenn sie bei ihnen geblieben wäre, wäre dann jetzt alles anders? Sternenlicht wusste sehrwohl, dass diese Gedanken sie im Leben nicht weiterbrachten. Es war wirklich nicht sinnstiftend, über solch etwas nachzudenken. Und es war eine völlig andere Situation. Denn ihr Vater hatte eigentlich nie Kontakt zu ihnen gewollt. Doch bereits damals hatte er ihre Mutter in gewisser Weise geliebt. Wahrlich nicht diese romantische Art der Liebe, bei der alles gut geht und man stets glücklich ist. Eine düstere Liebe war es gewesen, gleich einer Besessenheit der Macht, aber doch auch explizit von Blumenwind. Denn er hatte sie immer und immer wieder aufgesucht. Er hatte eine Beziehung zu ihr unterhalten. Und ihre Mutter zu ihm. Und das, obgleich er ihre Schwester, ihren Vater und ihren Mentor getötet hatte.
Auch sie selbst liebte den Vater. Sie konnte in ihm niemals nur den Mörder sehen. So gern sie das wollte, es funktionierte nicht. Und sie vermutete, dass es Kristall im Prinzip ähnlich gehen musste. Auch wenn diese wohl niemals die andere Seite hatte kennenlernen können.
Die Worte, die das Hauskätzchen sprach, befürworteten das. „Nun, dich hat sie auch nicht verraten und im Stich gelassen. Dein Herz hat sie nicht gebrochen.“ Vielleicht waren diese Worte nicht ganz fair, aber sie waren wahr. Denn sie hatte Libellenflug im Stich gelassen, ebenso den Clan verraten und das Herz Algenfußes gebrochen. Das waren Fakten, an denen niemand rütteln konnte. Sie erinnerte sich, wie sehr der arme Kater hatte flehen müssen, damit sie die Jungen im Clan gebar. „Was sie für sich selbst am besten findet, ist mir gleich. Das war auch niemals das, was ihr vorgeworfen wurde. Sondern viel eher, was sie deinem Vater und deiner Schwester angetan hat. Und auch dir. Denn wie du sagst – sobald du von unserem Clan erfahren hast, wusstest du, dass du herkommen willst. Aber sie hat dir die Möglichkeiten genommen, eine gute Kriegerin zu sein. Und ebenso deiner Schwester. Ihr ward gesund, Kristall. Sie hatte keinen Grund, der nicht mit Egoismus gleichzusetzen wäre, euch nicht dort zu lassen, wo eure Wurzeln liegen“, fügte sie an. Nein, sie machte unmissverständlich klar, dass sie nichts von der ehemaligen Clangefährtin hielt. Dafür saßen die Wunden, die sie geschlagen hatte, zu tief. Sie selbst wusste, wie es war, einem Clan entrissen zu werden. Sie hatte niemals die gleiche Wertigkeit wie andere in ihrem Clan. Niemals. Und auch Kristall und der dritten Schwester würde es so gehen. Zwar war der Clan ein Konstrukt, das sie über alles liebte, aber die einzelnen Katzen darin waren voreingenommen. Sie sahen in ihr stets die Katze, die bei ihrem Mördervater gelebt hatte. Niemals eine richtige Clangefährtin. Und dieses Los würde auch auf Kristall und deren andere verlorene Schwester zutreffen. Ob sie im Fluss ertrunken war? Imemrhin wäre es möglich, dass beide zusammen gegangen wären. Und wenn das stimmte, hatte sie versagt. Es sollte einfach nicht stimmen. Sie hatte keine Lust darauf, für den Tod einer Katze verantwortlich zu sein. Einer weiteren Katze. Das war ein schrecklicher, grausamer Gedanke ihrerseits. Die hatte sie oft. Sie war nichts besonderes. Und daran würde sich auch niemals etwas ändern. Also waren alle Bezüge, die sie hin und wieder in ihre eigene Richtung deuten konnte, nichts weiter als Zufall. Zwar waren es ein wenig viele Zweifler und wollte sehen, was passiert.
Jäh wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Das nächste Junge war nun also bereit, aus seiner schützenden Wärme zu entsteigen. Sie schwieg in dieser Zeit, achtete aber auf alles, was schief gehen könnte. Es war deprimierend. Aber so wurde es ein wenig angenehmer für sie werden. Auch wenn sie noch immer nicht glücklich war,
Nach einiger Zeit lag auch das zweite Junge auf dem Boden neben dem ersten. Es war auch für Sternenlicht anstrengend, auch wenn sie das so gut wie möglich verbarg. Es ging um diese kleine, ruinierte Familie. Und sie musste jetzt ebenso stark sein wie die Mutter der Jungen. Erst als wieder Stille einkehrte, entschied sie. Und dumm war sie auch nicht. Zumindest hoffte sie das...



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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Mi 25 Apr - 9:14

Kristall konzentrierte sich voll und ganz auf ihre zwei bisher geborenen Jungen. Sie waren noch so klein, so hilflos und schwach. Auf einmal hatte die Kätzin große Angst um ihre Jungen und um die, die noch nicht geboren waren. Was, wenn der Clan sie alle gar nicht aufnehmen würde? Was, wenn alle ihre Mutter so sehr hassten und verabscheuten, wie Sternenlicht es tat? Unsicherheit durchflutete die Katze und mit einem Mal fragte sie sich, was dann aus ihr und den Jungen werden würde. Rein theoretisch müsste sie selbst aber aufgenommen werden, so war sie doch eine reine FlussClan Katze. Ihre Jungen hingegen.. Kristall blickte auf die zwei kleinen Fellknäuel an ihrem Körper, die noch nichts von ihrer Lage mitbekamen, da sie noch zu jung waren. Später einmal würde Kristall ihnen erzählen, in was für einer grausamen Nacht sie geboren wurden... Aber ihre Jungen waren nun mal von einem Kater, der nichts mit den Clankatzen zu tun hatte und es hoffentlich auch niemals in Erwägung ziehen würde. Kristall hoffte sehr, sie würde dem Kater nie, niemals wieder begegnen. Und sollten die Jungen irgendwann nach ihrem Vater fragen... Ja, was sollte sie ihnen dann sagen? 'Hör auf dich so runter ziehen zu lassen! Bis das geschieht werden noch Monde vergehen.', versuchte sie sich selbst abzulenken und wandte sich nun wieder der Kriegerin vor ihr zu.
Sternenlicht hatte schon irgendwie Recht. Goldpelz hatte nie das Recht zu bestimmen, wo ihre Jungen aufwachsen sollen. Dennoch, Kristall konnte ihre Mutter verstehen, so wollte sie selbst doch ebenso bestimmen, dass ihre Jungen im Clan aufwachsen sollten. Ob das bei Goldpelz genauso gewesen war? Wollte sie ihre Jungen auch nicht aufgeben und sie bei sich wissen, in Sicherheit? Waren Kristall und Goldpelz damals in derselben Situation gewesen? Oder welchen Grund hatte ihre Mutter damals gehabt, den Clan zu verlassen? Alle ihre Freunde und vor allem ihre Familie. Kristall für ihren Teil hatte niemanden mehr, so war ihre Mutter gestorben. Aber im Clan gab es mindestens eine Katze, die sie Familie nennen konnte. Noch immer wusste sie nicht, dass auch ihr Vater nicht mehr da war, so blieb ihr nur noch ihre Schwester.
"Bin ich dann nicht genauso wie Goldpelz...?", murmelte die graue Katze vorsichtig. "Immerhin will auch ich bestimmen, wo meine Jungen aufwachsen sollen." Schon als sie den Satz beendet hatte, hatte sie Angst vor der Antwort der anderen Katze. War sie nun genauso wie ihre Mutter in diesem Moment? Sie liebte Goldpelz. Auch wenn es so einiges gab, was ihr nicht gepasst hatte. Aber sie liebte ihre Mutter dennoch. Zudem dankte sie ihr auch, dass sie Kristall das jagen und kämpfen beigebracht hatte. Ob Goldpelz wohl irgendwann bemerkt hatte, dass Kristall eine viel bessere Kriegerin als Hauskatze gewesen wäre?
Draußen wütete noch immer das Unwetter. Es regnete in Strömen und der Donner grollte stets weiter. Auch zuckten Blitze permanent durch den Himmel. Noch nie zuvor hatte Kristall ein so erschreckendes Unwetter gesehen oder miterlebt. Was der SternenClan da oben wohl dachte oder gerade erlebte? Ein Schauder durchzog schon wieder die hübsche graue Katze. Wollte nun das nächste Junge auf die Welt kommen? Doch es blieb bei dem kurzen Schaudern und seufzend leckte Kristall über die beiden kleinen Fellknäuel an ihrem Körper. Noch nie zuvor hatte Kristall eine so große Liebe für etwas oder jemanden empfunden, wie sie es tat, wenn sie diese beiden Jungen anblickte. Nochmals krampfte sich ihr Bauch zusammen, jedoch nicht mehr ganz so schmerzhaft, wie es bei den ersten beiden Jungen der Fall war. Sofort kam Panik in der Grauen auf. Lief bei ihrer Geburt nun doch etwas schief? Ihr Herz begann schneller zu werden, aus Angst und furchtbaren Gedanken. Was, wenn nun die restlichen Jungen in ihrem Bauch starben, wenn nichts mehr in Ordnung war? Zitternd atmete sie die Luft aus und schloss kurz die Augen, um sich zu sammeln und um sich zu beruhigen. Sie durfte nicht in Panik verfallen, musste versuchen ruhig zu bleiben. Durch tiefe Atemzüge beruhigte sie sich ein wenig, öffnete ihre großen grünen Augen und stieß einen Seufzer aus. Der Kätzin wurde ein wenig schlecht und ihre Atmung ging zitternd, stoßweise. Verfiel sie weiterhin in Panik oder lag ihr einfach eine bevorstehende Wehe vor? Oder war sie gar einfach zu unsicher und machte sich selbst durch ihre Gedanken fertig?
Seufzend blickte Kristall wieder Sternenlicht an. Hoffte, durch die Ablenkung würde sie sich wieder beruhigen. Vielleicht sollte sie einfach weiter Gespräche mit der Katze führen. "Wie ist es denn so im Clan?", fragte Kristall zögernd. Sie fragte sich, ob es wirklich so war, wie sie es sich vorstellte. Eine große Familie, dass alle füreinander da waren und einander halfen. Natürlich würde es sicherlich Katzen geben, die dem nicht entsprachen. Es gab bekanntlich immer gute und schlechte Katzen. Aber war es im Endeffekt so, wie sie es aus den ganzen Geschichten kannte?

// 803 Wörter


Wenn ich nach 3 Tagen nicht im RPG antworte, schreibt mir zur Erinnerung bitte eine Pm!♥️
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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   So 8 Jul - 14:06

Sternenlicht
Krieger | Schwester von Kobrablick und Herbstpfote, Cousine von Meerblick, Honigjunges, Perlenjunges, Kleejunges, Marderjunges und Lichtjunges, Nichte von Falkenstern, Rauchherz und Trauerblüte | 3 Jahre 10 Monde
ERWÄHNT: Falkenstern, Schwalbenfeder, Grinsezahn, Berglöwe, Nebelwächter, Schreckfuß, Meerblick
ANGESPROCHEN: Kristall

Sternenlicht betrachtete die beiden Jungen an der Flanke der Kätzin. Sie wäre eine Clankameradin gewesen, wenn ihre Mutter nicht für sie und eines der anderen Jungen einen anderen Weg gewählt hätte. Sie hatte etwas entschieden, was das Leben ihrer Töchter für immer zerstört hatte. Sie wusste es, kannte es, wie man sie ansah. Vielleicht war es weniger schlimm, das Kind einer Verräterin zu sein als das eines Mörders, aber dennoch würden sie ihr misstrauen und sie nie gleichwertig behandeln. Niemand hatte das verdient. Sogar Junge, die aufgenommen worden waren, wurden teilweise anders betrachtet. Tränenlicht war als Junges zum Flussclan gekommen, war bei ihnen aufgewachsen und hatte alles gelernt. Dennoch wählten die meisten sie nicht für Patrouillen aus. Ihr schlug das Anderssein ganz anders entgegen, denn durch Wasserkristalls Fürsorge war vielen gar nicht bekannt, dass sie von Geburt her eine Hauskatze war. Aber dennoch gab es sie, die Zweifler.
Kristall schien nachdenklich zu sein. Vielleicht schien sie die Vorwürfe zu verstehen, die Sternenlicht ihrer Mutter machte. Und dann die Frage. War es das gleiche? Nein, zwar war die Handlung prinzipiell gleich, doch lag ein bedeutender Unterschied darin. „Du lässt ihnen die Wahl. Ich schätze dich nicht so ein, dass du es ihnen verbieten würdest, wenn sie lieber Hauskatzen sein wollen. Doch das können sie später noch werden. Eine Clankatze zu sein beginnt mit der Geburt. Um Teil einer Familie zu sein, muss man in sie hineingeboren werden. So einfach ist das. Katzen, die nicht im Clan aufgewachsen sind, werden nie die gleichen Chancen haben wie jene, die es taten. Ihnen fehlt etwas...“, miaute sie ohne zu zögern. Auch sie selbst war zwar durch ihre Geburt eine Clankatze, doch durch die Monde beim Vater zu einer Fremden geworden. Man vertraute ihr noch immer nicht. Und sie schmerzte es, konnte es aber nicht verhindern. Sie konnte daran nichts ändern. Einen Moment lang schwieg sie und überlegte, wie sie es am besten sagen sollte. Dann entschied sie sich für die schonungslose Wahrheit. Belügen würde sie die Katze nicht, die ein Recht hatte – wie sie selbst – als gleichwertig behandelt zu werden. „Man würde keiner geborenen Flussclankatze jemals die Rückkehr verbieten, doch ist jede Katze, die eine Zeit außerhalb gelebt hat, ihnen stets nicht geheuer. Und das völlig unabhängig von der Zeit, die die Katze wieder beim Clan lebt“, setzte sie hinzu. Sie wollte der anderen die Hoffnung nicht nehmen, aber sie sollte wissen, worauf sie sich einließ. „Wenn du das für deine Jungen nicht möchtest, finde ich es nicht verwerflich. Den Clan verlassen können sie immer – aber in ihn zurückzukehren ist nicht so leicht, wie man glaubt. Denn deine Loyalität wird stets in Frage gestellt. Also hast du es nicht gemacht wie deine Mutter. Sie hat dich und deine Schwester diesem Schicksal ausgeliefert. Kehrt ihr zurück, wird euch niemand trauen. Und so leid es mir tut – dieser Zustand lässt nicht nach. Ich weiß, wovon ich rede“, miaute sie dann. Sie gab viel preis, aber es würde verdammt schwer werden. Und sie wollte nicht, dass Kristall unvorbereitet in den Clan kam. Der Clan war wunderbar und sie liebte ihn, trotzdem man ihr nicht traute. Vielleicht tat man es zu Recht nicht, einige ihrer Eigenschaften waren nicht besonders lobenswert. Zum Beispiel die häufigen Spaziergänge aufs Territorium des Schattenclans...doch die waren in letzter Zeit weniger geworden. Eisjäger hatte sich nicht blicken lassen. Also sollte er doch das nächste Mal kommen, wenn er was wollte.
Ebenso beängstigend mochte für die Flussclankatzen sein, dass sie bei Morden dabei war. Dass sie zugesehen hatte, wie Katzen starben und wie Katzen litten, dass sie selbst von ihrem Vater in diesen Techniken ausgebildet worden war. An ihrem Körper fanden sich viele Narben, verdeckt von weichem Fell, doch sie wusste um ihre Existenz. Sie wusste, wie es war...woher sie gekommen waren. Wer sie ihr zugefügt hatte, jede einzelne konnte sie benennen. Doch die Narbe, die diese Zeit auf ihrer Seele hinterlassen hatte, die konnte niemand sehen, niemand erkennen. Und auch sie selbst mochte nicht an sie denken. Es war zu viel geschehen, um jemals wieder unbefangen leben zu können. Sie hatte so viele Leben zerstört. Denn wer misstraute schon einem Kater, der seine kleine Tochter dabei hatte?
Doch sie konnte weder diesen Katzen noch sich selbst in diesem Moment helfen. Jetzt ging es darum, Kristall zu helfen. Ihr und ihren Jungen, die bei diesem schrecklichen Sturm das Licht der Welt erblickten. Ihre gelben Augen ruhten auf der Kätzin, die nun sichtlich unruhig wurde. „Manchmal dauern Geburten etwas. Es gibt Jungen, die lassen gern auf sich warten“, miaute sie beruhigend. Sie hatte in ihrer Zeit in der Kinderstube die ein oder andere Geburt miterlebt. Zwar hatte es auch hier und da eines der Jungen, das auf sich warten ließ, nicht geschafft, aber darum ging es in diesem Moment ja nun wirklich nicht. Sie hätte gern Grinsezahn hergeholt und ihm das alles überlassen, aber der Weg war zu weit und bei diesem Wetter zu gefährlich. Es half weder Kristall noch ihren Jungen, wenn sie dabei draufging und keiner ihnen half.
Kristall fragte nun nach dem Clan. Wie er war. Sternenlicht lächelte. „Er ist wunderbar. Ich bin sehr froh, dort zu leben. Man ist füreinander da, hilft einander. Die Gesetze und Regeln sorgen für ein harmonisches Miteinander, auch wenn es wie überall hin und wieder Streit gibt. Wir haben einen guten und fähigen Anführer. Er ist klug, durchdacht und handelt stets im Interesse des Clans. Zwar ist er...nicht unbedingt freundlich, aber er ist gerecht und ehrlich. Wir können sehr froh sein, ihn zu haben. Nicht jeder Clan hat einen starken und klugen Anführer. Er hat auch seine Stellvertreterin klug gewählt. Schwalbenfeder ist eine fähige Kriegerin und anders als er auch sozial sehr engagiert. Er ist das zwar auch, aber bei ihm kommt das ganz anders rüber. Im Moment haben wir viele Jungen und Schüler, die Baue sind gut gefüllt. Es ist ein gutes Jahr, auch wenn man stets Verluste hinnehmen muss. Erst vor drei Monden mussten wir eine junge Katze zu Grabe tragen...aber sie ist nun im Sternenclan und sieht auf uns herab.“ Sternenlicht begann, vom Clan zu schwärmen, ohne zu merken, wie widersprüchlich das auf die Fremde wirken musste. Einen Clan so sehr zu lieben, der einem selbst weniger Achtung entgegenbrachte, war wohl eine von Sternenlichts Fähigkeiten. Nicht lange, da geriet sie ins Plappern. „Unser Heiler ist ein Kater namens Grinsezahn. Er ist...naja, er ist klug und so. Aber er ist auch immer ein wenig langweilig. Weißt du, er ist so jemand, der sich immer einwandfrei verhält und so...aber er ist auch stur, glaube ich. Und er denkt zuerst an das Beste für den Clan, erst danach an das Beste für die Katzen, die das betreffen könnte. Aber es ist schon recht so. Und unsere Ältesten sind auch nicht ohne. Nebelwächter ist ein sehr kluger Kater, er ist lieb und toll. Berglöwe kommt ursprünglich wohl von woanders, aber alle, die es wussten, leben inzwischen schon nicht mehr. Er ist recht beliebt, aber teilweise merkt man eine Skepsis ihm gegenüber. Weil wir nicht alles über ihn wissen, glaube ich. Aber ich mag ihn. Und Schreckfuß...der Name ist Programm, er ist wirklich schrecklich“ - sie konnte nicht anders als zu lachen - „In meiner Schülerzeit habe ich jedes Mal gehofft, nicht seiner Patrouille zugeteilt zu werden. Damals war er noch Krieger. Er ist unleidlich, schlecht gelaunt und eigentlich nie besonders freundlich. Aber mein Cousin Meerblick sagt, als Mentor sei er ganz gut gewesen. Und wenn Meerblick sowas sagt, glaub ich ihm das. Der ist nämlich auch immer schlecht drauf...aber wer kann es ihm schon verübeln -“ Sternenlicht hielt nun inne. Ihr fiel auf, dass sie zu brabbeln begonnen hatte und sie schluckte verlegen. „Verzeih mir, das war vermutlich ein wenig über das Ziel hinaus...“, murmelte sie nun ein wenig verlegen. Eigentlich hatte sie sich immer ganz gut im Griff, aber eine Katze, die nicht wusste, dass sie die Tochter eines Mörders war, die sie nicht ausgrenzte, das war eine Seltenheit und sie war einfach so froh gewesen, jemandem mal etwas erzählen zu können, der es nicht hinterfragte. Natürlich gab es viele Katzen im Clan, die sich inzwischen mit ihr abgefunden hatten, aber so ganz gleichwertig war sie eben noch immer nicht. Und wenn sie sich Berglöwe betrachtete, würde sie das wohl auch niemals werden...



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BeitragThema: Re: Unbestimmter Ort im Territorium   Sa 6 Okt - 10:50

Zwei Junge, die aus ihrem Körper in das Leben geboren worden waren. Das erste war ein sehr kleines schwarzweißes Weibchen. Das zweite eine ebenso kleine Katze, mit einem hellen Fell, das leichte schwarze Aspekte auf dem Rücken besitzt. Alle beide waren sie Weibchen und Kristall war mehr als nur stolz auf diese beiden Kleinen. Dennoch spürte sie in ihrem Bauch, dass da mindestens noch ein Junges darauf wartete, geboren zu werden.
Draußen tobte der Sturm und ließ immer wieder das grollen des Donners hören. Auch erhellte hier und da ein Blitz den verregneten dunklen Himmel. Doch hier waren sie sicher, in dem hohlen Baum, den Sternenlicht ausgesucht hatte, damit Kristall hier ihre Jungen gebären konnte. Nun lag sie da, eine graue Kätzin, vollkommen entkräftet von den Anstrengungen dieses Tages. An ihrem Bauch die zwei Neugeborenen Junge und vor sich die braune Kriegerin, die ihr und den Jungen das Leben gerettet hatte.
Dann hatten sich die beiden Katzen angefangen zu unterhalten. Anfangs war Kristall wirklich froh darüber gewesen, endlich den FlussClan gefunden zu haben, doch anders als erwartet wurde ihre Mutter verachtet. Goldpelz war ihr immer eine gute Mutter gewesen, wenn auch sie viele Fehler begannen hatte, doch sie hatte jedes ihrer drei Jungen geliebt, wenn auch das eine mehr als die anderen beiden. Doch das tat nie etwas zur Sache, denn Kristall hatte alles von Goldpelz gelernt, was sie im Clan auch als Schülerin hätte lernen müssen. Darüber war die graue wirklich froh. Anders würde sie es vermutlich noch schwerer im Clan haben, als sie es ohnehin haben wird. Sternenlicht schien Goldpelz ganz besonders nicht zu mögen, das ließ sich vor allem erläutern, als sie meinte, es sei nicht in Ordnung gewesen zu entscheiden, wo die Jungen leben sollten. Kristall hatte daraufhin die Sorge, dass sie genauso sei, denn sie tat doch dasselbe und entschied, wo sie mit ihren Jungen ab sofort wohnen wollte. Die braune Kriegerin aber erklärte ihr, dass sie den Jungen die Wahl ließe. Dass es etwas anderes war, wenn man im Clan aufwuchs und sich entscheiden würde, eine Hauskatze zu sein und, wenn man als Clankatze als Hauskatze aufwuchs und sich dann umentschied. Sternenlicht hatte Recht damit, dass geborenen Clankatzen als aufgewachsene Hauskatze etwas fehlte, so war es bei ihr doch genauso gewesen. Das leuchtete der Grauen ein, dennoch machte sie sich Sorgen. Könnte sie ihre Kleinen gehen lassen, wenn diese sich in mehreren Monden entscheiden würden, den Clan zu verlassen? Schon als sie bemerkte, dass sie Junge erwartete, wollte sie ihnen ein wundervolles Leben schenken und liebte sie auf eine so besondere Art und Weise, die sie nicht zu beschreiben wusste. Es war die Liebe einer Mutter zu ihren Kindern, doch das würde Kristall später noch bemerken. Momentan war es für sie einfach nur innige Liebe.
Einige Momente lang war es still. In der Ruhe, in der man nur den Sturm toben hörte, versuchte die graue Kätzin ein wenig zu Kräften zu kommen. Wäre es nur die Geburt gewesen, wäre sie nicht so sehr erschöpft, doch ihr kleiner Weg durch den Fluss hatte all ihre Kräfte verzehrt und nun war sie ausgelaugt. Sie schloss ihre grünen Augen, als Sternenlicht dann wieder anfing zu sprechen, zuckte Kristall mit den Ohren als Zeichen dafür, dass sie der Kriegerin zuhörte, aber noch immer zu erschöpft war.
Die Worte der braunen Katze jedoch ließen die Augen der Grauen wieder auf blinzeln. Ihr war nie klar gewesen, dass der Clan ihre Loyalität anzweifeln könnte, so kehrte sie doch in den FlussClan zurück. Der Ort, an den sie in Wirklichkeit doch gehörte. Wo ihre Familie doch hoffentlich auf sie warten würde und sich freute, wenn sie wieder da war. Als Sternenlicht ihr jedoch klar machte, dass sie nicht so war wie Goldpelz, war sie etwas erleichterter. Dennoch zuckten ihre Schnurrhaare, als die Braune meinte, sie wisse, wovon sie sprach.
"Warst du etwa auch eine Zeit lang nicht im Clan?", fragte Kristall interessiert. Natürlich wollte sie der Kriegerin nicht zu nahe treten, aber irgendwie musste sie sich gerade ablenken, um nicht an den Schmerz zu denken. Gerade, als Sternenlicht meinte, dass Geburten manchmal etwas dauern, wurde die Wehe wieder schmerzhafter und es schien, als wolle das dritte Junge das Licht der Welt erblicken. Mit der Ausnahme, dass die Blitze das einzige Licht waren, was man sehen konnte. Kristall kam kaum noch zu Atem, während sie bei jeder Wehe ein wenig mehr von dem Jungen heraus presste, bis es schließlich auf dem Boden lag und sie es trocken lecken konnte. Es war ein cremefarbenes Kätzchen und im Gegensatz zu den bisherigen zwei Jungen war es männlich.
Kristall befragte Sternenlicht nach dem Leben im Clan und die braune Kriegerin lächelte und fing an zu erzählen. Es war eine wunderbare Ablenkung für die graue Katze, die nun das cremefarbene Junge neben die anderen zwei legte und endlich mal verschnaufen konnte. Also hörte sie der Kriegerin aufmerksam zu. Man merkte sofort, was sie für ihren Clan empfand und die graue Kätzin war wirklich positiv überrascht. Ob sie irgendwann auch einmal so vom FlussClan schwärmen könnte? Vor allem aber war Kristall darüber erfreut, dass Sternenlicht über einzelne Katzen aus dem Clan sprach. So konnte sich die graue Katze wenigstens schon ein paar der Namen merken, die hohe Ränge innehatten. Als die braune berichtete, dass es natürlich auch Verluste gab und sie erst vor wenigen Monden eine junge Katze zum SternenClan ziehen lassen musste, legte Kristall instinktiv ihren Schweif um ihre Neugeborenen herum. Ihre Babys würden definitiv überleben. Egal was sie dafür tun musste. Sie würde versuchen sie vor jedem noch so großen Unheil zu beschützen!
Dann kam das Gespräch auf den Heiler zu und die Graue freute sich schon darauf Grinsezahn kennen zu lernen. Immerhin war er der Kater, der sich ihre Jungen anschauen wird und sie gesund machen würde, würden sie krank werden. Eine Freundschaft zu dem Kater aufzubauen wäre definitiv nicht schlecht, an sich musste sie definitiv jemanden finden, dem sie vertrauen konnte. Aber dabei würde ihr ihre Familie im Clan mit Sicherheit helfen. Als Sternenlicht von ihrer Schülerzeit berichtete, huschte auch ein Lächeln auf Kristall's Gesicht. Es war schön der Kriegerin zuzuhören. Gerne hätte auch sie selbst ihre Schüelrzeit dort verbracht, doch Goldpelz hatte ihr diese Chance genommen. Es war wirklich schade, aber Kristall nahm es ihrer Mutter nicht übel, so wusste sie nun selbst, sie würde nur allzu ungern ihre Babys ziehen lassen.
Sternenlicht hielt inne und bemerkte, wie viel sie erzählt hatte. Die braune Kriegerin entschuldigte sich verlegen, doch Kristall schüttelte den Kopf. "Nein, entschuldige dich nicht dafür. Es ist schön dir zuzuhören. Ich freue mich schon sehr darauf all diese Katzen kennen zu lernen!", miaute Kristall. Nicht ahnend, dass die Braune im Clan wegen ihres Vaters, einem Mörder, ausgegrenzt wurde. Doch selbst wenn sie das gewusst hätte, so hätte sich Kristall dennoch gefreut mit ihr zu sprechen. Sternenlicht hatte ihr das Leben gerettet. Und nicht nur ihr, somit auch das ihrer Jungen. Selbst wenn ihr Vater ein Mörder war, man musste nicht immer so werden, wie die Eltern. Doch leider konnte Kristall das der Kriegerin vor sich nicht sagen, da sie keine Ahnung von den Gedanken dieser hatte.
Auf einmal zuckten die Ohren der Grauen und sie bemerkte einen Lichtstrahl, der draußen schwach leuchtete. Dann horchte sie. War das Einbildung, oder hatte der Sturm tatsächlich aufgehört? Der Donner war verschwunden, ebenso die Blitze. Ein leichter Nieselregen hatte dem allen Platz gemacht. Nun spürte sie im Inneren des Körpers noch ein Junges, das den Weg hinaus suchte. Sie hatte schon fast gedacht, es wäre nun vorbei und sie hatte drei Junge geboren, doch wie es scheint würden es gar vier werden. Die Wehen waren diesmal sanfter als bei dem letzten Jungen, dennoch waren sie schmerzhaft spürbar. Die Kätzin richtete sich auf, wandte sich ihrem Hinterteil zu und stieß ein Schnurren aus, als sie dort ein kleines rotweißes Weibchen zum Vorschein kam. Ob es nun endlich vorbei war? Erschöpft legte sich die Graue wieder nieder, leckte schnurrend über das letzte ihrer vier Junge und legte es auch an ihren Bauch zu den anderen dreien. Vier kleine Junge lagen an ihrem Bauch, von denen der Kater am größten war, wenn auch er dennoch klein war, so war er doch eben erst geboren. Sie konnte nicht sagen, ob er einfach größer war oder aber die Weibchen deutlich kleiner, doch das tat natürlich nichts zur Sache. Sie schienen gesund und das war es doch, was letztendlich zählte.
Seufzend legte sich sie sich auf die Seite, legte den Kopf auf dem Boden ab und bemerkte, wie unendlich müde sie nun doch war. Der Tag hatte sie ausgelaugt, nun hatte sie all ihre letzte Kraft für die Geburt der Jungen gebraucht und war fix und fertig. Erschöpft blickte sie zu Sternenlicht auf. Ob die Braune eine Idee hatte, wie sie alle nun zum FlussClan Lager kamen? Kristall würde schon irgendwoher die Kraft nehmen dorthin zu laufen, auch mit einem Jungen im Maul. Doch sie waren nur zwei Katzen und es gab vier Junge. Wie sollten sie denn alle vier auf einmal nehmen? Oder würde Sternenlicht erneut gehen und noch zwei Katzen ihres Clans holen, die ihnen halfen? War es von hier aus weit bis zum Lager oder war es ganz in der Nähe? Es gab einfach zu viele Fragen, die Kristall in dem Moment hatte, doch sie war zu erschöpft und müde, um überhaupt nur eine davon auszusprechen. Langsam vielen ihr die grünen Augen zu, doch noch lange würde sie keinen Schlaf finden. Die Augen waren nur einfach zu schwer, um sie weiter offen zu halten und sie musste auf ihre Jungen acht geben. Nein, bis sie den Clan gefunden hatten, würde sie definitiv nicht schlafen.
Da fiel ihr etwas ein und ruckartig öffnete sie erneut die hübschen grünen Augen. Ihre Jungen hatten doch noch gar keine Namen erhalten! Sie erinnerte sich an all die Erzählungen Goldpelz' und besonders an die Erklärungen der Namen. Sie wusste, ihre Babys mussten einen Namen erhalten, der die Endung -junges vorsah. Sie betrachtete die kleinen vier Kätzchen an ihrem Bauch. Wie sollte sie sie nennen? Natürlich sollte keiner von ihnen einen Namen erhalten, den sie später bereuen würde oder der eine andere Katze im Clan innehatte. Doch sie konnte ihnen ja schon einmal welche geben und zur Not würde sie den Namen wieder ändern, sollte es einer anderen Katze im Clan nicht passen. Also entschied sie sich für die Namen. Ihre Erstgeborene würde Hoppeljunges heißen. Das zweite würde den Namen Frostjunges tragen. Sie beide besaßen ein schwarzweißes Fell, wobei Frostjunges eher hell wirkte und ihr Rücken schwärzer wurde und Hoppeljunges hatte einen schwarzen Kopf und der Großteil ihres Rückens war ebenfalls schwarz. Wie sie beide wohl später mal aussehen würden? Das dritte Junge, das Männchen, bekam den Namen Otterjunges. Er war ein helles Junge, nicht direkt weiß, eher cremefarben und es hatte seltsamerweiße einen viel kleineren Schweif, als seine Schwestern. Und schließlich die letzte Dame. Die zur Welt kam, als der Sturm endlich sein Ende hatte. Erneut blickte Kristall durch den Baumstamm nach draußen, wo sie noch immer einen Lichtstrahl der Sonne ausmachen konnte. Das Junge mit dem rotweißen Fell würde Morgenjunges heißen. Ob die Namen wohl gut waren für die Jungen? Kristall war mehr als zufrieden damit, doch irgendwie hatte sie das Bedürfnis nun endlich zum Lager des FlussClans zu gelangen. Wollte sie sich doch endlich richtig ausruhen, hier draußen im hohlen Baumstamm würde sie nicht wirklich zur Ruhe kommen können. Also wandte ihr Blick von den Jungen erneut zu Sternenlicht.
"Was tun wir jetzt?", fragte sie unsicher. "Wie sollen wir die Jungen in das Clan Lager bringen? Ist das Lager weit entfernt oder meinst du, du findest zwei Krieger, die uns helfen könnten?" Solange es Krieger des FlussClans waren, die halfen, würde die Graue erlauben, dass sie ihre Babys ins Maul nehmen durften. Irgendwie mussten sie schließlich ins Lager gelangen und mit vier Neugeborenen stellte sich das wohl nicht als Einfach heraus.


// 2002 Wörter


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